Handytarife weltweit verglichen – Deutschland in der Spitzengruppe

Handytarife weltweit verglichen – Deutschland in der Spitzengruppe

Mobilfunkkundinnen und -kunden in Deutschland profitieren von vergleichsweise günstigen Preisen – vor allem bei Tarifen mit niedrigem und mittlerem Datenvolumen. Das ist das zentrale Ergebnis einer aktuellen internationalen Vergleichsstudie des Marktforschungsunternehmens Tarifica im Auftrag des Bitkom. Untersucht wurden Mobilfunktarife in zwölf Industrienationen, darunter Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Finnland, die Schweiz sowie die USA, Japan und Südkorea.

Demnach bietet Deutschland eine besonders große Auswahl an bezahlbaren Einstiegstarifen. „Gerade bei niedrigen und mittleren Datenvolumen liegt Deutschland im internationalen Vergleich vorn und gehört zu den preisgünstigsten Märkten“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder.

Preisvergleich Handyvertrag

Tarife ab 5,24 Euro pro Monat

Besonders auffällig ist die Position Deutschlands bei kleinen Nutzungsprofilen. Für sogenannte XS-Tarife mit mindestens sieben Gigabyte Datenvolumen liegt der günstigste Preis bei 5,24 Euro pro Monat – das reicht international für Platz drei. Beim nächsthöheren Profil S mit mindestens 20 Gigabyte beginnt der günstigste Tarif sogar schon bei 6,12 Euro, was Platz zwei im Vergleich bedeutet.

Auch die durchschnittlichen Preise bleiben moderat: Rund 15 Euro pro Monat kostet ein typischer S-Tarif. Damit gehört Deutschland bei günstigen Einstiegstarifen zur internationalen Spitzengruppe. In Ländern wie Finnland, der Schweiz oder den USA sind vergleichbare Angebote deutlich teurer oder teilweise gar nicht verfügbar. In einigen Märkten, etwa Frankreich oder Italien, müssen Verbraucherinnen und Verbraucher häufig größere Pakete buchen, selbst wenn sie nur wenig Daten benötigen.

Mittlere Nutzung: Deutschland im soliden Mittelfeld

Bei intensiverer Nutzung mit rund 50 Gigabyte Datenvolumen pro Monat (Profil M) liegt Deutschland preislich im Mittelfeld. Der günstigste Tarif kostet hierzulande 8,74 Euro, der Medianpreis rund 21 Euro pro Monat. Damit ist Deutschland günstiger als Vergleichsmärkte wie die USA, Japan oder Südkorea, aber nicht so preiswert wie die südeuropäischen Spitzenreiter.

Hohe Geschwindigkeiten ohne Aufpreis

Ein weiterer Vorteil des deutschen Marktes zeigt sich bei großen Datentarifen. Für hohe und sehr hohe Nutzungsprofile (100 Gigabyte pro Monat) gibt es in Deutschland keinen Preisunterschied zwischen begrenzter und maximaler Geschwindigkeit. Hohe Übertragungsraten sind ohne Aufpreis enthalten – eine Besonderheit im internationalen Vergleich.

Der günstigste Tarif liegt hier bei 18,66 Euro pro Monat, der Medianpreis bei rund 24,60 Euro. Während Italien vergleichbare Angebote schon für unter zehn Euro anbietet, zählen die USA mit bis zu 95 Euro pro Monat für große Tarife zu den teuersten Märkten.

Netzausbau als Schlüssel für stabile Preise

Damit Mobilfunkpreise auch künftig bezahlbar bleiben, sieht Bitkom vor allem politischen Handlungsbedarf. Bürokratische Hürden müssten weiter abgebaut, Genehmigungsverfahren für Mobilfunkmasten beschleunigt und vollständig digitalisiert werden. Zudem fordert der Verband einen stärker harmonisierten europäischen Telekommunikationsmarkt.

„Ein wettbewerbsfähiger Telekommunikationsmarkt ist eine Grundvoraussetzung für leistungsfähige Netze und einen starken Digitalstandort Deutschland“, betont Rohleder.

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