Zweifelhafte Tarifdarstellung – surf-2-go trickst bei der Veröffentlichung

Zweifelhafte Tarifdarstellung - surf-2-go trickst bei der Veröffentlichung

Das Internet by Call ist für die Kunden ein eigentlich vorteilhaftes Geschäftsmodell, denn der Kunde muss sich bei dem genutzten Anbieter nicht anmelden und kann sich immer das preisgünstigste Angebot heraussuchen. Trotzdem sinkt die Anzahl der Nutzer stetig, denn die dabei angebotene Internetgeschwindigkeit ist mit 56 kbit/s bzw. 64 kbit/s (analog bzw. ISDN) nicht mehr zeitgemäß. Wenn es ihnen möglich ist, wechseln Kunden auf schnellere Internetzugänge per DSL oder UMTS. Dennoch gibt es diverse Internetnutzer, bei denen kein DSL Anschluss und kaum attraktive DSL Alternativen zur Verfügung stehen und die deshalb Internet by Call verwenden.

Obwohl der Internet by Call-Markt aufgrund sinkender Nutzerzahlen immer kleiner wird, versuchen Internet Provider mit immer günstigeren Minutenpreisen Kunden zu gewinnen. Häufig gelten diese Preise dann nur wenige Tage und danach steigt der Minutenpreis schon einmal um den Faktor 500. Denn bei den Billiganbietern ist es offensichtlich üblich geworden, die Preise erst weit unter dem Einkaufspreis anzubieten und danach erheblich anzuheben, erst nach der Billigphase wird das eigentliche Geld verdient. Aber dann mit den Kunden, die die Ankündigung der Preiserhöhung verpasst haben.

Einer dieser Anbieter ist Avivo mit der Marke surf 2 go und unter anderem den Tarifen Neo 1 und Neo 2. Mit dem Tarif Neo 1 konnte an Wochenenden rund um die Uhr für sehr günstige 0,08 Cent pro Minute gesurft werden. In dem Tarif Neo 2 galten hingegen an Werktagen rund um die Uhr dieser günstige Preis. In der davon nicht abgedeckten, übrigen Zeit waren die Tarife mit 9,99 Cent pro Minute so teuer, dass sicher kaum ein Kunde sie freiwillig nutzen würde.

Gestern kündigte der Provider per Pressemitteilung unter anderen Preisänderungen in den beiden genannten Tarifen an. Dabei wurden untereinander einfach die günstigen Zeitfenster gegen die teureren ausgetauscht. Die Preisänderung wurde tatsächlich vollzogen. Die Darstellung auf der Anbieter-Webseite ist jedoch als sehr zweifelhaft zu bezeichnen. Auch das Team des telespiegel sah erst auf den zweiten Blick, dass die Preise entsprechend der Änderungen tatsächlich dargestellt wurden, wenn auch sehr verwirrend. Denn die Zugehörigkeiten der mit einer 1 und einer 2 gekennzeichneten Fußnoten und dem entsprechenden Text wurden einfach nur ausgetauscht. Nachdem die telespiegel-Redaktion dem Anbieter seinen Einwand mitteilte, änderte Avivo heute gegen 13.45 Uhr die Darstellung.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Die aktuellsten telespiegel Nachrichten
Nutzung des Glasfasernetzes – Urteil für Stärkung der Verbraucherrechte

Update

BGH bestätigt 24 Monate Laufzeit bei Glasfaser

Die Vertragslaufzeit darf bei Glasfaseranschlüssen nicht erst ab Freigabe des Anschlusses beginnen. Denn der Ausbau dauert teilweise bis zu einem Jahr. Mit diesem Urteil werden die Verbraucherrechte gestärkt, da Verbraucher nicht länger als zwei Jahre an einen Anbieter gebunden sein dürfen. […]

Digitale Marktplätze für Gamer – So funktionieren Handel und Plattformen

Digitale Marktplätze für Gamer

So funktionieren Handel und Plattformen

Digitale Marktplätze bieten Gamern neue Möglichkeiten, ihre Spielerfahrungen zu erweitern. Diese Plattformen ermöglichen den Kauf und Verkauf von Spielkonten und virtuellen Gütern. Trotz der Vorteile gibt es auch Risiken, die beachtet werden sollten. […]

CCC-Kongress 2025 – Europas digitale Abhängigkeit als Schlüsselfrage

CCC-Kongress 2025

Europas digitale Abhängigkeit als Schlüsselfrage

Der diesjährige 39C3 zeigte speziell, wie kritisch Europas digitale Abhängigkeit ist. Bei der Veranstaltung wurde deutlich, dass digitale Selbstbestimmung, Künstliche Intelligenz und IT-Sicherheit neu gedacht werden müssen. Dafür wurden konkrete Auswege aufgezeigt. […]

Social-Media-Ausstieg – viele Jugendliche wenden sich bewusst ab

Social-Media-Ausstieg

Viele Jugendliche wenden sich bewusst ab

Jugendliche nutzen Social Media kritischer und erkennen die Risiken. Daher wenden sich viele bewusst ab. Einzelne Plattformen wie Instagram oder YouTube sind dennoch weiterhin für junge Menschen von hoher Bedeutung. Das zeigt die aktuelle „Jugend-Digitalstudie 2025“ der Postbank. […]