
Manche empfinden das Internet mit all seinen Möglichkeiten als eine parallele Welt. Insbesondere in Onlinespiele können die begeisterten Nutzer abtauchen. Dort werden häufig Spielfiguren, sogenannte Avatare erstellt. Sie können wie der Nutzer selbst gestaltet oder völlig frei erfunden werden. Die Versuchung, sich mit ihnen zu identifizieren, ist groß und selbstverständlich sollen diese Figuren auch gut ausgerüstet sein.
Das ist manchmal sehr teuer. Mit barer Münze zahlen manche Spieler für die Ausrüstungsgegenstände ihrer Avatare, um sie besser als andere oder gewandter im Spiel zu machen. Abgesehen davon, dass der Spieler zudem viel Zeit und Mühe in den Aufbau seines Avatars investiert hat, ist der Verlust dieser Gegenstände also auch ein finanzieller Schaden.
Als nicht nur virtuelle Gegenstände empfindet ein 45-Jähriger aus Bochum die Ausrüstung seines Avatars, die im kürzlich abhanden gekommen ist. Der Mann, der sich selbst als `regelmäßigen Spieler´ bezeichnet, hatte in dem Online-Rollenspiel Metin2 rund zwei Jahre lang insgesamt etwa 1000,- € in die Ausrüstung seines Avatars investiert. Als er an einem Freitagabend das Spiel verließ, war noch alles in Ordnung. Doch als er sich am nächsten Tag wieder einloggte, stand sein Avatar plötzlich ohne Ausrüstung da. Der Mann wandte sich an den Betreiber des Onlinespiels und zog auch einen Diebstahl in Betracht.
Der Betreiber erklärte dem betrübten Spieler, er sei selber für die Sicherheit seiner Zugangsdaten verantwortlich. Er habe sein Passwort aber keinem anderen verraten, erklärte der Mann den RuhrNachrichten und auch anderen Spielern sei es offenbar wie ihm ergangen. Wie die Gegenstände verschwinden konnten, kann er sich nicht erklären. Letztlich ging er zu der Polizei und zu seinem Glück stieß er auf einen Beamten, der den möglichen Diebstahl ernst nahm. Nun ermittelt die Bochumer Polizei, ob und wie ein Himmelstränenband, Phönixschuhe, ein Siamesenmesser und sieben Millionen Yang der Spielewährung aus dem Cyberspace entwendet werden konnten.
Quelle: Polizei NRW
Update vom 03.02.2009
Gameforge, der Betreiber des Online-Spiels Metin2 erklärte in einer Mitteilung: „…Wir können mit absoluter Sicherheit sagen, dass von unserer Seite aus kein technischer Fehler vorlag und auch der betreffende Server weder gehackt noch manipuliert wurde. Wir müssen deshalb davon ausgehen, dass sich der Täter Zugriff auf die Zugangsdaten des Spielers verschafft hat.“ Bisher sei die Polizei noch nicht auf das Unternehmen zugekommen. Es sicherte den Fahndern jedoch Unterstützung zu, sobald das geschehe.
Update vom 07.04.2009
Ein 19-Jähriger aus Bonn sagte der Polizei, er habe sich mit persönlichen Login-Daten des 45-Jährigen in dem Spiel angemeldet und die virtuellen Gegenstände auf seinen eigenen Account übertragen. Jedoch sei der Bochumer darüber informiert gewesen, behauptet der junge Mann. (telespiegel-News vom 07.04.2009)
Quelle: Gameforge
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