„Vanilla Ice Cream“ – Android 15: Fokus auf Sicherheit & Datenschutz

„Vanilla Ice Cream“ – Android 15: Fokus auf Sicherheit & Datenschutz

Obwohl mit der Veröffentlichung der neuesten Android-Betriebssystem-Version, die den Codenamen „Vanilla Ice Cream“ trägt, erst im dritten Quartal dieses Jahres gerechnet wird, wurden jetzt einige neue Features auf der zweiten Entwicklungskonferenz in Kalifornien bekannt gegeben. Es zeigt sich, dass die Schwerpunkte beim Android 14-Nachfolger auf Sicherheit und Datenschutz liegen.

Welche neuen Sicherheits-Features bringt Android 15?

Die neuste Version des Betriebssystems von Google bringt mit „Theft protection“ einen umfangreichen Diebstahlschutz auf die Smartphones. Dieser soll sowohl für das Smartphone selbst als auch für die darin gespeicherten Benutzerdaten einen umfangreicheren Schutz bieten. Damit gestohlene Geräte künftig nicht mehr so leicht weiterzuverkaufen sind, gibt es unter anderem eine Neuerung beim Zurücksetzen auf die Werkseinstellungen. „Vanilla Ice Cream“ ermöglicht den Handynutzern, eine Sperre einzurichten, sodass das Zurücksetzen auf die Werkseinstellungen nur noch dann möglich ist, wenn zuvor ein Passwort eingegeben wurde. Hierdurch wird es Kriminellen erschwert, die Daten und Dateien auf den gestohlenen Geräten zu löschen, wodurch ein Weiterverkauf erschwert wird. Ebenfalls neu ist der sogenannte „Private Space“, mit welchem ausgewählte Apps nicht nur verborgen, sondern zusätzlich mit einem PIN-Code geschützt werden können. Werden etwa Banking-Apps dem privaten Bereich hinzugefügt, können die Kriminellen nicht auf die sensiblen Daten zugreifen. Zum Diebstahlschutz unter Android 15 gehört außerdem die Option, die Deaktivierung des Zugriffs auf „Mein Gerät finden“ nur noch nach Authentifizierung mittels PIN, Passwort oder biometrischer Daten vornehmen zu können. Google geht in puncto Schutz vor Diebstahl jedoch sogar noch einen Schritt weiter: Selbst, wenn die Täter an den Code gelangen, ist ein Zugriff auf kritische Einstellungen eine biometrische Authentifizierung notwendig. Zu diesen kritischen Einstellungen zählen zum Beispiel die Deaktivierung von „Theft protection“ oder die Änderung der PIN.

Welche weiteren Funktionen umfasst der Diebstahlschutz?

Die oben genannten Features wird es ausschließlich für Android 15 geben. Google bringt durch entsprechende Service-Updates jedoch auch Schutzfunktionen, die auch für ältere Versionen ab Android 10 kommen sollen. Eine dieser Funktionen ist eine KI-gestützte Displaysperre. Typische Bewegungen, die entstehen, wenn ein Smartphone widerrechtlich entwendet wird, werden automatisch erkannt. Das Smartphone registriert also, wenn es aus der Hand gerissen und anschließend weggefahren oder gerannt wird. Die Sperre, die auf Beschleunigungsmessern basiert, sperrt dann sofort den Bildschirm. Eine automatische Sperre setzt außerdem dann ein, wenn versucht wird, das Handy zu lange vom Internet zu trennen. Es kann auch eingestellt werden, dass das Display bei zu vielen Authentifizierungsversuchen gesperrt wird. Mit dem „Remote Lock“ kommt eine Funktion, die eine Fernverriegelung ermöglicht. Geht das Smartphone verloren oder wurde geklaut, kann der Besitzer sein Handy von einem anderen Gerät aus sperren.

Bietet „Vanilla Ice Cream“ noch weitere Schutzfunktionen?

Ja, denn auch der Schutz vor gefälschtem technischem Support wird unter Android 15 berücksichtigt. Wird der Bildschirm freigegeben, gibt es lediglich Zugriff auf eine spezielle App. Anstatt die gesamte Systemoberfläche freizugeben, kann ausschließlich mit dieser App interagiert werden. Bei Bedarf ist jedoch auch eine vollständige Freigabe möglich. Um die Inhalte und Daten der Android-User noch besser zu schützen, werden entsprechende Inhalte nur dann angezeigt, wenn der Entwickler einer Anwendung auch eine gesonderte „öffentliche Version“ zur Verfügung stellt. „Vanilla Ice Cream“ erkennt zudem Fenster mit „One-time-passwords“. Öffnet der Smartphone-Nutzer ein App-Fenster, bei dem die Eingabe eines Einmalpassworts notwendig ist, wird dieser Inhalt bei einer Freigabe des Displays nicht angezeigt. Um nicht nur vor gefährlichen Angreifern zu schützen, sondern auch zu vermeiden, dass unabsichtlich sensible Daten geteilt werden, verbirgt Android 15 bei der Bildschirmfreigabe automatisch folgende Dinge:

  • Kartendaten
  • Nutzernamen
  • Passwörter

Weitere Neuheiten des Betriebssystems im Überblick:

  • „Enhanced Confirmation Mode“: Bei Installation einer App wird eine Liste mit vertrauenswürdigen Installationsprogrammen abgefragt. Hierfür verwendet Google eine Liste mit sicheren Quellen. Dieser Vorgang läuft automatisch im Hintergrund ab.
  • Warnung vor unsicheren Mobilfunknetzwerken
  • Adaptive Timeout“: Verbesserte Akkulaufzeit
  • Google Pay Protect direkt auf dem Android-Gerät
  • Unterstützung der Satellitenkommunikation: SMS, MMS und RCS
  • „TalkBack“: mehr Barrierefreiheit durch Unterstützung von Braillezeilen, die angeschlossen sind
  • Notification Cooldown“: In Gruppenchats klingelt und vibriert nur die erste Nachricht.

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