Neuer 113-Notruf – Zentrale Krisenhotline für Deutschland in Planung

Neuer 113-Notruf – zentrale Krisenhotline für Deutschland in Planung

In Zukunft soll es in Deutschland neben dem 110-Polizeinotruf und dem 112-Feuer- und Rettungsdienstnotruf eine dritte Notrufnummer geben: die 113 für psychische Notfälle. Damit soll endlich eine der riesigen Lücken in der psychischen Gesundheitsversorgung geschlossen werden, indem eine zentrale Krisenhotline eingerichtet wird.

Warum ist der geplante 113-Notruf so wichtig?

„Oftmals wären Suizidversuche und Suizide vermeidbar, wenn die bestehenden Hilfsangebote verzweifelte Menschen frühzeitig erreichen“, heißt es in dem Entwurf zum Suizidpräventionsgesetz.

Die Zahlen sind erschreckend und zeigen die Wichtigkeit einer zentralen Krisenhotline bei psychischen Notfällen: alleine in Deutschland gibt es mindestens 100 000 Suizidversuche im Jahr – mehr als 10 300 Menschen haben alleine im Jahr 2023 hierzulande Suizid begangen. Mit der Schaffung des neuen Notrufs soll den Menschen schnelle und unkomplizierte Hilfe zugänglich gemacht werden. Hierdurch können Leben gerettet werden. Von Sozialverbänden wird ein entsprechender Notruf schon seit langer Zeit gefordert. Die Einführung der 113 ist ein essenzieller Schritt in der Suizidprävention. Gleichzeitig bietet eine eigene Notrufnummer für psychische Notfälle den Vorteil, dass die beiden anderen Notrufnummern entlastet werden.

Was steckt hinter der Nummer für psychische Notfälle?

Genau wie die beiden anderen Notrufnummern soll auch die 113 rund um die Uhr für Hilfe suchende Menschen erreichbar sein. Dabei soll die Nummer sowohl anonym als auch barrierefrei zugänglich sein. Mit der zentralen Krisenhotline erhalten die Anrufer eine unkomplizierte Weiterleitung an die bereits jetzt verfügbaren regionalen Krisendienste. Hierzu zählen unter anderem Nummern für Opfer von Gewalt, das Info-Telefon Depression oder die Nummer gegen Kummer. All die bereits jetzt bestehenden Angebote sollen dann unter der einheitlichen Notrufnummer gebündelt werden. Dadurch erhalten nicht nur Menschen in psychischen Notfällen wie zum Beispiel Suizidgedanken, sondern auch An- und Zugehörige eine zentrale Anlaufstelle, an die sie sich jederzeit wenden können. Im Entwurf zum Suizidpräventionsgesetz heißt es:

„Bis zum 30. Juni 2026 soll ein Konzept zum Aufbau und Betrieb einer zentralen und unentgeltlichen Rufnummer mit der bundesweit einheitlichen Rufnummer „113“ für Menschen mit Suizidgedanken, Sterbewilligen, Personen in Krisensituationen, Angehörige, nahestehende Personen, Hinterbliebene, professionelle Bezugspersonen und Medienschaffende mit der Möglichkeit der unmittelbaren technischen Weiterleitung an bereits regional verfügbare Krisendienste sowie die Vernetzung der Rufnummer des Krisendienstes mit dem Gesundheitssystem entwickelt werden.“

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Die aktuellsten telespiegel Nachrichten
Das Smartphone ersetzt fast alles – darauf achten Nutzer wirklich

Das Smartphone ersetzt fast alles

Darauf achten Nutzer wirklich

Eine gute Kamera gehört heute zu den wichtigsten Kaufkriterien für Smartphones. Gleichzeitig ersetzt das Gerät immer mehr Alltagshelfer, nutzt KI für Fotos und speichert zahlreiche sensible Daten, die besonders geschützt werden sollten. […]

OLG stoppt Telefónica – Urteil stärkt Kunden bei Handyverträgen

OLG stoppt Telefónica

Urteil stärkt Kunden bei Handyverträgen

Verbraucherschützer konnten vor Gericht einen Erfolg erzielen. Denn Telefónica wurde eine AGB-Klausel untersagt, mit der Mobilfunkverträge trotz Mindestlaufzeit einseitig durch das Unternehmen gekündigt werden konnten. Das Urteil stärkt die Rechte von Kunden und sorgt für mehr Vertragssicherheit. […]

KI in der App-Entwicklung: Chancen, Risiken und Trends 2026

KI in der App-Entwicklung

Chancen, Risiken und Trends 2026

Künstliche Intelligenz verändert die App-Entwicklung grundlegend. Von automatischer Codegenerierung über intelligentes UI-Design bis hin zu neuen Geschäftsmodellen: Der Ratgeber zeigt, welche Möglichkeiten KI heute bietet, wo ihre Grenzen liegen und worauf Unternehmen und Entwickler beim Einsatz achten sollten. […]

Kinder schützen durch Chats prüfen? – das hat die EU jetzt entschieden

Kinder schützen durch Chats prüfen?

Das hat die EU jetzt entschieden

Das EU-Parlament hat einer neuen Übergangsregelung zur Chatkontrolle zugestimmt. Die Maßnahme bleibt dennoch umstritten und innerhalb der EU wird weiter an einer langfristigen gesetzlichen Lösung für den Kinderschutz gearbeitet. […]

Messwoche liefert Millionen Daten – wie gut ist der Mobilfunk wirklich?

Messwoche liefert Millionen Daten

Wie gut ist der Mobilfunk wirklich

Fast 20 Millionen Messpunkte liefern ein aktuelles Bild der Mobilfunkversorgung in Deutschland. Die Ergebnisse der zweiten Mobilfunkmesswoche zeigen den Fortschritt beim 5G-Ausbau und helfen dabei, Versorgungslücken zu erkennen und künftig zu schließen. […]

eBay im Visier – Bundesnetzagentur wirft Verstöße gegen DSA vor

eBay im Visier

Bundesnetzagentur wirft Verstöße gegen DSA vor

Der Digital Services Coordinator der Bundesnetzagentur hat mehrere Verstöße von eBay gegen den Digital Services Act festgestellt. Es stehen verschiedene Vorwürfe im Raum, auf die eBay mittlerweile reagiert hat. Das Verfahren könnte Konsequenzen haben. […]