ProtectMii – Notruf-App informiert im Notfall über Standort

ProtectMii - Notruf-App

Es gibt einige Anwendungsbereiche für die noch recht neue Smartphone-App ProtectMii. Mögliche Szenarien sind der Heimweg im Dunkeln, das Joggen im Park, der Schulweg der Kinder, der Notfall eines Pflegebedürftigen. ProtectMii soll im Notfall beispielsweise die Nachbarn oder die Angehörigen informieren und sie zu dem Hilfebedürftigen navigieren.

Notfall-App für Android und iPhone

ProtectMii gibt es für das Android-Smartphone und für iPhones von Apple. Nach dem Download und der Installation gibt der Nutzer seine Telefonnummer an, an die ein Bestätigungslink gesendet wird. Nach dessen Eingabe kann er bis zu fünf sogenannte „Beschützer“ bestimmen, also Menschen, die im Notfall alarmiert werden sollen.

Drei unterschiedliche Alarm-Modi

Es sind drei unterschiedliche Aktivierungsmethoden des Alarms verfügbar, die zuvor von dem Nutzer festgelegt werden. Entweder wird er aktiviert, wenn das Kopfhörerkabel herausgezogen wird, ähnlich wie bei Schrillalarm-Geräten, bei denen der Alarm durch herausziehen eines Stifts ausgelöst wird (Fallschirm-Modus). Alternativ löst der Nutzer den Alarm durch zweimaliges Tippen auf den Bildschirm (Touch-Modus) oder dadurch aus, dass der Bluetooth-Kopfhörer aus dem Ohr genommen wird (Bluetooth-Modus). Letzteres funktioniert nur mit dem iPhone.

ProtectMii alarmiert „Beschützer“ und Passanten

Wird der Alarm ausgelöst, erhalten die zuvor festgelegten „Beschützer“ eine automatische Benachrichtigung und können sich zu dem Standort des Betroffenen navigieren lassen. Außerdem schrillt ein Alarmton aus dem Smartphone, um Passanten darauf aufmerksam zu machen, dass jemand in Not ist. Handelt es sich jedoch um einen Fehlalarm, kann der innerhalb von 10 Sekunden nach Aktivierung durch Eingabe eines zuvor selbstgewählten Passworts deaktiviert werden. Die „Beschützer“ erhalten dann keine Meldung und es wird kein akustisches Signal ausgelöst. Wird nach dem gültigen Auslösen des Alarms das Smartphone des Nutzers zerstört, bekommen die „Beschützer“ dennoch die Informationen über Namen, Standort, Zeitpunkt und Akkustand im Moment des Auslösens.

Nur die nötigsten Daten

Die App benötigt einige Berechtigungen, nämlich insbesondere den Zugriff auf die Kontakte, den Standort und die Verbindungsfunktionen des Telefons. Ohne diese Berechtigungen könnte der Service nicht funktionieren. Die Standortdaten werden aber nicht ständig ermittelt und übertragen, sondern erst, wenn ein Alarm aktiviert wird. Zudem erfolgt der Datenverkehr und die Speicherung im Notfall auf deutschen Servern und es werden keine Daten an Dritte weitergegeben, versprechen die Entwickler. Ohnehin ist die App nicht ständig aktiv, sondern kann zuvor von dem Nutzer explizit aktiviert werden, beispielsweise wenn er (oder sie) die Wohnung verlässt, um joggen zu gehen.

Für knapp einen Euro pro Monat

Damit die Übermittlung an die „Beschützer funktionieren kann, müssen diese ebenfalls ProtectMii auf ihrem Smartphone installiert haben. Für die „Beschützer“ ist die Nutzung kostenlos. Für den Nutzer, der sich schützen lassen möchte, kostet der Service in Deutschland wahlweise 1,19 € pro Monat oder 11,99 € im Jahr. Die App gibt es bereits in acht Sprachen und 144 Ländern.

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