5G-Telefonie – Vodafone schaltet als erster Anbieter neue Technik frei

5G-Telefonie – Vodafone schaltet als erster Anbieter neue Technik frei

Als erster Netzbetreiber in Deutschland hat Vodafone jetzt die 5G-Telefonie für einige seiner Kunden freigeschaltet. Die neue VoNR-Technik („Voice over New Radio“), bringt einige Vorteile mit sich. Bisher ist die Sprachtelefonie über das 5G-Netz nur in einem begrenzten Rahmen freigeschaltet – in den nächsten Monaten soll die Funktion ausgeweitet werden.

Was steckt hinter der neuen 5G-Telefonie?

Bisher war es in Deutschland nur möglich, Datenservices über das 5G-Netz zu nutzen. Hierzu zählen die Videotelefonie, die Nutzung von sozialen Medien sowie das Surfen im Internet. Für die normale Sprachtelefonie hingegen wurde bislang auch bei Smartphones, die mit dem neuen Netz verbunden sind, auf die Mobilfunkstandarte 2G (GSM-Netz) oder 4G (LTE-Netz) zurückgegriffen. Für einige Vodafone-Kunden entfällt nun dieser Rückgriff auf eine der älteren Netzgenerationen. Die Sprachsignale werden während des Telefonierens in Datenpakete verwandelt und direkt über das 5G-Netz übertragen. Die jetzt freigeschaltete Funktion ist die Telefonie über die reine 5G-Technik, die auch als 5G-Standalone, kurz 5G-SA, bezeichnet wird. Es handelt sich nicht um eine Hybridtechnologie, bei welche noch auf 4G-Komponenten zurückgegriffen wird.

Welche Vorteile bietet das VoNR-Telefonieren?

Die 5G-Telefonie bietet eine deutlich erhöhte Sprachqualität. Der Grund hierfür sind die moderneren Audio-Codecs. Dabei handelt es sich um Komprimierungs- und Berechnungsverfahren. Dies sorgt gleichzeitig für einen schnelleren Verbindungsaufbau, der für die Nutzer deutlich merkbar ist. Dank der 5G-Telefonie ist es auch in großen Menschenmengen wie beispielsweise auf Konzerten oder in Großstädten möglich, eine gute Verbindung bei der Sprachtelefonie aufzubauen. Vodafone gibt zudem an, dass die Akkuleistung des Smartphones durch VoNR-Telefonie geschont wird, da die Energieeffizienz in dem neuen Netz höher ist. Grundsätzlich ist die 5G-Telefonie eine Win-win-Situation. Denn nicht nur die User profitieren, sondern auch die Netzbetreiber. Dadurch, dass die Anrufe im gleichen Netz bleiben und nicht etwa auf das LTE-Netz umgeleitet werden, entsteht ein geringerer Aufwand für Routing und Steuerung. Dies ermöglicht eine einfachere Netzkonfiguration, wodurch wiederum weniger Energie verbraucht wird.

Wer kann die 5G-Telefonie schon nutzen?

Aktuell können ausschließlich Vodafone-Kunden, die eines der neuen Samsung S23-Modelle nutzen, über das 5G-Netz telefonieren. Hierzu zählen die Modelle S23, S23+ und S23 Ultra. Zudem sind die Sprachanrufe über die neue Technik bislang lediglich an rund 300 Funkstandorten in Frankfurt, Leipzig und Düsseldorf möglich. Als letzte Voraussetzung muss im Mobilfunkvertrag die Option „5G+“ aktiviert sein. Vodafone gibt jedoch an, dass die Funktion in den nächsten Monaten ausgeweitet wird, sodass noch mehr Kunden die 5G-Telefonie nutzen können. Hierfür werden nicht nur die Standorte ausgeweitet, sondern auch die Auswahl an Smartphones, die die neue VoNR-Technik nutzen können. Die Grundlage dafür ist der neue Chip „Snapdragon 8 Gen 2 for Galaxy“, der in den Samsung S23-Modellen verbaut ist.

Was ist mit den anderen Netzbetreibern?

Telefónica und Telekom wiesen bislang darauf hin, dass es sich bei der Voice over New Radio-Telefonie noch nicht um einen Anwendungsfall für Privatkunden handle. Da jetzt Vodafone den ersten Schritt gemacht hat und das Netz für Privatkunden freigeschaltet hat, ist davon auszugehen, dass sich die anderen beiden Netzbetreiber auch nicht mehr allzu lang Zeit lassen werden, um das Netz für ihre Kunden zu öffnen. Immerhin haben beide Betreiber die notwendige Technik nach eigenen Angaben bereits in ihren Netzen implementiert.

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