
Der 34-jährige Deutsch-Libanese ist kein unbeschriebenes Blatt. Bei seiner Festnahme lag bereits ein anderer Haftbefehl über eine siebenmonatige Freiheitsstrafe vor. Die Ermittlungen bezüglich seiner neusten Vergehen dauern derzeit an. Er wurde in flagranti ertappt und gestand die ihm vorgeworfenen Straftaten.
An insgesamt mindestens 134 Tatorten in Münster und Umgebung hatte er sich Zugang zu den Kellerräumen von Mehrfamilienhäusern verschafft. Dort schloss er an die APL, den Hausverteiler für die Telefonleitungen (Abschlusspunkt Linientechnik), ein von ihm mitgebrachtes Gerät an und wählte eine sogenannte Mehrwertrufnummer.
Diese Rufnummer werde insbesondere zur schnellen Aufbuchung von Spielgeld für das Internet benutzt, erklärt ein Experte des zuständigen Kriminalkommissariats. Es werden dadurch Kleinstbeträge auf ein Onlinekonto gebucht. Nach einer bestimmten Anzahl von Anrufen, also dem Erreichen einer bestimmten Summe, bekomme der Anrufer einen Code angesagt, mit dem er das Geld online abrufen könne.
Den Inhabern der Telefonanschlüsse verursachte der Täter dadurch Kosten von 84 Cent pro Anruf. Ihnen wurden die Verbindungsentgelte mit der monatlichen Telefonrechnung berechnet. Wieviel Geld der Täter auf diese Weise insgesamt ergaunerte, teilte die Polizei Münster und Coesfeld nicht mit. Sie waren dem Mann durch eine verdeckte Maßnahme auf die Spur gekommen.
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