
Welche gravierenden Folgen das Versenden von selbstgefertigten Nacktfotos oder Videos mit sexueller Freizügigkeit haben kann, ist insbesondere für viele Kinder und Jugendliche nicht einschätzbar. Das LKA Niedersachsen informiert über einen völlig kostenfreien Dienst, der dabei hilft, ungewollte Nacktaufnahmen aus dem Netz zu löschen.
Welche Folgen können Nacktfotos im Netz haben?
Immer wieder geschieht es, dass sexuell freizügige Aufnahmen an andere Personen – oftmals an vermeintliche Vertrauenspersonen oder Partner – versendet werden. Doch die höchst intimen Fotos und Videos können sich schnell ungewollt im Netz verbreiten und die Betroffenen verlieren die Kontrolle. Speziell Kinder und Jugendliche können die Folgen nicht abschätzen. Entsprechende Aufnahmen werden häufig gezielt dazu verwendet, um die darauf abgebildete Person bloßzustellen und zu beleidigen. Körperlicher Stress, sozialer Rückzug sowie Angstzustände sind nur einige mögliche Folgen, die daraus entstehen können. Im schlimmsten Fall besteht durch die ausgelöste enorme Belastung oder Depressionen die Gefahr eines Suizids.
Was steckt hinter „Take it Down“?
Bei „Take it Down“ handelt es sich um einen Service des National Center for Missing & Exploited Children, der nicht nur komplett kostenlos, sondern auch anonym genutzt werden kann. Verfolgt wird das Ziel, Personen dabei zu helfen, Fotos und Videos mit sexueller Freizügigkeit, Nacktheit oder Teilnacktheit, die vor der Volljährigkeit aufgenommen wurden, zu löschen. Auf unkompliziertem Weg soll der Dienst die Online-Weitergabe entsprechender Dateien verhindern. Genutzt werden kann „Take it Down“ über unverschlüsselte und öffentliche Online-Plattformen, die mit dem Dienst kooperieren. Hierzu zählen unter anderem Facebook und Instagram sowie TikTok und OnlyFans. Der Service richtet sich an jeden, der als Minderjähriger Aufnahmen in sexuell freizügigen Momenten von sich selbst aufgenommen hat und sich unsicher darüber ist, wo die Aufnahmen online zu finden sind. Aber auch wer von jemand anderem mit Nacktfotos erpresst wird, kann Hilfe bei „Take it Down“ finden. Entsprechende Erpressungen werden auch als „Sextortion“ bezeichnet. Insbesondere unter Jugendlichen ist der Austausch entsprechenden Materials weitverbreitet und Teil des sogenannten Sextings. Handelt es sich um Bilder und Videos, die bereits nach Vollendung des 18. Lebensjahrs aufgenommen wurden, gibt es ebenfalls Unterstützung: StopNCII.org.
Wie funktioniert der kostenfreie Dienst?
Um „Take it Down“ zu nutzen, müssen die intimen Aufnahmen an niemanden weitergeleitet werden. Stattdessen wird ein einzigartiger digitaler Fingerabdruck erstellt. Dieser wird als Hash-Wert bezeichnet und ist dann mit den entsprechenden Nacktbildern und Videos der Personen unter 18 Jahren verknüpft. Instagram, Facebook, TikTok und alle anderen teilnehmenden Online-Plattformen können den Hash-Wert dazu nutzen, um ihre Plattform nach den Inhalten zu durchsuchen. Werden die Aufnahmen ermittelt, werden sie gelöscht. Dieser gesamte Vorgang geschieht, ohne dass jemand die Fotos und Videos zu Gesicht bekommt.
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