Facebook ändert Nutzungsbedingungen – Kritik von Datenschützern und Nutzern

Nutzer muessen Facebooks Änderungen automatisch zustimmen

Das soziale Netzwerk Facebook ist nicht nur in Deutschland sehr erfolgreich. Es hat hierzulande rund 22 Millionen Mitglieder, weltweit sind es etwa 845 Millionen Nutzer. Nicht allen wird die „Aktualisierung der Erklärung der Rechte und Pflichten„ aufgefallen sein, die Facebook am 15. März veröffentlichte. Die Facebook-Mitglieder hatten Gelegenheit, sie zu kommentieren. Nun ist sie trotz der Proteste und ohne eine Reaktion auf die Kritik seitens des Unternehmens in Kraft getreten. In der geänderten Fassung der Nutzungsbedingungen formuliert Facebook beispielsweise deutlicher, dass Daten, die Nutzer für Freunde freigegeben haben, auch von deren Apps und dadurch für Drittanbieter freigegeben sind. Auch behält sich Facebook vor, die Software automatisch zu aktualisieren, ohne den Nutzer über die Art der Änderungen zu informieren.

Doch viel mehr als dieser ohnehin seit langer Zeit strittige Umgang mit den Nutzerdaten durch Facebook, stößt deutschen Datenschützern die Tatsache auf, dass der Nutzer den Änderungen nicht explizit zustimmen muss. Bei Facebook heißt es nämlich: „Deine weitere Nutzung von Facebook nach Änderungen an unseren Bedingungen bedeutet gleichzeitig dein Akzeptieren unserer geänderten Bedingungen.“ Mitglieder, die sich seit gestern Nachmittag bei Facebook eingeloggt haben, haben demnach die Änderungen automatisch akzeptiert, eventuell auch ohne davon zu wissen.

Dass die meisten Facebook-Nutzer nicht informiert sind, ist wahrscheinlich. Um von Neuerungen zu erfahren, muss der Nutzer die Facebook Site Governance abonniert haben, also zuvor auf dieser Seite auf den Gefällt-mir-Button geklickt haben. Nur so werden Nutzer von dem Unternehmen auf neue Meldung von Facebook aufmerksam gemacht. Andernfalls haben sie keine Chance von Facebook zu erfahren, wofür sie automatisch ihr Einverständnis geben. Die Möglichkeit, die Änderungen abzulehnen, haben sie ohnehin nicht. Es sei denn, sie löschen ihren Account.

Update vom 30.04.2012

Wenn bei Facebook zu einer Änderung mehr als 7000 Nutzer einen Kommentar hinterlassen und sich davon mehr als 30 Prozent gegen die neuen Richtlinien aussprechen, wird über Alternativen abgestimmt, heißt es in den Bestimmungen von Facebook. Gegen die geänderten Nutzungsbedingungen hatten sich Tausende gewendet und zwangen Facebook damit, seine Änderungen zu überarbeiten.
Aber auch die geänderte Fassung, die vor einigen Tagen vorgestellt wurde, trifft nicht auf Zustimmung. Bisher haben rund 13.500 Facebook-Nutzer dazu einen Kommentar hinterlassen und nur 200 Nutzer äußerten mit „Gefällt mir” ihre Zustimmung.

Update vom 05.06.2012

Erneut sorgt Facebook für erhitzte Gemüter. Das soziale Netzwerk hat Änderungen veröffentlicht. Über die neuen Nutzungsbedingungen und Datenschutzrichtlinien sollen die Nutzer abstimmen. Jedoch müssten sich mindestens 30 Prozent der angemeldeten User daran beteiligen, und das innerhalb weniger Tage. Kritiker halten die Abstimmungsmöglichkeit für ungenügend.

Update vom 12.06.2012

Nur etwa 0,04 Prozent der Nutzer haben sich an der Abstimmung, die in der 23. Kalenderwoche 2012 durchgeführt wurde, beteiligt.

Update vom 22.11.2012

Facebook plant Änderung – Keine Nutzerabstimmungen über Regeländerungen mehr

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