Handy-TV – Marktwachstum und Kundenschwund

Handy-TV

Telefonieren, Musik laden und sogar fernsehen sollen die Mobilfunkkunden mit ihren Handys. Während die erste und auch die zweite Möglichkeit der Nutzung dieser mobilen Multitalente inzwischen nicht mehr ungewöhnlich ist, arbeiten die Mobilfunknetzbetreiber seit einiger Zeit mit Hochdruck daran, TV-Inhalte auf dem Handy zeigen zu können und daran, die Kunden dafür zu begeistern. Dieses Ziel kann nur durch Investitionen in die Technik der Mobilfunknetze und der Endgeräte sowie in die TV-Angebote erreicht werden. Doch letztlich ist nicht nur das Engagement der Anbieter, sondern die Akzeptanz der Kunden dafür ausschlaggebend, ob Handy-TV zu einer Erfolgsgeschichte wird.

Die Voraussetzungen dafür, dass Handy-TV Vergnügen bereitet, ist neben ausreichender Versorgung mit Bandbreite durch den Mobilfunknetzbetreiber auch ansprechender Inhalt in dem für die kleinen Geräte passenden Format und Angebote zu erschwinglichen Preisen. Doch das Handy-TV steckt noch in den Kinderschuhen. Und dass die Nutzer derzeit mit den Angeboten nicht zufrieden sind, zeigt das Ergebnis einer Umfrage des Marktforschungsunternehmens M:Metrics, die im Auftrag der Tellabs Germany durchgeführt wurde. Für sie wurden über einen Zeitraum von mehreren Monaten etwa 34.000 Nutzer in Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Spanien, Italien und in den USA befragt.

Der Handy-TV-Markt ist zwischen Januar und November 2007 zwar um rund 36 Prozent gewachsen, die Zahl der Kündigungen in dem selben Zeitraum stieg jedoch ebenfalls, und zwar um 68 Prozent. Für jeden gewonnen Kunden kündigen durchschnittlich zwei andere Kunden ihre Verträge. Aber mehr als die Hälfte der ehemaligen Nutzer wären bereit, einen weiteren Versuch zu unternehmen. Sie würden Handy-TV erneut buchen, wenn sie mehr Qualität und Zuverlässigkeit erwarten könnten.

Denn ein Faktor für die Unzufriedenheit der Kunden ist, neben den Kosten für das Handy-TV, die mangelnde Qualität und Zuverlässigkeit der Dienste, ergibt die Umfrage. Vielleicht haben sich die Mobilfunknetzbetreiber damit übernommen, dass sie ihren Kunden bereits jetzt diesen Dienst angeboten haben. Denn ohne die Datenübertragung über eine große Bandbreite, wie sie zum Beispiel mit UMTS genutzt wird, ist die Betrachtung der durch den Datenstrom auf das Display gebrachten Bilder kein Vergnügen. Eine solch hohe Bandbreite kann aber nur in gut ausgebauten Mobilfunknetzen garantiert werden. Obwohl die Betreiber ständig investieren, springen verhältnismäßig viele Kunden wieder ab. Würden die Anbieter nur etwa die Hälfte dieser Kunden wiedergewinnen, hätten sie in dem nächsten Jahr einen Umsatz von etwa 270 Millionen US-Dollar zu erwarten, errechnete Tellabs.

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