Blackberry Priv – Android-Smartphone mit Tastatur

Blackberry Priv Android-Smartphone Tastatur

Die unwichtigste Nachricht vorweg: Das neue Blackberry Priv hat eine hervorragende Gesprächsqualität. Aber darum geht es bei modernen Smartphones kaum noch. Dennoch ist die Markteinführung des Blackberry Priv ein Meilenstein in der Geschichte des zuletzt wirtschaftlich arg gebeutelten Unternehmens. Mit dem neuen Gerät verlässt der Konzern seine abgeschotteten Wege und setzt erstmals auf ein Android-Smartphone, das den Spagat zwischen Komfort und Sicherheit schaffen soll. Angesiedelt ist es mit 779 Euro in der Oberklasse. Die Erwartungen sind daher groß. Blackberry kann sie nur zum Teil erfüllen.

Priv: Starke Technik mit Tastatur

Blackberry bietet mit dem Priv das derzeit einzige Smartphone mit ausfahrbarer Tastatur. Das ist so sinnvoll wie dennoch gewöhnungsbedürftig und wird bei zu dicken Fingern zu einer Geschicklichkeitsübung. Daher ist es erfreulich, dass Blackberry dem Priv nicht nur eine gute Texterkennung und -vervollständigung spendiert hat, sondern die Tastatur zusätzlich wie ein Touchscreen funktioniert. Das klingt merkwürdig, ist ein der Praxis aber ein dickes Plus.

Trotz der Tastatur ist das Smartphone nur 9,1 Millimeter hoch. Der Klotz wiegt aber immerhin über 190 Gramm, was schon recht schwer ist. Das Kohlefaser-Gehäuse wirkt stabil und das Display ist etwas abgerundet. Dieses überzeugt völlig. Mit 5,4 Zoll und einer Auflösung von 2.560 x 1.440 Bildpunkten bei starker Helligkeit spielt das Blackberry-Smartphone in der Oberklasse mit. Das setzt sich auch bei der recht guten 32-Megapixe-Kamera fort, die gegenüber der schwachen Frontkamera ein klares Plus ist. Ebenfalls gefällt der ordentliche Prozessor, mehr noch aber überzeugt der mit 3 GB ausgestattete RAM sowie der auf bis zu 2 TB aufrüstbare interne Speicher mit 32 GB. Der Akku mit 3.410 mAh sorgt für eine Betriebszeit von ca. 1,5 Tagen. Blackberry hat hier leider verpasst, die Konkurrenz hinter sich zu lassen.

Kritik am Blackberry Priv

Die Technik katapultiert das Priv zurecht in die Oberklasse. Allerdings kann Blackberry mit diesem Smartphone nur bestehen, wenn es Android und Sicherheit unter einen Hut bringt. Das gelingt nur bedingt. Zwar ist Android for Works bei der 5.1 Version von Googles OS bereits von Blackberry integriert, sodass das Betriebssystem sicherer als ein normales Android ist. Auch die eigenen bekannten Apps wie Blackberry Hub oder die Sicherheits-App DTEK sind mit an Bord und sichern die Daten zusätzlich ab. Allerdings ist der Kompromiss mit dem offenen Betriebssystem dennoch mit einer Abschwächung der bekannten Sicherheitsstandards der eigenen Blackberry-Insellösung erkauft. Immerhin sind aber alle Daten verschlüsselt.

Insgesamt bleibt bei Technik noch einige Luft, bei Sicherheit noch etwas Luft nach oben. Der Kritik muss sich Blackberry also auf höchstem Niveau stellen. Mit dem Priv ist Android nun relativ sicher und für Unternehmen nutzbar – mit Zugang zu Google Play. Der ganz große Entwicklungssprung ist es jedoch nicht. Dazu fällt das Gesamtpaket im Vergleich zur Konkurrenz in der Premiumklasse etwas ab. Tastatur und Sicherheit sind aber derzeit wichtige Alleinstellungsmerkmale.

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