Netzzusammenschluss – E-Plus und O2 lassen es krachen

Netzzusammenschluss – E-Plus und O2 lassen es krachen

Telefonica Deutschland will die UMTS-Netze von E-Plus und O2 zusammenschließen. Das teilte der Konzern nach übereinstimmenden Medienberichten am Rande des Mobile World Congresses in Barcelona mit. Damit können Kunden in Deutschland spätestens ab 15. April 2015 überall in Deutschland das UMTS-Netz des jeweils anderen Anbieters nutzen, sofern kein Netz des eigenen Anbieters verfügbar ist. Das Zusammenschalten der Netze nennt sich National Roaming und ist eine logische Folge der Übernahme von E-Plus durch Telefonica, der Muttergesellschaft von O2.

Was bedeutet der Zusammenschluss für Kunden

E-Plus und O2 haben beide das Problem, dass sie in ländlichen Gebieten zum Teil jeweils kein flächendeckendes UMTS-Netz anbieten. Das ändert sich durch National Roaming, denn die Kunden werden automatisch in das andere Netz umgeleitet, wenn dieses vorhanden ist. Das heißt: Die derzeit rund 42 Millionen Kunden von Telefonica können beide UMTS-Netze nutzen. Damit sind insbesondere Datenübertragungen in Randlagen grundsätzlich besser möglich.

Durch das Mitbenutzten des jeweils anderen baut Telefonica das Netz für beide Marken quantitativ aus. Qualitativ gibt es jedoch Bedenken. Denn schon jetzt klagen immer wieder vereinzelte Kunden, dass sie kein Netz bekommen. Grund: eine Überlastung der jeweiligen Basisstation. Das Zusammenlegen der UMTS-Netze könnte dazu führen, dass genau an solchen Basisstationen verstärkt Engpässe entstehen. Zusätzlich hat der Konzern angekündigt, schrittweise 14.000 der rund 40.000 Basisstationen beider Netze abzubauen. Damit möchte Telefonica die doppelte Struktur des Gemeinschaftsnetzes begrenzen.

Telefonica will das LTE verstärkt ausbauen

Während das gemeinsame UMTS-Netz durch Zusammenlegen und Stationsabbau optimiert wird, soll das LTE-Netz weiter wachsen. Hierzu erklärte Telefonica, dass ab 2016 beide Netze zusammen geschaltet sein sollen. Anders als beim Roaming wird der Kunde dabei nicht auf das andere Netz umgeleitet, sondern erhält ein einziges Gemeinschaftsnetz. Bis Ende 2016 will Telefonica mit E-Plus und O2 90 Prozent der Bevölkerung das schnelle Mobilfunknetz bieten. Spätestens 2018 sollen beide Netze ineinander integriert sein.

Update 03.02.2016

Integration – E-Plus- und Base-Kunden bekommen O2-Tarife

Mehr Informationen

Handynetze Deutschland – die Entwicklung
Überwachen und Abhören von Handys – so funktioniert es
Mobilfunkanbieter – wer verwendet welches Netz?

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Die aktuellsten telespiegel Nachrichten
Nutzung des Glasfasernetzes – Urteil für Stärkung der Verbraucherrechte

Update

BGH bestätigt 24 Monate Laufzeit bei Glasfaser

Die Vertragslaufzeit darf bei Glasfaseranschlüssen nicht erst ab Freigabe des Anschlusses beginnen. Denn der Ausbau dauert teilweise bis zu einem Jahr. Mit diesem Urteil werden die Verbraucherrechte gestärkt, da Verbraucher nicht länger als zwei Jahre an einen Anbieter gebunden sein dürfen. […]

Digitale Marktplätze für Gamer – So funktionieren Handel und Plattformen

Digitale Marktplätze für Gamer

So funktionieren Handel und Plattformen

Digitale Marktplätze bieten Gamern neue Möglichkeiten, ihre Spielerfahrungen zu erweitern. Diese Plattformen ermöglichen den Kauf und Verkauf von Spielkonten und virtuellen Gütern. Trotz der Vorteile gibt es auch Risiken, die beachtet werden sollten. […]

CCC-Kongress 2025 – Europas digitale Abhängigkeit als Schlüsselfrage

CCC-Kongress 2025

Europas digitale Abhängigkeit als Schlüsselfrage

Der diesjährige 39C3 zeigte speziell, wie kritisch Europas digitale Abhängigkeit ist. Bei der Veranstaltung wurde deutlich, dass digitale Selbstbestimmung, Künstliche Intelligenz und IT-Sicherheit neu gedacht werden müssen. Dafür wurden konkrete Auswege aufgezeigt. […]

Social-Media-Ausstieg – viele Jugendliche wenden sich bewusst ab

Social-Media-Ausstieg

Viele Jugendliche wenden sich bewusst ab

Jugendliche nutzen Social Media kritischer und erkennen die Risiken. Daher wenden sich viele bewusst ab. Einzelne Plattformen wie Instagram oder YouTube sind dennoch weiterhin für junge Menschen von hoher Bedeutung. Das zeigt die aktuelle „Jugend-Digitalstudie 2025“ der Postbank. […]