
Spiele wie Slide-a-Lama, das grüne Blumen-Logo, sowie der legendäre „ah-oh“-Sound beim Erhalten von Nachrichten bleiben für viele wohl unvergessen. Nach mehr als 27 Jahren ist jetzt aber bald Schluss für den Instant-Messaging-Dienst ICQ, der Ende der 1990er und Anfang der 2000er-Jahre für Millionen zu den wichtigsten Kommunikationsmitteln überhaupt zählte. Am 26. Juni dieses Jahres wird ICQ abgeschaltet.
Was steckt hinter dem einst beliebten Chatdienst?
ICQ steht für „I seek you“ – zu Deutsch „ich suche dich“. Im Jahr 1996 wurde der Messaging-Dienst von der israelischen Firma Mirabilis ins Leben gerufen. Und der Name war Programm: anhand einer Nummer wurden die Nutzer identifiziert und konnten andere User ganz einfach suchen. Die zunächst sechsstellige Nummer wurde im Laufe der Zeit mit zunehmender Nutzerzahl immer mehr erweitert. Bereits zwei Jahre nach der Geburtsstunde kaufte AOL den Dienst. Mit zahlreichen Funktionen wie Chats, Gruppenchats, Spielen und Statusnachrichten sowie der Möglichkeit nicht nur Nachrichten, sondern auch Bilder, Videos und Dateien auszutauschen, wurde ICQ zu einem der bedeutsamsten Mittel der Kommunikation in den späten 1990er und frühen 2000er-Jahren. Zu dieser Zeit, in der man sich noch per ISDN oder Modem ins Internet einwählte, gab es noch keine Smartphones, Messenger wie WhatsApp, Telegram, Signal und Co. und das Versenden von SMS und MMS war teuer. Mit ICQ gab es eine Möglichkeit schnell und unkompliziert Nachrichten und Bilder zu verschicken – diese wurden von der anderen Person empfangen, sobald sie online ging. Dabei ertönte der bekannte Jingle „ah-oh“. In der Blütezeit soll der Internet-Dino mehr als 470 Millionen Nutzer gehabt haben. Allerdings konnten User auch mehrere ICQ-Nummern erstellen.
Weshalb rutschte ICQ in die Bedeutungslosigkeit?
Im April 2010 wurde der Instant-Messaging-Dienst von der russischen Mail.ru Group gekauft. Doch mit dem Aufkommen von Smartphones und in diesem Zuge Apps wie WhatsApp und Co. verlor ICQ an Bedeutung. Allein im Zeitraum von 2010 bis 2013 soll die Anzahl der aktiven User von 42 auf 11 Millionen gesunken sein. 2020 wurde der Dienst in ICQ New umbenannt – doch die Funktionen wurden bereits seit vielen Jahren nicht mehr erweitert. Zuletzt verschwanden dann auch die Apps, mit denen ICQ auf dem Smartphone genutzt werden konnte. Durch den verpassten Anschluss hat der einst so beliebte Instant-Messaging-Dienst massiv an Bedeutung verloren und wurde vermutlich vorwiegend vereinzelt noch aus nostalgischen Gründen verwendet. Der aktuelle Betreiber hat das Ende am 26. Juni 2024 offiziell verkündet – dann werden auch sämtliche Daten sowie alte ICQ-Nummern gelöscht.
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