Immmr – Telekom mit App für Cloudnutzung der SIM

immmr-telekom

Die Telekom plant einen Versuch, den Kunden Dienste der Cloudtelefonie schmackhaft zu machen. Das Angebot wird den doppelt unverständlichen Namen Immmr tragen. Immmr ist eine App unter dem Motto eine Nummer für alle Gelegenheiten. Viele Einzelheiten hat die Telekom auf ihrer Präsentation in Barcelona im Rahmen des Mobile World Congress nicht bekannt gegeben. Allerdings lässt sich Immmr als eine Art Messenger für IP-Telefonie in der Cloud beschreiben. Die App soll in der zweiten Jahreshälfte veröffentlicht werden. Unterstützte Plattformen sind zunächst Android und iOS. Der Dienst selbst startet im Sommer dann zunächst im Tschechien und Ungarn.

Was kann Immmr?

Konkret soll Immmr vor allem den Zugriff auf die eigene Telekom-SIM-Karte über eine Cloudsteuerung ermöglichen. Das ist eine spannende Funktion, denn sie erlaubt es grundsätzlich, mit jedem beliebigen Endgerät auf die SIM-Karte und damit den Mobilfunktarif der Telekom zuzugreifen. Die Nummern müssen dafür jedoch offensichtlich registriert werden.

Ein Beispiel ist das Telefonieren aus dem Ausland mit dem Inlandstarif der eigenen SIM zu Hause oder das Telefonieren mit einem Zweithandy über die Immmr-App. Dabei greift das gewählte Endgerät über eine Cloud auf die SIM-Karte des Nutzers zu. Telefonate zwischen Immmr-Nutzern sollen im Rahmen der gewählten Tarife kostenlos sein.

Die Cloudfunktion bietet jedoch noch mehr. Neben einer einfachen Synchronisation von Adressbüchern auf mehreren Geräten, Videotelefonie und Chats ist es der webbasierten Zugriff auf Nachrichten und Anrufe(listen). Auf diese Weise lassen sich auch Anrufe tätigen. Offensichtlich können die Nutzer einfach in der App per Browser ihre Rufnummer anklicken und schon läuft der Anruf über die SIM-Karte. Der Dienst ist damit nach Aussagen der Telekom die weltweit erste Verknüpfung von Mobilfunk und Cloud dieser Art – sozusagen in Tradition der Webmail ein Web-Mobilfunk.

Kann Immmr als Angebot funktionieren?

Immmr ist eine Konkurrenz zu WhatsApp und setzt damit bei einigen Funktionen auf dem Telekom-Messenger Joyn auf. Allerdings geht der Dienst deutlich weiter. Die Möglichkeit, aus der Ferne mit einem beliebigen Tablet oder Smartphone auf die eigene SIM-Karte zuzugreifen, eröffnet viele neue Möglichkeiten. Die Frage bleibt dennoch: Wie sicher sind die Daten in der Cloud? Wie leicht ist das Handling der App? Was wird Immmr im Betrieb kosten? Diese Details müssen noch geklärt werden, denn bei der Presseveranstaltung konnte das Unternehmen wenig Handfestes zeigen.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Die aktuellsten telespiegel Nachrichten
Nutzung des Glasfasernetzes – Urteil für Stärkung der Verbraucherrechte

Update

BGH bestätigt 24 Monate Laufzeit bei Glasfaser

Die Vertragslaufzeit darf bei Glasfaseranschlüssen nicht erst ab Freigabe des Anschlusses beginnen. Denn der Ausbau dauert teilweise bis zu einem Jahr. Mit diesem Urteil werden die Verbraucherrechte gestärkt, da Verbraucher nicht länger als zwei Jahre an einen Anbieter gebunden sein dürfen. […]

Digitale Marktplätze für Gamer – So funktionieren Handel und Plattformen

Digitale Marktplätze für Gamer

So funktionieren Handel und Plattformen

Digitale Marktplätze bieten Gamern neue Möglichkeiten, ihre Spielerfahrungen zu erweitern. Diese Plattformen ermöglichen den Kauf und Verkauf von Spielkonten und virtuellen Gütern. Trotz der Vorteile gibt es auch Risiken, die beachtet werden sollten. […]

CCC-Kongress 2025 – Europas digitale Abhängigkeit als Schlüsselfrage

CCC-Kongress 2025

Europas digitale Abhängigkeit als Schlüsselfrage

Der diesjährige 39C3 zeigte speziell, wie kritisch Europas digitale Abhängigkeit ist. Bei der Veranstaltung wurde deutlich, dass digitale Selbstbestimmung, Künstliche Intelligenz und IT-Sicherheit neu gedacht werden müssen. Dafür wurden konkrete Auswege aufgezeigt. […]

Social-Media-Ausstieg – viele Jugendliche wenden sich bewusst ab

Social-Media-Ausstieg

Viele Jugendliche wenden sich bewusst ab

Jugendliche nutzen Social Media kritischer und erkennen die Risiken. Daher wenden sich viele bewusst ab. Einzelne Plattformen wie Instagram oder YouTube sind dennoch weiterhin für junge Menschen von hoher Bedeutung. Das zeigt die aktuelle „Jugend-Digitalstudie 2025“ der Postbank. […]