Vorsicht vor „Quishing“ – Perfide Betrugsmasche auf kleinanzeigen.de

Vorsicht vor „Quishing“ – perfide Betrugsmasche auf kleinanzeigen.de

Aktuell weist die Verbraucherzentrale Niedersachsen auf eine besonders hinterhältige Betrugsmasche hin, die unter anderem auf kleinanzeigen.de eingesetzt wird. Ziel der Betrüger ist es dabei, wie immer den Betroffenen Geld aus der Tasche zu ziehen. Für das sogenannte „Quishing“ kommen QR-Codes zum Einsatz.

Was steckt hinter der Betrugsmasche „Quishing“?

Mithilfe von QR-Codes wird eine schnelle und simple Möglichkeit geboten, Zugang zu verschiedenen Informationen zu erhalten. Kriminelle machen sich die Codes allerdings zunutze, um arglose Verbraucher in eine Falle zu locken. So beispielsweise auf dem Online-Marktplatz kleinanzeigen.de. Dort können die unterschiedlichsten gebrauchten Produkte und Gegenstände wie zum Beispiel Spielwaren oder Elektroartikel verkauft und erworben werden. Durch den Kauf gebrauchter Artikel, die jemand anderes nicht mehr will, kann dabei häufig einiges an Geld gespart werden. Für viele Verbraucher sind entsprechende Käufer daher eine willkommene und beliebte Alternative zu einem Neukauf. Andererseits ermöglicht das Portal Verbrauchern, mit nicht mehr gebrauchten Gegenständen etwas Geld zu verdienen. Jetzt müssen die User von kleinanzeigen.de allerdings sehr vorsichtig sein, denn eine betrügerische Vorgehensweise ist dort im Umlauf. Bei dieser haben die Täter auf die sensiblen Daten von Kreditkarten abgesehen – in einem Fall erlitt eine Frau auf diese Weise 5 000 Euro.

Wie gehen die Betrüger vor?

Eigentlich wollte die Verkäuferin aus Niedersachsen nur eine von ihr nicht mehr benötigte Laptoptasche loswerden und über den Online-Marktplatz verkaufen. Statt des vereinbarten Kaufpreises für die Laptoptasche zu erhalten, fehlten ihr am Ende stattdessen 5 000 Euro auf ihrem Konto. Diese wurden ohne ihr Wissen oder ihre Zustimmung abgebucht. Zuvor hatte sich ein vermeintlicher Interessent auf das Verkaufsangebot der Userin gemeldet. Über die Chat-Funktion nahm er zunächst Kontakt zu der Frau auf und suggerierte, die Laptoptasche erwerben zu wollen. Er schickte der Verkäuferin ein Foto, das vermeintlich die Zahlungsbestätigung enthielt. Auf dem Foto befand sich zudem ein QR-Code, der von der Nutzerin angeklickt werden sollte, um anschließend den Anweisungen zu folgen. Durch den QR-Code landete die Frau auf einer betrügerischen Website, auf welcher sie ihre Kreditkartendaten preisgab. Mit diesen sensiblen Daten gelang es den Kriminellen, 5 000 Euro von dem Konto abzubuchen.

„Leider nimmt Quishing, also Betrug mithilfe von QR-Codes, weiter zu. Ziel ist es, Verbraucherinnen und Verbraucher auf nachgebaute Websites zu locken, um Daten und Geld abzugreifen“, erklärt die Rechtsexpertin der Verbraucherzentrale Niedersachsen, Kathrin Bartsch.

Wie können sich Nutzer vor dem Betrug schützen?

Die Vorgehensweise der Täter ist besonders hinterlistig. Denn eigentlich soll die „Sicher-bezahlen“-Funktion ja gerade vor einem möglichen Betrug oder Missbrauch bei kleinanzeigen.de schützen. Diesen Umstand machen sich die Täter zu nutzen, denn die arglosen Verbraucher haben hierdurch oftmals ein sicheres Gefühl. Allerdings wird die scheinbar sichere Bezahlmethode von den Kriminellen nachgeahmt und missbraucht. Vonseiten der Verbraucherzentrale Niedersachsen wird deswegen dazu geraten, sich als Nutzer des Online-Marktplatzes im Vorfeld genaustens über die Funktion so wie deren genauen Abläufe zu informieren. Sollte von diesen Abläufen bei einem Kauf oder Verkauf abgewichen werden, ist Vorsicht geboten. Nutzer müssen genau hinschauen, da die Betrugswebsites auf den ersten Blick in vielen Fällen täuschend echt aussehen. Teilweise werden vorhandene Websites sogar originalgetreu nachgebaut. Es ist aus diesem Grund empfehlenswert, immer genau auf die angezeigte Internetadresse zu achten. Wer Opfer des sogenannten „Quishing“ geworden ist, sollte dies sofort seiner Bank melden und darüber hinaus eine Strafanzeige bei der Polizei erstatten. Dass die Betrugsmasche „Quishing“ nicht nur in der virtuellen Welt eingesetzt wird, sondern Verbrauchern auch in der realen Welt begegnen kann, zeigt eine aktuelle Warnung der Landeshauptstadt Stuttgart. Diese warnt vor den betrügerischen QR-Codes, die sich auf Parkscheinautomaten in der Stadt befinden. Genau wie bei kleinanzeigen.de führen die QR-Codes auf betrügerische Websites, auf denen die arglosen Personen dann ihre sensiblen Bankdaten eintragen sollen.

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