Cybermobbing – Hilflosigkeit, schlechte Noten, Angst & Suizidgedanken

Cybermobbing – Hilflosigkeit, schlechte Noten, Angst & Suizidgedanken

Die Zahlen einer aktuellen Studie zum Thema Cybermobbing sind alarmierend und zeigen, dass die Problematik sich immer weiter verstärkt. Jeder fünfte Schüler ist betroffen. Eltern, Lehrer und Erzieher sind häufig überfordert und nicht ausreichend über die Thematik informiert.

Was ist Cybermobbing?

Als Cybermobbing wird das bewusste Beleidigen, Verletzen oder auch Bloßstellen von Personen mittels digitaler Kommunikationskanäle bezeichnet. Jeder kann davon betroffen sein. Die Täter verstecken sich dabei hinter der Anonymität im Netz, wodurch die Bereitschaft zur Gewalt noch mehr gefördert wird. Denn der Glaube, dass es sich beim Internet um einen rechtsfreien Raum handelt, ist immer noch weitverbreitet. Während es in Deutschland bis heute noch kein eigenes Gesetz zu Cybermobbing gibt, wird es in Österreich seit 2016 als eigener Straftatbestand in §107c StGB geführt.

Welche Ergebnisse gehen aus der Studie hervor?

Die neueste Studie wurde vom Bündnis gegen Cybermobbing in Kooperation mit der Barmer Krankenkasse vorgestellt. „Cyberlife V – Cybermobbing bei Schülerinnen und Schülern“ zeigt, dass zahlreiche Kinder und Jugendliche in Deutschland der Problematik tagtäglich ausgesetzt sind. Schulen und Eltern fühlen sich häufig überfordert. Dazu kommt, dass die Gefahr, die von Cybermobbing ausgeht, von vielen fatalerweise unterschätzt wird. Denn die Auswirkungen sind weitreichend und können sowohl körperliche als auch psychische Beschwerden hervorrufen. 57 Prozent der befragten Schüler gaben an, sich durch das Mobbing im digitalen Raum verletzt zu fühlen, 43 Prozent sind wütend darüber und 30 Prozent verängstigt. Insgesamt sind mehr als 2 Millionen Kinder und Jugendliche an deutschen Schulen betroffen – das entspricht 18,5 Prozent aller Schüler. Im Jahr 2017 waren es noch 12,7 Prozent. Hierdurch wird der starke Anstieg deutlich.

„Die Ergebnisse zeigen, dass Cybermobbing nicht nur ein dauerhaftes und wachsendes Problem an Schulen und im privaten Umfeld von Kindern und Jugendlichen geworden ist, sondern dass sich mittlerweile auch Pädagogen und Pädagoginnen an den Schulen bei diesem Thema überfordert fühlen“, betont Vorstandsvorsitzender des Bündnisses gegen Cybermobbing, Uwe Leest.

Weshalb ist Cybermobbing so gefährlich?

Viele, die von Cybermobbing betroffen sind, fühlen sich hilflos und teilweise nahezu ohnmächtig. Aus Scham und Angst vertrauen sie sich häufig niemandem an und sind mit ihren Sorgen und Ängsten alleine. Dies kann neben einem schulischen Leistungsabfall durch Konzentrationsprobleme und weniger Motivation sogar dazu führen, dass die betroffenen Schüler und Schülerinnen gar nicht mehr zur Schule gehen wollen. Weiterhin können körperliche Beschwerden wie Kopfschmerzen oder Magenschmerzen Folgen des Mobbings im Internet sein. Aber auch auf die Psyche der Kinder und Jugendlichen hat die Situation zum Teil erhebliche Folgen. So können durch Cybermobbing nicht nur Angst- und Schlafstörungen, sondern auch Depressionen ausgelöst werden. Das ist höchst alarmierend, denn insbesondere bei Jugendlichen entsteht bei Depressionen ein bis zu 20-fach höheres Risiko für suizidales Verhalten. Das geht auch aus der aktuellen Studie hervor, in der 26 Prozent der Befragten angegeben haben, bereits Suizidgedanken gehabt zu haben. Dies entspricht rund 500 000 Kindern und Jugendlichen. Im schlimmsten Fall kann Cybermobbing Leben kosten. 13 Prozent haben aufgrund der Probleme bereits zu Drogen, Alkohol oder Tabletten gegriffen.

Wie könnte die Situation verbessert werden?

Laut Bündnis ist eine wichtige Maßnahme die Prävention. Ein alleiniges Handyverbot im Klassenzimmer löst die Problematik hingegen nicht. Denn Ergebnisse würden zeigen, dass an Schulen, an denen Cybermobbing-Prävention stattfindet, weniger Fälle verzeichnet werden. Um besser zu informieren, hat das Bündnis einen Ratgeber für Eltern herausgegeben. Außerdem werden auch spezielle Ratgeber für Lehrer und Erzieher sowie für Schüler und Schülerinnen selbst zur Verfügung gestellt. Vorwiegend bei Eltern fehle häufig das Wissen über die Problematik. Auch Überforderung ist laut Bündnis ein großes Problem.

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