Urteil – Persönlichkeitsrecht bei Aufgabe der Privatsphäre in Internet-Forum

Urteil - Persönlichkeitsrecht bei Aufgabe der Privatsphäre in Internet-Forum

Internet-Foren sind beliebte Plattformen für Menschen, die sich austauschen, andere informieren oder selber Fragen stellen möchten. Ein Vorteil des Internet-Forum ist, dass dessen Nutzer weitgehend anonym auftreten können, wenn sie das möchten. Nennt der Nutzer jedoch in seinen Beiträgen persönliche Daten und gibt dadurch seine Anonymität auf, dürfen andere ebenfalls unter Nennung seines Namens über ihn berichten. Das machte kürzlich das Landgericht Berlin einem Internetnutzer deutlich.

Der Mann kaufte von einer Züchterin eine Siamkatze und informierte in seinem Forum, in dem er namentlich bekannt und genannt war, über den Kauf des Tieres. Im Laufe der folgenden Monate berichtete er in Wort und Bild über das Leben mit dieser und seinen beiden anderen Katzen. Dann erkrankte das Tier. Die Züchterin nahm die Katze zurück und berichtete ihrerseits in ihrem Forum über die Geschichte und die Rücknahme des Tieres, das einen Tag später verstarb.

Der Beitrag der Züchterin sorgte für Streit. Der Katzenliebhaber, der seine Sicht daraufhin nochmals in seinem Forum geschildert hatte, sah sich in seinem Persönlichkeitsrecht verletzt. Schließlich habe die Züchterin in ihrem Forum-Beitrag über die Vorgänge berichtet und ihn dabei namentlich genannt. Er erwirkte eine einstweilige Verfügung. Die Züchterin widersprach und entgegnete, der Mann habe selbst unter Nennung seines eigenen Namens über den Kauf, das Leben und die Rückgabe der Katze informiert und dadurch seine Privatsphäre aufgegeben, auf die er nun poche.

Die Richter des Landgerichts Berlin gaben der Züchterin Recht. Der Schutz der Privatsphäre vor öffentlicher Kenntnisnahme entfalle, wenn sich jemand selbst damit einverstanden zeige, dass bestimmte, gewöhnlich als privat geltende Angelegenheiten öffentlich gemacht werden. Der Mann habe also durch sein eigenes Verhalten den Schutz eines Teils seiner Privatsphäre, nämlich soweit es um seine Katzenhaltung gehe, aufgegeben. Die Katzenzüchterin darf die noch bestehenden Einträge in ihrem Forum belassen, obwohl darin über Vorgänge aus dem unmittelbaren privaten Bereich des Mannes um die Haltung der Katze öffentlich berichtet wird.

Landgericht Berlin, Aktz.: 27 O 602/07 vom 25.10.2007

Weitere Informationen

Gerichtsurteile – Internet

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Die aktuellsten telespiegel Nachrichten
Mobiles Internet in Deutschland – Telekom liefert die beste Leistung

Mobiles Internet in Deutschland

Telekom liefert die beste Leistung

Aktuelle nPerf-Messungen verdeutlichen den intensiven Wettbewerb auf dem deutschen Mobilfunkmarkt. Auf Basis von mehr als 95 000 Tests wurden die Leistungen von der Telekom, Vodafone und O2 verglichen. Das 5G-Netz wurde speziell angeschaut. […]

Neues High-End-Smartphone – das steckt hinter dem Motorola Signature

Neues High-End-Smartphone

Das steckt hinter dem Motorola Signature

Vor wenigen Tagen wurde das Motorola Signature vorgestellt. Es ist das erste echte High-End-Smartphone des Herstellers seit vielen Jahren. Das Signature zeichnet sich durch ein edles Pantone-Design, eine lange Akkulaufzeit und einen exklusiven Concierge-Service aus. […]

Nutzung des Glasfasernetzes – Urteil für Stärkung der Verbraucherrechte

Update

BGH bestätigt 24 Monate Laufzeit bei Glasfaser

Die Vertragslaufzeit darf bei Glasfaseranschlüssen nicht erst ab Freigabe des Anschlusses beginnen. Denn der Ausbau dauert teilweise bis zu einem Jahr. Mit diesem Urteil werden die Verbraucherrechte gestärkt, da Verbraucher nicht länger als zwei Jahre an einen Anbieter gebunden sein dürfen. […]

Digitale Marktplätze für Gamer – So funktionieren Handel und Plattformen

Digitale Marktplätze für Gamer

So funktionieren Handel und Plattformen

Digitale Marktplätze bieten Gamern neue Möglichkeiten, ihre Spielerfahrungen zu erweitern. Diese Plattformen ermöglichen den Kauf und Verkauf von Spielkonten und virtuellen Gütern. Trotz der Vorteile gibt es auch Risiken, die beachtet werden sollten. […]