Überraschende Wende – Apple will iMessage für Android-Geräte öffnen

Überraschende Wende – Apple will iMessage für Android-Geräte öffnen

Der US-amerikanische Tech-Riese Google kämpft bereits seit vielen Jahren dafür, dass Apple seinen Nachrichtendienst iMessage auch für Android-Geräte öffnet. Hierdurch soll die Kommunikation zwischen Apple- und Android-Usern verbessert werden. Nachdem Apple sich bisher geweigert hatte, kündigte das Unternehmen vergangene Woche überraschend an, künftig das RCS-System in iMessage unterstützen zu wollen.

Welche Kommunikationswege gibt es aktuell zwischen Apple- und Android-Nutzern?

Mehr als eine Million Kurznachrichten werden täglich in Deutschland versendet. Über iMessage können iPhone-User uneingeschränkt miteinander chatten, Bilder und Videos versenden sowie den Standort teilen. Der Dienst ist genau wie WhatsApp und Co. an die Rufnummer gebunden und überträgt die versendeten Daten über das Internet. Android-Nutzer wurden bislang in iMessage benachteiligt. Geht eine Nachricht eines Android-Users auf dem iPhone ein, handelt es sich hingegen um eine kostenpflichtige SMS, die deutlich grün gekennzeichnet ist. Zudem ist es nicht möglich, Bilder oder Videos zu empfangen. Ebenso wird die Nachricht eines Apple-Nutzers an ein Android-Gerät automatisch als kostenpflichtige SMS versenden. User von Android-Smartphones können als Alternative zur klassischen SMS hingegen bereits seit langer Zeit das kostenlose RCS-System nutzen, um Nachrichten auszutauschen. Bereits seit Jahren fordert insbesondere Google endlich einen gemeinsamen Standard. Jetzt scheint es so weit zu sein:

„Im kommenden Jahr werden wir Unterstützung für das RCS Universal Profile hinzufügen[…]. Dies wird parallel zu iMessage funktionieren, das weiterhin das beste und sicherste Messaging-Erlebnis für Apple-Benutzer sein wird“, kündigt Apple an.

Mit diesem Schritt könnte die Kluft zwischen iOS- und Android-Usern bald schließlich der Vergangenheit angehören.

Was sind die Gründe für Apples Umdenken?

Dass Apple jetzt diesen Schritt geht, dürfte vor allem an dem Druck durch die EU-Regulierungsbehörde liegen. Denn Google kämpfte seit Jahren vergebens für den gemeinsamen Standard. Im letzten Jahr startete der Tech-Riese sogar eine weltweite Werbekampagne mit dem Namen „Getthemessage“. Der Druck auf Apple ist gewachsen, denn die EU-Kommission will Betreiber in die Pflicht nehmen, für einen wettbewerbsorientierten und fairen Markt zu sorgen. Konkret bedeutet dies, dass sich Gate-Keeper, zu denen auch Apple zählt, für konkurrierende Anwendungen öffnen müssen. Hierdurch soll die Marktmacht der riesigen Technologiekonzerne begrenzt werden. Auch Apples Dienst iMessage könnte von der Regulierung betroffen sein, weshalb bereits ein entsprechender Fragebogen an das Unternehmen versendet wurde. Mobilfunkunternehmen wie die Deutsche Telekom, Telefónica oder Vodafone erhöhten zusätzlich den Druck, indem sie einen Brief von Google unterzeichneten. Aus diesem geht hervor, dass iMessage in der EU monatlich mindestens 10 000 User verzeichnet. Apple argumentierte bislang damit, dass iMessage im Vergleich zu WhatsApp in der Europäischen Union keine große Rolle spiele. Allerdings dürften die aktiven Nutzer dazu führen, dass iMessage unter die Gatekeeper-Dienste fällt. Dies wird aktuell durch die EU-Regulierungsbehörde geprüft.

Was ändert sich jetzt bei der Kommunikation?

Apple hat bereits angekündigt, iMessage weiterhin als separaten Dienst betreiben zu wollen, der auch weiterhin ausschließlich Apple-Benutzern zur Verfügung steht. Das RCS-System soll integriert werden und parallel dazu funktionieren. Für Smartphone-Nutzer bedeutet das, dass sie künftig Nachrichten, Videos und Fotos sowie den Standort austauschen können – unabhängig davon, welches Betriebssystem genutzt wird. Bislang musste jeder, der keine klassische SMS versenden möchte, hierfür einen Messenger wie WhatsApp, Signal oder Ähnliches herunterladen. Dass WhatsApp einen so großen Erfolg erzielen konnte und sich großer Beliebtheit erfreut, ist daher auch auf die Weigerung des Tech-Riesen Apples zurückzuführen, iMessage für Android-Geräte zu öffnen. Dass dies jetzt geschieht, könnte daher auch einen Einfluss auf den beliebtesten Messenger weltweit haben.

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