„Wero“ gestartet – Das steckt hinter dem neuen europäischen Bezahlsystem

„Wero“ gestartet – das steckt hinter dem neuen europäischen Bezahlsystem

Seit gestern gibt es eine europäische Alternative zu PayPal, Visa und Co.: das Bezahlsystem Wero. Ab sofort können Nutzer innerhalb Europas mobile Zahlungen von einem Handy auf ein anderes vornehmen – und das ganz ohne IBAN.

Was steckt hinter dem Bezahlsystem?

Bei Wero handelt es sich um ein System der European Payments Initiative, kurz EPI. Die EPI ist ein Gemeinschaftsunternehmen, das aus insgesamt 14 Banken sowie zwei Zahlungsfirmen besteht. Um den Einfluss von PayPal, Mastercard und Visa sowie den Vormarsch der Bezahlsysteme von den Tech-Riesen wie Apple oder Google zu stoppen, wurde jetzt ein europäisches System entwickelt, das ebenfalls eine simple Smartphone-Bezahllösung bietet.

„Wero wird die Abhängigkeit nachhaltig und langfristig beenden, indem es hier eine europäische Alternative bietet und damit auch die Wertschöpfung im Bereich Zahlungsverkehr innerhalb Europas erhält“, erläutert der Aufsichtsratsvorsitzende von EPI, Joachim Schmalzl.

Denn sobald es sich um eine grenzüberschreitende Transaktion handelt, sind selbst nationale Verfahren wie hierzulande die Girocard bis heute auf Anbieter außerhalb der EU angewiesen.

Wie funktioniert Wero?

Um Wero nutzen zu können, genügt die jeweilige Banking-App der teilnehmenden Banken – eine separate App ist nicht notwendig. Bislang kann das europäische Bezahlsystem von Kunden der Volks- und Raiffeisenbanken sowie der Sparkasse genutzt werden. Wer Geld so überweisen will, benötigt hierfür nicht die IBAN des Empfängers, sondern lediglich eine E-Mail-Adresse oder eine Mobiltelefonnummer. Dank Echtzeitüberweisungen befindet sich das Geld dann innerhalb von zehn Sekunden auf dem Empfängerkonto. Aktuell liegt die Obergrenze bei Überweisungen in Echtzeit bei 100 000 Euro. Wero ermöglicht es Privatkunden ganz einfach rund um die Uhr – ohne jegliche Bindung an Buchungszeiten – Bezahlungen von einem Handy zu einem anderen Handy innerhalb Europas vorzunehmen.

„Wero wird die europäische Souveränität im Zahlungsverkehr stärken. Bisher haben wir in Europa kein eigenes gemeinsames Zahlverfahren“, so Schmalzl.

Wer mit dem neuen europäischen Bezahlsystem nicht nur selbst Zahlungen vornehmen, sondern auch Geld empfangen will, muss in der App eine Mobiltelefonnummer oder E-Mail-Adresse hinterlegen. Neben den oben genannten Banken ist zum Start von Wero auch die belgische Bank KBC an Bord – aus Frankreich und den Niederlanden sollen weitere Banken folgen. Obwohl die Deutsche Bank, die Postbank und die ING-Bank das Bezahlsystem aktuell bisher nicht anbieten, gehen Experten davon aus, dass dies noch in diesem Jahr der Fall sein wird. An Wero sich hingegen nicht beteiligen wollen die Neo-Banken sowie die Commerzbank und soll in Zukunft noch weiter ausgebaut werden. Geplant ist, dass ab nächstem Jahr auch Online-Zahlungen möglich sind. Im Jahr 2026 soll Wero dann auch im Einzelhandel genutzt werden können.

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