
Die Bundesregierung beschloss vor zehn Jahren eine flächendeckende Einführung des De-Mail-Dienstes in der gesamten Bundesverwaltung. Der Service sollte ein sicherer, elektronischer Weg für die Behördenpost werden. Doch nachdem die Deutsche Telekom bereits 2022 die Reißleine gezogen hatte, zieht United Internet jetzt nach und beendet den Dienst in absehbarer Zukunft.
Was steckt hinter dem Service?
De-Mail ist ein zentraler Dienst, mit welchem vertrauliche Post elektronisch versendet werden kann. Auch ein Nachweis ist auf diesem elektronischen Weg möglich, weshalb der Service unter anderem Zustellungsurkunden, Einschreiben und Rückscheine ersetzen kann. Um die nachweisbare und vertrauliche elektronische Kommunikation nutzen zu können, muss die Identität zuvor nachgewiesen werden. Dies ist beispielsweise mit dem elektronischen Personalausweis möglich. Während das Angebot von der Deutschen Telekom kostenfrei zur Verfügung gestellt wurde, fallen bei der Nutzung bei United Internet für bestimmte Funktionen – etwa die vom Absender bestätigte E-Mail – Kosten an.
Wann stellt United Internet den De-Mail-Dienst ein?
„Die 1&1 De-Mail GmbH wird die De-Mail-Dienste der Marken WEB.DE, GMX und 1&1 innerhalb der nächsten zwölf Monate beenden. In den letzten Monaten hatte das Unternehmen das Ziel verfolgt, De-Mail weiter auszubauen und auf eine bessere wirtschaftliche Grundlage zu stellen. Dies hat aber zu keinen verwertbaren Ergebnissen geführt“, heißt es auf der bisherigen Registrierungsseite.
United Internet steckt hinter den Marken 1&1, GMX und WEB.DE. Den Kunden des Services wird der Ausstieg aktuell per E-Mail angekündigt. Hierdurch haben die User ausreichend Zeit, um bei Bedarf ihre Daten zu sichern. Innerhalb eines Jahres soll dann Schluss sein. Der Ausstieg des großen Anbieters ist wenig verwunderlich – denn auch die Bundesregierung hat ihren Ausstieg aus dem De-Mail-Angebot bereits im vergangenen Jahr angekündigt. Künftig soll die Behörde des Bundes nicht weiterhin verpflichtet sein, den Service zu nutzen. Mit Diensten wie dem elektronischen Bürger- und Organisationenpostfach, kurz eBO, oder einem kostenfreien Justizportal stehen kostenfreie Alternativen zur Verfügung. Obwohl es mit der Mentana Claimsoft GmbH noch einen Anbieter des De-Mail-Dienstes gibt, dürfte das endgültige Aus durch den Ausstieg der Bundesregierung besiegelt sein. Der letzte verbleibende Anbieter ist zudem recht kostspielig.
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