Urteil – Gutscheine müssen mindestens drei Jahre Gültigkeit haben

Urteil - Gutscheine müssen mindestens drei Jahre Gültigkeit haben

Ein Gutschein ist ein Dokument, das einen Anspruch auf eine Leistung repräsentiert. Auch im Internet können Gutscheine gekauft werden. Gutscheinportale wie Groupon und DailyDeal sind bei Schnäppchenjägern sehr beliebt. Der Käufer geht in diesem Fall zumeist in Vorleistung und löst den Gutschein dann bei dem Anbieter ein. Dafür bekommt er die entsprechende Leistung. Verbraucherschützer hatten gegen einen Anbieter geklagt, der ebenfalls über das Internet Gutscheine vertrieb und deren Gültigkeitsdauer kritisiert.

Der Anbieter verkaufte Erlebnisgutscheine, die gegen Fallschirmsprünge, Tanzkurse, Hubschrauberflüge o. Ä. eingelöst werden konnten. In seinen allgemeinen Geschäftsbedingungen legte der Anbieter fest, dass die Gutscheine eine Gültigkeit von 12 Monaten ab Kaufzeitpunkt haben und ersatzlos verfallen, wenn sie bis dahin nicht genutzt wurden. Durch diese Klausel werde der Kunde unangemessen benachteiligt, monierte der Verbraucherschutzverein.

Das Gericht gab ihm recht. Die Beschränkung der Gültigkeitsdauer auf 12 Monate sei unwirksam und darum rechtswidrig. Zwar sei die zeitliche Begrenzung in manchen Fällen üblich und angemessen. In diesem Fall werde der Kunde jedoch unangemessen benachteiligt, denn er werde bei einem Verfall des Gutscheins nicht angemessen entschädigt. Außerdem sei im Gesetz für Leistungen wie den angebotenen eine Verjährungsfrist von drei Jahren festgelegt. Diese Frist beginne zum Ende des Jahres, in dem der Anspruch entstehe.

Oberlandesgericht München, Aktenzeichen 29 U 4761/10 vom 14.04.2011

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Die aktuellsten telespiegel Nachrichten
Digitale Steuerbescheide ab 2026 – Papier nur auf Wunsch

Digitale Steuerbescheide ab 2026

Papier nur auf Wunsch

Ab 2026 werden Steuerbescheide in Deutschland in der Regel nur noch digital bereitgestellt. Papier gibt es nur auf Wunsch. Was bedeutet das für Bürgerinnen, Bürger und Kanzleien? Hier erfährst du verständlich, was sich ändert – und wie du dich vorbereitest. […]

Scheinbarer App-Zwang – congstar wegen Irreführung verurteilt

Scheinbarer App-Zwang 

 congstar wegen Irreführung verurteilt

Die Telekom-Tochter congstar behauptete, ihr Online-Kundencenter werde 2025 abgeschaltet – und drängte damit Kunden zum App-Download. Doch das stimmte gar nicht. Ein Gerichtsurteil deckt nun auf, wie weit der vermeintliche App-Zwang wirklich ging. […]

Urteil – Sperrung von Social-Media-Kanälen eines Influencers

Urteil 

 Sperrung von Social-Media-Kanälen eines Influencers

Das Oberlandesgericht Bamberg hat in seinem Urteil entschieden, dass die Sperrung mehrerer Social-Media-Kanäle eines Influencers durch eine Plattformbetreiberin nicht ohne Weiteres zulässig ist. Insbesondere stellte das Gericht fest, dass die bloße Weiternutzung eines weiteren Kanals keine automatisierte Umgehung der Sperrmaßnahme darstellt. […]

United Internet & 1&1 - Marken, Produkte und Hintergründe zum Versatel-Verkauf

United Internet & 1&1

Marken, Produkte und Hintergründe zum Versatel-Verkauf

United Internet bündelt seine Telekommunikationsaktivitäten und verkauft die Netztochter 1&1 Versatel konzernintern an die 1&1 AG. Für Endkunden bleiben die bekannten Marken wie 1&1, IONOS, GMX oder WEB.DE bestehen. Der Artikel erklärt verständlich, welche Produkte die Unternehmen anbieten und was der mögliche Verkauf der Domain-Handelsplattform Sedo bedeutet. […]

Kritische Chrome-Lücke – Google veröffentlicht Notfall-Update

Kritische Chrome-Lücke

Google veröffentlicht Notfall-Update

Eine Chrome-Schwachstelle wurde aktiv von Cyberkriminellen ausgenutzt. Google hat mittlerweile ein Notfall-Update bereitgestellt, das dringend installiert werden sollte. Chrome-Nutzer müssen ihren Browser neu starten, um das Update zu aktivieren. […]