Tod eines populären Mediaplayers – Winamp wird eingestellt

Tod eines populären Mediaplayers - Winamp wird eingestellt

Eines der bekanntesten Computer-Programme wird in wenigen Tagen nicht mehr verfügbar sein. Nach mehr als 15 Jahren stellt AOL die Entwicklung des Mediaplayers Winamp ein und bietet das Programm nicht mehr zum Download an. Damit geht eine Ära zu Ende. An Alternativen mangelt es aber nicht. Der Gründer von Nullsoft, Justin Frankel, programmierte Winamp und veröffentlichte die Software im Jahr 1997 als Shareware. Sie musste nach 14-tätiger Testphase kostenpflichtig registriert werden. Es war die Anfangszeit der MP3. Winamp wurde der meistgenutzte Mediaplayer unter Windows. Aus dieser Zeit ist auch der Jingle „It really whips the llama’s ass!“ bekannt, der als Audio-Datei bei der Installation mitgeliefert wurde. Im Jahr 1999 kaufte AOL die Software-Schmiede Nullsoft und übernahm Winamp. Kurz darauf wurde das Programm zu Freeware und ist seitdem kostenlos nutzbar. Eine kostenpflichtige Pro-Version bietet zusätzliche Funktionen.

Anfang des Jahres 2004 verließ der Entwickler Justin Frankel das Unternehmen. Der Audioplayer wurde danach zwar noch weiterentwickelt, jedoch blieben große Entwicklungssprünge aus. Es wurden einige Verbesserungen vorgenommen und neue Funktionen hinzugefügt, die Verknüpfungen mit Webdiensten ermöglichten. Relativ spät, erst im Jahr 2011 wurde eine Beta-Version für Mac OS angeboten und auch eine Version für Android veröffentlicht.

In den letzten Jahren wurde Winamp von einigen anderen Audioplayern überholt. Einige der beliebtesten sind sicherlich foobar2000, VLC Media Player, AIMP und der Windows Media Player. Die immernoch rund eine Millionen Winamp-Nutzer können sich nach einer solchen Alternative umsehen oder sich noch bis zum 20. Dezember die neuste Version 5.66 aus der Original-Quelle herunterladen und dann weiterhin verwenden. Danach, so ist es auf der Winamp-Webseite zu lesen, werden Winamp.com und die zugehörigen Web-Dienste, wie auch der Winamp Mediaplayer-Download, nicht mehr zur Verfügung stehen.

Jene, die sich damit nicht abfinden wollen, können sich einer Petition auf Change.org anschließen. Die Unterzeichner richten eine Forderung an AOL: Wenn AOL die Software nicht am Leben erhalten will, soll sie den Quellcode (Source Code) herausgeben, damit die Nutzer das Programm selber weiterentwickeln können.

Update vom 14.01.2014

Radionomy übernimmt den Streaming-Dienst Shoutcast und den Musik-Player WinAmp. WinAmp wird weiterentwickelt, kündigte das Unternehmen an.

Weitere Informationen

Internetradio – Musik aus dem Internet
Cloud Computing – Datendienste im Internet

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Die aktuellsten telespiegel Nachrichten
Digitale Steuerbescheide ab 2026 – Papier nur auf Wunsch

Digitale Steuerbescheide ab 2026

Papier nur auf Wunsch

Ab 2026 werden Steuerbescheide in Deutschland in der Regel nur noch digital bereitgestellt. Papier gibt es nur auf Wunsch. Was bedeutet das für Bürgerinnen, Bürger und Kanzleien? Hier erfährst du verständlich, was sich ändert – und wie du dich vorbereitest. […]

Scheinbarer App-Zwang – congstar wegen Irreführung verurteilt

Scheinbarer App-Zwang 

 congstar wegen Irreführung verurteilt

Die Telekom-Tochter congstar behauptete, ihr Online-Kundencenter werde 2025 abgeschaltet – und drängte damit Kunden zum App-Download. Doch das stimmte gar nicht. Ein Gerichtsurteil deckt nun auf, wie weit der vermeintliche App-Zwang wirklich ging. […]

Urteil – Sperrung von Social-Media-Kanälen eines Influencers

Urteil 

 Sperrung von Social-Media-Kanälen eines Influencers

Das Oberlandesgericht Bamberg hat in seinem Urteil entschieden, dass die Sperrung mehrerer Social-Media-Kanäle eines Influencers durch eine Plattformbetreiberin nicht ohne Weiteres zulässig ist. Insbesondere stellte das Gericht fest, dass die bloße Weiternutzung eines weiteren Kanals keine automatisierte Umgehung der Sperrmaßnahme darstellt. […]

United Internet & 1&1 - Marken, Produkte und Hintergründe zum Versatel-Verkauf

United Internet & 1&1

Marken, Produkte und Hintergründe zum Versatel-Verkauf

United Internet bündelt seine Telekommunikationsaktivitäten und verkauft die Netztochter 1&1 Versatel konzernintern an die 1&1 AG. Für Endkunden bleiben die bekannten Marken wie 1&1, IONOS, GMX oder WEB.DE bestehen. Der Artikel erklärt verständlich, welche Produkte die Unternehmen anbieten und was der mögliche Verkauf der Domain-Handelsplattform Sedo bedeutet. […]

Kritische Chrome-Lücke – Google veröffentlicht Notfall-Update

Kritische Chrome-Lücke

Google veröffentlicht Notfall-Update

Eine Chrome-Schwachstelle wurde aktiv von Cyberkriminellen ausgenutzt. Google hat mittlerweile ein Notfall-Update bereitgestellt, das dringend installiert werden sollte. Chrome-Nutzer müssen ihren Browser neu starten, um das Update zu aktivieren. […]