Versorgungsauflagen – Telefónica droht Bußgeld der Bundesnetzagentur

Versorgungsauflagen – Telefónica droht Bußgeld der Bundesnetzagentur

Da der Mobilfunknetzbetreiber Telefónica die Versorgungsauflagen aus der Frequenzauktion 2015 nicht fristgerecht erfüllt hat, droht nun ein Bußgeld in Höhe von 600 000 Euro. Die Bundesnetzagentur hat das Bußgeld angeordnet, Telefónica jedoch noch eine Schonfrist eingeräumt. Der Mobilfunknetzbetreiber sicherte sich vor fünf Jahren Frequenzen für knapp 1,2 Milliarden Euro.

Welche Versorgungsauflagen gibt es?

Den Mobilfunknetzbetreibern wurde auferlegt, ab dem 1. Januar 2020 eine Versorgung von bundesweit 98 Prozent aller Haushalte und je Bundesland 97 Prozent aller Haushalte mit einer Bandbreite von 50 Mbit pro Sekunde pro Antennensektor zu erreichen. In den Auflagen ist darüber hinaus festgelegt, dass die Hauptverkehrswege wie Bundesautobahn und Schienen vollständig versorgt werden müssen. Die Versorgungsauflagen sollen verhindern, dass ländliche Regionen von den Netzbetreibern vernachlässigt werden und diese sich lediglich auf lukrative Großstädte konzentrieren. Um die Versorgungsauflagen zu erfüllen, ist Telefónica dazu verpflichtet 7 600 Standorte aufzubauen. Die Auflagen sahen vor, dass bis zum 30. Juni dieses Jahres 40 Prozent dieser Standorte realisiert werden müssen, was dem Telekommunikationsunternehmen jedoch nicht gelang. Nun hat die Bundesnetzagentur ein Bußgeld angeordnet, gewährt dem Netzbetreiber allerdings noch eine Gnadenfrist bis zum 31. Juli dieses Jahres. Bis zu diesem Datum muss die erforderliche Anzahl der LTE-Masten dann vollständig verwirklicht werden.

Überprüfung der Versorgungsauflagen

Bereits Ende 2019 hat die Bundesnetzagentur überprüft, ob die Versorgungsauflagen von den Netzbetreibern eingehalten wurden. Dabei wurde festgestellt, dass keiner der Mobilfunknetzbetreiber Telekom, Vodafone und Telefónica die Auflagen vollständig fristgerecht erfüllt hat. Eine Nachfrist bis Ende dieses Jahres wurde gewährt, die allerdings an Zwischenziele geknüpft ist.

Weshalb hat sich die Umsetzung verzögert?

Telefónica begründet die Verzögerung der Umsetzung mit der immer noch andauernden Corona-Pandemie. Insbesondere die Einschränkungen der Lieferkette spielen eine entscheidende Rolle, da es durch die Lieferverzögerungen auch zu Verzögerungen beim Netzausbau kommt.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


neun + dreizehn =

Die aktuellsten telespiegel Nachrichten
Mikrokredite – Was steckt eigentlich hinter den Klein-Darlehen?

Mikrokredite

Was steckt eigentlich hinter den Klein-Darlehen?

Mikrokredite erfreuen sich nicht nur bei jungen Unternehmern, sondern auch bei Privatpersonen großer Beliebtheit. Mit den Kleinstkrediten, die häufig von spezialisierten Kreditinstituten angeboten werden, können beispielsweise finanzielle Engpässe überbrückt werden. […]

Mobilfunktarif – LTE Kids Tarife mit Smartwatch oder Smartphone bei 1&1

Mobilfunktarif

Kids Tarife mit Smartwatch oder Smartphone bei 1&1

Nun gibt es bei 1&1 auch spezielle LTE-Kids-Tarife, die eine gute Kostenkontrolle bieten sollen. Wahlweise kann der Tarif ohne Hardware, mit Smartphone oder mit Smartwatch gebucht werden. Ein genauer Blick zeigt jedoch, dass die Kosten für den Tarif nach einiger Zeit steigen. […]

Elektrogeräte – Ab dem 1. März gibt es ein neues Energielabel

Elektrogeräte

Ab dem 1. März gibt es ein neues Energielabel

Die EU hat die Kriterien für das Energielabel verschärft. Dies hat zur Folge, dass zahlreiche Geräte, die bisher zur Bestklasse zählen, in eine schlechtere Energieeffizienzklasse fallen. Ab dem 1. März müssen Händler ihre Geräte mit den neuen Labels ausweisen. […]

Unerlaubte Telefonwerbung - Hohes Bußgeld gegen ein Call-Center

Unerlaubte Telefonwerbung

Hohes Bußgeld gegen ein Call-Center

Immer wieder wurden Verbraucher durch Mitarbeiters dieses Call-Centers belästigst. Jetzt hat die Bundesnetzagentur gegen das Call-Center KiKxxl GmbH wegen unerlaubter Werbeanrufe eine Geldbuße in Höhe von 260.000 Euro verhängt. […]