
Das soziale Netzwerk Facebook treibt zunehmend in rauhe Gewässer. Ständige Kritik an den Datenschutzregelungen und dem Umgang mit seinen Nutzern, der miserable Börsenstart im Februar diesen Jahres und auch der Vorwurf, Klicks auf Werbung in Facebook seien zum großen Teil Bots (Computerprogrammen) zuzuschreiben, kratzen an dem Image des Unternehmens von Mark Zuckerberg. Facebook verbuchte im letzten Quartal 157 Millionen Dollar Verlust. Der Wert der Aktie sank zum gestrigen Börsenschluss auf einen neuen Tiefstand. Facebook musste nun außerdem zugeben, dass etwa 83 Millionen bei Facebook angelegte Accounts für das Unternehmen wertlos sind. Es handelt sich dabei um sogenannte Fake-Accounts, also Benutzerkonten, die zu keiner realen Person gehören. Von den betroffenen 8,7 Prozent der Nutzerprofile sind mehr als die Hälfte (4,8 Prozent) Duplikate anderer Accounts. Ein weiter Teil (2,4 Prozent) sind falsch klassifizierte Accounts, also für Unternehmen oder Haustiere eingerichtete Nutzerkonten. Der Rest sind Accounts, über die zum Beispiel Spam versendet wird und mit denen deshalb gegen die Nutzungsbedingungen von Facebook verstoßen wird. Noch im März war Facebook von sechs Prozent Fake-Accounts in seinem Netzwerk ausgegangen.
Die Zahlen gehen aus dem ersten Quartalsbericht nach dem Börsenstart des Unternehmens hervor. Der Bericht informiert auch darüber, dass 543 Millionen der 955 Millionen aktiven Nutzer das Netzwerk mindestens ein Mal monatlich mit mobilen Endgeräten besuchen, 102 Millionen Nutzer sogar ausschließlich über das mobile Internet. Zwar ist ein Teil dieser Nutzerzahl vermutlich der automatischen Kontaktaufnahme der Apps auf den mobilen Endgeräten zuzuschreiben, dennoch ist Facebook mit den steigenden Zahlen der mobilen Nutzung nicht zufrieden. Noch hat das Unternehmen nämlich keinen Weg gefunden, über die mobile Nutzung genauso viel Umsätze mit Werbung zu generieren, wie dies über den herkömmlichen Nutzungsweg möglich ist und das bedeutet angesichts steigender Zahlen der Verwendung des mobilen Internets auch sinkende Umsätze für Facebook.
Weitere Informationen
Facebook ändert Nutzungsbedingungen – Kritik von Datenschützern und Nutzern (23.03.2012)
Facebook – Keine Städtenamen im sozialen Netzwerk erlaubt (24.05.2012)
Hinterlasse jetzt einen Kommentar