Globalstar Satellitentelefon – Netz, Abdeckung und Technik

Globalstar Satellitentelefon

Globalstar gehört neben Iridium, Thuraya und Inmarsat zu den bekannten Anbietern für mobile Satellitenkommunikation. Das Unternehmen betreibt ein Netz aus Satelliten in niedriger Erdumlaufbahn (Low Earth Orbit, LEO) und terrestrischen Bodenstationen. Darüber werden unter anderem Sprachverbindungen, Datenkommunikation und Dienste zur Ortung und Überwachung von Geräten und Fahrzeugen angeboten.

Eine Besonderheit gegenüber einigen konkurrierenden Satellitennetzen ist die technische Architektur: Globalstar-Satelliten leiten die Kommunikation an Bodenstationen weiter. Dadurch hängt die tatsächliche Verfügbarkeit nicht nur davon ab, ob sich ein Satellit über dem Nutzer befindet, sondern auch von der Anbindung an die entsprechende terrestrische Infrastruktur.

Wie funktioniert das Globalstar-Netz?

Die Satelliten von Globalstar bewegen sich in einer niedrigen Erdumlaufbahn. Die vergleichsweise geringe Entfernung zur Erde ermöglicht kurze Signallaufzeiten und damit geringe Verzögerungen bei Sprachverbindungen. Anders als beispielsweise beim Iridium-Netz kommunizieren die Globalstar-Satelliten nicht über Verbindungen untereinander. Stattdessen wird das Signal vom Satellitentelefon zum Satelliten und von dort zu einer erreichbaren Bodenstation übertragen. Diese stellt anschließend die Verbindung zu den terrestrischen Telekommunikationsnetzen her.

Globalstar betreibt nach eigenen Angaben 24 Bodenstationen auf sechs Kontinenten. Über die Kombination aus Satelliten und terrestrischer Infrastruktur werden Kommunikationsdienste in mehr als 120 Ländern angeboten.

Globalstar-Abdeckung ist nicht weltweit

Bei einem Satellitentelefon bedeutet eine große Satellitenkonstellation nicht automatisch eine weltweite Netzabdeckung. Das gilt insbesondere für Globalstar. Aufgrund der verwendeten Netzarchitektur müssen sowohl ein geeigneter Satellit als auch die erforderliche Bodeninfrastruktur verfügbar sein. Die Netzabdeckung unterscheidet sich deshalb von Systemen wie Iridium, dessen Satelliten miteinander kommunizieren können. Wer ein Globalstar-Satellitentelefon auf Reisen oder in abgelegenen Gebieten einsetzen möchte, sollte daher vorab die aktuelle Abdeckung für das konkrete Zielgebiet prüfen.

Wie bei anderen Satellitentelefonen ist außerdem eine möglichst freie Sicht zum Himmel erforderlich. Gebäude, Berge, dichter Bewuchs oder andere Hindernisse können die Verbindung beeinträchtigen oder verhindern.

Globalstar modernisiert sein Satellitennetz

Das Globalstar-Netz wird weiterhin ausgebaut und modernisiert. Im August 2026 wurden acht neue HIBLEO-4-Ersatzsatelliten erfolgreich ins All gebracht. Der Start erfolgte mit einer Falcon-9-Rakete von SpaceX. Nach Angaben von Globalstar konnten zu allen acht Satelliten Verbindungen hergestellt werden. Die neuen Satelliten sollen die bestehende LEO-Konstellation ergänzen und die langfristige Verfügbarkeit des Netzes unterstützen. Damit bleibt Globalstar trotz des Alters des klassischen Satellitentelefon-Angebots ein aktiver Betreiber von Satellitenkommunikations-Infrastruktur.

Globalstar GSP-1700: Satellitentelefon wird nicht mehr neu angeboten

Das bekannteste klassische Satellitentelefon für das Globalstar-Netz ist das GSP-1700. Das kompakte Handgerät wurde für Sprachverbindungen und einfache Datenkommunikation außerhalb herkömmlicher Mobilfunknetze entwickelt. Als aktuelles Neugerät spielt es inzwischen allerdings kaum noch eine Rolle. Globalstar hält nach eigenen Angaben weder das GSP-1700 noch das ältere GSP-1600 als Neugerät auf Lager.

Bestehende Geräte können jedoch weiterhin für den Globalstar-Dienst aktiviert werden. Wer ein gebrauchtes GSP-1700 kaufen möchte, sollte deshalb neben dem Zustand des Gerätes insbesondere prüfen, ob eine Aktivierung im gewünschten Land möglich ist und welche Tarife dort angeboten werden.

Telefonieren über Globalstar

Ein Globalstar-Satellitentelefon kann Sprachverbindungen auch außerhalb klassischer Mobilfunknetze herstellen. Voraussetzung ist allerdings, dass sich der Nutzer innerhalb des jeweiligen Globalstar-Versorgungsgebietes befindet und eine ausreichende Sichtverbindung zum Satelliten besteht. Globalstar hebt speziell die vergleichsweise geringe Verzögerung seiner LEO-Satellitenverbindungen hervor. Bei geostationären Satellitensystemen müssen Funksignale dagegen eine erheblich größere Entfernung zurücklegen.

Die Gesprächskosten hängen vom jeweiligen Tarif und regionalen Anbietern ab. Allgemeingültige Minutenpreise lassen sich deshalb nicht angeben. Vor einer Anschaffung sollten neben den Gesprächskosten auch Grundgebühren, Aktivierungskosten und die regionale Netzabdeckung berücksichtigt werden.

Globalstar bietet mehr als Satellitentelefonie

Das Geschäft von Globalstar hat sich inzwischen deutlich über klassische Satellitentelefone hinaus entwickelt. Neben Sprachkommunikation gehören Daten- und IoT-Dienste sowie Lösungen zur Ortung und Überwachung von Gegenständen, Fahrzeugen oder technischen Anlagen zum Angebot.

Bekannt sind etwa die unter der Marke SPOT angebotenen Satelliten-Messenger und Tracking-Geräte. Diese können unter anderem Positionsinformationen oder Nachrichten über Satellit übertragen und richten sich beispielsweise an Outdoor-Nutzer oder Unternehmen, die Geräte und Fahrzeuge außerhalb der Mobilfunkversorgung überwachen müssen.

Globalstar stellt außerdem Satellitenkapazitäten für weitere Kommunikationsdienste bereit. Damit ist die klassische Satellitentelefonie heute nur noch ein Teil des Geschäfts.

Globalstar oder Iridium?

Globalstar und Iridium setzen beide auf Satelliten in niedrigen Erdumlaufbahnen, unterscheiden sich technisch jedoch erheblich. Iridium verbindet seine Satelliten untereinander. Dadurch kann eine Verbindung innerhalb des Satellitennetzes weitergeleitet werden, bis sie einen geeigneten Übergang zum terrestrischen Netz erreicht. Das ermöglicht Iridium eine weltweite Abdeckung einschließlich der Polarregionen. Globalstar leitet die Kommunikation dagegen über Bodenstationen weiter. Daraus ergibt sich eine regional begrenztere Verfügbarkeit.

Welches System besser zum jeweiligen Einsatzzweck passt, hängt daher insbesondere vom Aufenthaltsort ab. Für eine Reise in ein Gebiet mit Globalstar-Abdeckung kann das Netz eine Möglichkeit zur Satellitenkommunikation darstellen. Wer dagegen eine möglichst globale Versorgung benötigt, sollte die Netzabdeckung verschiedener Satellitensysteme miteinander vergleichen.

Für wen ist Globalstar interessant?

Globalstar richtet sich vornehmlich an Nutzer, die sich außerhalb regulärer Mobilfunknetze aufhalten oder Geräte in solchen Gebieten überwachen müssen. Dazu gehören vornehmlich Unternehmen, Behörden, Outdoor-Nutzer sowie Anwender aus den Bereichen Transport, Landwirtschaft und maritime Kommunikation.

Wer heute ausdrücklich ein neues klassisches Satellitentelefon sucht, findet bei Globalstar allerdings nur ein eingeschränktes Geräteangebot. Das Unternehmen verkauft selbst keine neuen GSP‑1700- oder GSP-1600-Geräte mehr, ermöglicht für vorhandene Geräte jedoch weiterhin Aktivierungen.

Vor dem Kauf eines gebrauchten Globalstar-Telefons sollte deshalb geprüft werden, ob das Gerät noch aktiviert werden kann und ob für das geplante Einsatzgebiet eine ausreichende Netzabdeckung vorhanden ist.

Fazit: Aktives Satellitennetz, aber kaum neue Satellitentelefone

Globalstar betreibt weiterhin ein umfangreiches Satellitennetz und investiert in dessen Modernisierung. Die im August 2026 gestarteten acht neuen Satelliten zeigen, dass die Infrastruktur weiterentwickelt wird. Bei klassischen Satellitentelefonen sieht die Situation anders aus. Das bekannte GSP-1700 wird von Globalstar nicht mehr als Neugerät vorgehalten. Der Schwerpunkt des Unternehmens liegt inzwischen stärker auf Satellitenkommunikation, IoT, Tracking und weiteren satellitengestützten Diensten.

Wer ein Satellitentelefon für Reisen oder den professionellen Einsatz benötigt, sollte deshalb nicht nur Preise vergleichen. Entscheidend ist vor allem, welches Satellitennetz das geplante Einsatzgebiet tatsächlich abdeckt.