
Im abgelaufenen Jahr 2024 meldeten Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland vermehrt Probleme mit unerlaubten Werbeanrufen und Rufnummernmissbrauch. Die Bundesnetzagentur legte ihre aktuellen Zahlen vor und machte deutlich, dass die Bekämpfung dieser Belästigungen weiterhin ein zentrales Anliegen bleibt.
Beschwerden zu unerlaubten Werbeanrufen steigen erneut
Mit 37.561 schriftlichen Beschwerden zu unerlaubten Werbeanrufen verzeichnete die Bundesnetzagentur einen Anstieg um 8 % im Vergleich zum Vorjahr (2023: 34.714). Präsident Klaus Müller äußerte sich besorgt über die Entwicklung: „Nach zuletzt sinkenden Beschwerdezahlen sehen wir nun wieder einen Anstieg. Wir werden weiterhin mit Nachdruck gegen Unternehmen vorgehen, die Verbraucher belästigen.“
Die häufigsten Themen der Werbeanrufe waren:
- Gewinnspiele: Die Beschwerden in diesem Bereich stiegen von 16 % (2023) auf 20 % (2024).
- Bauprodukte: Hier nahm die Zahl der Beschwerden ebenfalls zu (2024: 6.315, 2023: 5.320). Die Nachfrage nach Photovoltaikanlagen bot offenbar unseriösen Anbietern Anlass für unerlaubte Anrufe.
- Energieversorgung: Die Beschwerden in diesem Bereich sanken hingegen auf 14 % (2024: 5.095), was die Bundesnetzagentur auf erfolgreiche Großverfahren gegen rechtswidrige Werbeanrufe im Energiesektor zurückführt.
Die Behörde verhängte in elf Fällen Bußgelder mit einer Gesamthöhe von 1,373 Millionen Euro. Ein exemplarischer Fall betraf ein Unternehmen, das Verbrauchern unter dem Vorwand einer Gesundheitsumfrage teure Nahrungsergänzungsmittel aufdrängte und sie in betrügerische Abonnements verwickelte.
Rufnummernmissbrauch: Mehr als 150.000 Beschwerden
Die Bundesnetzagentur registrierte 2024 insgesamt 154.624 Beschwerden zu Rufnummernmissbrauch – ein Anstieg von 8 % im Vergleich zu 2023 (143.061). Der Schwerpunkt lag erneut auf unerwünschten SMS- und Messenger-Nachrichten, die etwa 60 % aller Beschwerden ausmachten. Betrugsmaschen wie gefälschte Nachrichten von angeblichen Verwandten oder automatische Bandansagen bleiben ein großes Problem.
Maßnahmen der Bundesnetzagentur:
- Rufnummernabschaltungen: Rund 6.500 Rufnummern wurden 2024 abgeschaltet, um missbräuchliche Nutzung zu unterbinden.
- Rechnungsverbote: Für 1.100 Rufnummern wurde das Einfordern unrechtmäßiger Kosten untersagt. Dies betraf unter anderem Betrug durch gehackte Telefonanlagen oder Router.
Wie Verbraucher sich wehren können
Die Bundesnetzagentur appelliert an Verbraucher, unerlaubte Werbeanrufe und Rufnummernmissbrauch zu melden. Präzise Angaben, etwa Zeitpunkt des Anrufs und die genutzte Rufnummer, sind entscheidend für die Ermittlungen. Beschwerden können online eingereicht werden:
- Unerlaubte Werbeanrufe: www.bundesnetzagentur.de/telefonwerbung-beschwerde
- Rufnummernmissbrauch: www.bundesnetzagentur.de/aergermitrufnummern
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