Vorsicht, neue Betrugsmasche – Elterntrick per SMS im Umlauf

Vorsicht, neue Betrugsmasche – Elterntrick per SMS im Umlauf

Den Enkeltrick machen sich Kriminelle bereits seit vielen Jahren zu nutzen, um arglosen Betroffenen das Geld aus der Tasche zu ziehen. Jetzt wird vor einer abgewandelten Betrugsmasche gewarnt: der Elterntrick. Der Erstkontakt zu den potenziellen Opfern wird hierbei meist per SMS aufgenommen.

Was steckt hinter der betrügerischen Masche?

Im November vergangenen Jahres warnte die Verbraucherzentrale Hessen bereits vor der neuen betrügerischen Masche. Die Cyberkriminellen geben sich häufig als Kinder der kontaktierten Person aus, weshalb auch vom Tochter- oder Sohntrick gesprochen wird. Aber auch Fälle, in denen sich die Täter als Nichten, Neffen, andere nahe Verwandte oder enge Freunde ausgeben, sind bekannt. Der erste Kontakt findet überwiegend nicht mehr über WhatsApp, sondern per SMS statt. In der Nachricht gibt der vermeintliche Verwandte vor, dass sein Handy defekt ist oder er dieses verloren hat. Auch, dass die Telefonnummer gewechselt wurde, wird häufig angegeben. Die SMS-Nachrichten sehen beispielsweise wie folgt aus:

„Hallo Papa, mein Handy ist kaputt gegangen und liest meine SIM-Karte nicht mehr.“
„Hallo Mama, mein Handy ist kaputt, das ist meine neue Handynummer.“

In der SMS enthalten ist zudem ein Link, den die arglosen Betroffenen öffnen sollen, um so einen WhatsApp-Chat mit dem vermeintlichen Angehörigen zu starten. Wer auf den Link klickt, wird von den Betrügern in ein Gespräch verwickelt. Hierbei werden unterschiedliche Szenarien vorgetäuscht: etwa ein vermeintlich schlimmer Unfall, eine kaputte Waschmaschine oder Ähnliches. In allen Fällen steht am Ende die Forderung nach Geld, das überwiesen werden soll, um dem Angehörigen aus der vermeintlichen Notsituation zu helfen. Um Druck auf die Opfer auszuüben und zu vermeiden, dass diese skeptisch sind, wird die vorgeblich benötigte Hilfe als sehr dringend dargestellt.

Erweiterte Altersgruppe im Visier der Täter

Während der Enkeltrick vermehrt bei älteren Personen angewendet wurde, stehen nun auch andere Altersgruppen im Visier der Betrüger. In einigen Fällen geben sich die Kriminellen auch als enge Freunde oder andere enge Verwandte aus. An die Telefonnummern der potenziellen Opfer gelangen die Täter beispielsweise durch Phishing-Attacken oder illegalen Datenhandel im Internet.

Wie können sich Verbraucher vor der Betrugsmasche schützen?

Verbraucher, die eine verdächtige SMS oder WhatsApp-Nachricht erhalten, sollten niemals einen darin enthaltenen Link anklicken. Oftmals lässt sich der Betrug bereits durch einen Anruf auf der altbekannten Nummer des Angehörigen entlarven. Eine Möglichkeit ist auch, die Person über das Festnetz oder persönlich zu kontaktieren. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, Screenshots von den betrügerischen Nachrichten anzufertigen und den Absender anschließend zu blockieren. So kann verhindert werden, dass die Cyberkriminellen weiterhin Druck ausüben, um an Geld zu gelangen. Grundsätzlich sollte jeder Fall der Polizei gemeldet werden. Verbraucher sollten niemals auf Geldforderungen eingehen. Ist dies dennoch bereits geschehen, sollte umgehend die Bank informiert und bei der Polizei eine Strafanzeige gestellt werden. Auf der Webseite der polizeilichen Kriminalprävention sind die wichtigsten Tipps zusammengefasst, mit denen sich Verbraucher vor entsprechenden Betrugsmaschen schützen können.

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