Smartphone statt Scheine – Jeder Fünfte lässt das Bargeld in der Tasche

Smartphone statt Scheine – jeder Fünfte lässt das Bargeld in der Tasche

Selbst kleine Beträge werden inzwischen immer öfter kontaktlos bezahlt. Eine neue Studie des EHI zeigt jetzt, wie rasant sich das Bezahlverhalten in Deutschland verändert und warum Bargeld Stück für Stück an Bedeutung verliert. Immer häufiger wird das Smartphone zur digitalen Geldbörse.

Wird das Smartphone bald zur einzigen Geldbörse?

Das Bezahlen mit dem Handy ist längst kein Zukunftstrend mehr. Immer mehr Verbraucher halten an der Kasse nur noch kurz ihr Smartphone oder ihre Smartwatch ans Gerät, und der Einkauf ist erledigt. Laut der vor wenigen Tagen veröffentlichten Studie „Zahlungssysteme im Einzelhandel 2026“, die auf dem EHI-Payment-Kongress vorgestellt wurde, werden schon jetzt 19,05 Prozent aller unbaren Zahlungen mobil durchgeführt.

„Das mobile Bezahlen mit Smartphone oder Smartwatch liegt im Trend und wird immer häufiger im Handel genutzt. Etwa jede fünfte unbare Zahlung an den Kassen des Einzelhandels tätigt die Kundschaft mittlerweile mobil“, weiß Payment-Experte und Studienautor Horst Rüter.

Was sind die wichtigsten Ergebnisse der Studie „Zahlungssysteme im Einzelhandel 2026“?

Anteil Girocard am Umsatz

 Wert in Prozenten
Mobile Zahlungen an der Kasse19,05
Kontaktlose Kartenzahlungen66,37
Kontaktbehaftete Kartenzahlungen14,37
Mobiles Payment per QR-/Barcode0,21
Anteil Barzahlungen 202532,3
Anteil Barzahlungen 202433,8
Kartenumsatz 2025328,6 Mrd. Euro
Wachstum Kartenumsatz+ 14,5 Mrd. Euro
Kartenanteil am Umsatz65,1
Anteil Girocard am Umsatz40,5
Internationale Debitkarten9,4
Kreditkarten8,2
SEPA6,4
Bargeld bei Einkäufen50,5
Karte bei Einkäufen48,1
Mobile Zahlungen aller Zahlungsvorgänge9,3
PayPal im Onlinehandel28,7
Kauf auf Rechnung im Onlinehandel26,1
Lastschrift im Onlinehandel14,4
Kredit-Debitkarten im Onlinehandel13,7
Apple Pay im Onlinehandel1,3

Warum verliert Bargeld immer mehr an Bedeutung?

Die Zahlen der aktuellen Studie zeigen klar: Bargeld verliert weiter an Boden. Während der Anteil der Barzahlungen 2024 noch bei 33,8 Prozent lag, sank er 2025 auf 32,3 Prozent. Gleichzeitig wächst der Kartenumsatz kräftig und erreicht inzwischen 328,6 Milliarden Euro. Das entspricht einem Plus von 14,5 Milliarden Euro. Besonders fällt dabei auf, dass auch kleine Beträge immer häufiger digital bezahlt werden. Dadurch sinkt der durchschnittliche Betrag bei Zahlungen mit der Girocard kontinuierlich. Für das vergangene Jahr liegt der Durchschnittsbetrag nach Angaben der Tagesschau bei 37,25 Euro. Das zeigt klar, dass Verbraucher längst nicht mehr nur größere Einkäufe kontaktlos bezahlen, sondern selbst den schnellen Snack oder Kaffee.

Welche Zahlungen dominieren jetzt an der Kasse?

Ein besonders deutlicher Wandel zeigt sich bei den Kartenzahlungen. 66,37 Prozent aller Zahlungen ohne Bargeld erfolgen heute kontaktlos mit physischer Karte. Wohingegen kontaktbehaftete Zahlungen mit 14,37 Prozent nur noch eine Nebenrolle spielen. Auch internationale Debitkarten von Visa und Mastercard gewinnen massiv an Bedeutung und kommen mittlerweile auf 9,4 Prozent. Kreditkarten liegen bei 8,2 Prozent, SEPA-Zahlungen bei 6,4 Prozent. Interessant ist dabei der Blick auf die Einkäufe insgesamt: Bargeld liegt mit 50,5 Prozent nur noch ganz knapp vor den Kartenzahlungen, die auf 48,1 Prozent kommen. Der Abstand schrumpft immer weiter und vieles deutet darauf hin, dass digitale Zahlungen bald erstmals vorn liegen könnten.

Warum boomt bargeldloses Bezahlen auch online?

Der Trend endet längst nicht an der Ladenkasse. Auch im Onlinehandel verändern sich die Zahlungsgewohnheiten rasant. Vor allem Kreditkarten und internationale Debitkarten gewinnen stark hinzu und erreichen inzwischen 13,7 Prozent der Umsatzanteile. An der Spitze bleibt jedoch unangefochten PayPal mit 28,7 Prozent. Dahinter folgen der Kauf auf Rechnung mit 26,1 Prozent sowie die Lastschrift mit 14,4 Prozent. Das mobile Bezahlen mit Apple Pay erreicht 1,3 Prozentpunkte. Die aktuelle Studie zeigt, dass Verbraucher zunehmend auf schnelle, unkomplizierte und digitale Zahlungsmethoden setzen. Das gilt sowohl im Geschäft als auch online.

Steht Deutschland vor dem Ende des Bargelds?

Noch liegt Bargeld bei den Zahlungsvorgängen knapp vorn. Doch die Entwicklung zeigt klar in Richtung digitaler Bezahlmethoden. Bereits 9,3 Prozent der rund 20 Milliarden jährlichen Zahlungsvorgänge werden digital abgewickelt. Für die Studie wurden 499 Unternehmen mit rund 125 000 Betrieben aus 35 Branchen untersucht. Zusätzlich flossen Daten von 172 Unternehmen aus dem Onlinehandel ein. Die Tendenz ist dabei eindeutig: Kontaktloses Bezahlen wird für viele immer selbstverständlicher und das Smartphone entwickelt sich Schritt für Schritt zur wichtigsten Geldbörse der Zukunft.

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