Vorratsdatenspeicherung – Gesetz vom Bundestag beschlossen

Vorratsdatenspeicherung

Die Vorratsdatenspeicherung soll der Strafverfolgung dienen und es vereinfachen, Verbrechen und Terrorismus zu bekämpfen. Zu diesem Zweck sollen die Telekommunikationsanbieter die Verbindungsdaten ihrer Kunden über einen gewissen Zeitraum speichern. Dabei geht es um Verbindungsdaten der Internetzugriffe, Fax, SMS und Telefonverbindungen, jedoch dürfen die Inhalte nicht gespeichert werden. Die Verbindungsdaten aller Bürger (außer bestimmter Berufsgruppen wie Abgeordnete und Geistliche) sollen generell gespeichert werden, unabhängig davon, ob gegen sie ein Verdacht besteht.

Grundrechten beschnitten?

Viele Menschen sehen sich dadurch in ihren Grundrechten beschnitten, die Telekommunikationsanbieter klagen über den großen, auch finanziellen Aufwand und einige Berufsgruppen über die Einschränkung ihrer Freiheiten.
Bereits im Jahr 2005 hatte die EU eine Richtlinie, die Richtlinie 2006/24/EG zur Vorratsdatenspeicherung beschlossen (telespiegel-News vom 16.12.2005). Eigentlich seit dem 15. September, dank einer Sonderregelung jedoch erst bis zum 15. März 2009 muss Deutschland diese Regelung umgesetzt haben. Am vergangenen Freitag legte der Bundestag nun die längere Speicherung von Telefon- und Internet-Verbindungsdaten der Bürger fest.

Von 524 Abgeordneten stimmten 366 Abgeordnete, ausnahmslos der CDU und SPD, für das neue Gesetz, das unter anderem die Vorratsdatenspeicherung regelt. Dem zufolge soll die Speicherdauer von drei Monaten auf sechs Monate angehoben werden. Dabei geht es um sämtliche Verbindungsdaten, die im Bereich Internet samt Internettelefonie, Telefonanschluss und Mobilfunk anfallen. Lediglich die Inhalte, zum Beispiel eines Telefonats oder einer Email dürfen nicht gespeichert werden. Jedoch werden Rufnummern, Aufenthaltsorte und Zeitpunkt der Verbindung aufgezeichnet und auch in Verbindung mit personenbezogenen Daten des Anschlussinhabers gespeichert. Den Zugriff auf die gespeicherten Daten bekomme der Staat nur, wenn eine schwere Straftat oder eine terroristische Aktivität vorliege und ein Richter das genehmige, erklärte die Bundesjustizministerin Brigitte Zypries. Das neue Gesetz wird am 1. Januar 2008 in Kraft treten. Viele Bürger und Gruppen kündigten eine Verfassungsklage an, um die Umsetzung des neuen Gesetzes vielleicht doch noch zu verhindern.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Die aktuellsten telespiegel Nachrichten
„Treuestrafe“ – loyale Stromanbieter-Kunden zahlen Milliarden zu viel

„Treuestrafe“

Loyale Stromanbieter-Kunden zahlen Milliarden zu viel

Viele Stromkunden bleiben ihrem Anbieter treu und zahlen dafür oft deutlich höhere Preise. Eine Studie der RWTH Aachen zeigt, dass viele Bestandskunden jährlich Milliarden zu viel zahlen. Wer regelmäßig Tarife vergleicht oder den Anbieter wechselt, kann mehrere hundert Euro im Jahr sparen. […]

WhatsApp-News – Eltern-Konto für Kinder ab 10 Jahren geplant

WhatsApp-News

Eltern-Konto für Kinder ab 10 Jahren geplant

Der beliebte Messenger WhatsApp plant, ein spezielles Kinder-Konto einzuführen. Kinder ab zehn Jahren sollen den Dienst künftig nutzen können. Allerdings nur mit Zustimmung und Kontrolle der Eltern. Diese können Kontakte und Datenschutz-Einstellungen festlegen. […]

OLG Frankfurt – Zimmeranfrage ist noch keine Hotelbuchung

OLG Frankfurt

Zimmeranfrage ist noch keine Hotelbuchung

Eine scheinbar harmlose Zimmeranfrage kann teuer werden – oder eben nicht. Das Oberlandesgericht Frankfurt hat entschieden, wann eine Hotelreservierung rechtlich verbindlich ist und wann nicht. Im konkreten Fall ging es um rund 10.000 Euro – und um die Frage, ob eine einfache E-Mail bereits einen Vertrag begründet. […]

Internet zu langsam? Wenn versprochene Bandbreite nicht ankommt

Internet zu langsam

Wenn versprochene Bandbreite nicht ankommt

Hohe Geschwindigkeiten stehen in vielen Internetverträgen – doch im Alltag kämpfen Nutzer oft mit schwankender Bandbreite und instabilen Verbindungen. Woran das liegt und wann technische Probleme sogar zum Streitfall werden können. […]

Fake-News-Push auf Xiaomi-Handys – Warnung vor perfider Betrugsmasche

Fake-News-Push auf Xiaomi-Handys

Warnung vor perfider Betrugsmasche

Stiftung Warentest hat bei Xiaomi-Smartphones gefälschte Nachrichtenartikel entdeckt, die per Push-Meldung verbreitet werden. Hinter angeblichen Tagesschau-Meldungen verbergen sich Betrugsseiten, die Nutzer zu Geldzahlungen oder zur Preisgabe sensibler Daten verleiten sollen. […]

Gemeinschaft

Zwischen Sportplatz und Bildschirm

Wo findet Gemeinschaft heute statt?

Zwischen Sportplatz und Smartphone: Während lokale Vereine weiterhin Millionen Menschen zusammenbringen, entstehen parallel digitale Gemeinschaften, die rund um die Uhr erreichbar sind. Welche Rolle spielen beide Formen des Miteinanders heute – und warum schließen sie sich nicht gegenseitig aus? […]