Keine Ausnahmen mehr – Jetzt auch Trojaner für das Java-Handy entdeckt

Keine Ausnahmen mehr - Jetzt auch Trojaner für das Java-Handy entdeckt

Lange Zeit wiegten sich die Handy-Besitzer in Sicherheit, denn Schadprogramme wie Viren und Trojaner waren für ihre Endgeräte nicht bekannt. Dann wurden die ersten Handyviren entdeckt. Zunächst waren nur moderne Handys, sogenannte Smartphones, mit den Betriebssystemen Symbian OS oder Windows Mobile Edition nicht mehr vor Schadprogrammen sicher. Heute meldete ein Unternehmen, der Viren-Experte Kaspersky Lab, der ebenfalls Computernutzer vor Viren-, Spam- und Hackern schützt, den angeblich ersten Trojaner-Fund auch für Handys, die Java-Anwendungen unterstützen. Nun sind fast alle Handy-Nutzer von der Gefahr, dass ihr Gerät mit einem Schadprogramm infiziert wird, betroffen. Auch ältere Handy-Modelle bieten die Möglichkeit, kleine Anwendungen über eine Java-Plattform auszuführen. Das können einfache Spiele oder auch nützliche Dinge wie ein Terminkalender sein. Manche sind bereits in der Software enthalten, andere können auf das Mobiltelefon geladen werden, über den WAP-Browser oder zum Beispiel per Datenkabel von dem Computer. Das nun von Kaspersky Lab entdeckte Schadprogramm tauchte in russischen Mobilfunknetzen auf und ist bisher nur in einer Version bekannt. Es ist aber anzunehmen, dass bereits weitere Varianten dieses Schadprogramms kursieren. Da es sich auf unterschiedliche Arten verbreiten kann, etwa über WAP-Seiten, aber auch über Bluetooth-Verbindung oder vom PC aus, könnte es bald um sich greifen.

Nicht nur Smartphones, auch Java-unterstützende Handys kann der Trojaner befallen, der von Kaspersky Lab RedBrowser.a genannt wurde. Es handelt sich um eine insgesamt 54482 Byte große Java-Applikation, die aus sieben Dateien besteht und eventuell den Namen ‚redbrowser.jar‘ trägt. Die Wurzel des Übels ist die 1945 Byte große Datei namens SM.class. Das Schadprogramm kann mithilfe der von dem Handy-Hersteller mitgelieferten Zusatzsoftware des Mobiltelefons ganz einfach gelöscht werden.

Tut der Nutzer das nicht und verwendet die Anwendung RedBrowser.a, kann es sehr teuer werden. Das Programm verspricht zwar, WAP-Seiten ohne die Einrichtung eines WAP-Zugangs aufrufen zu können, indem es kostenlose SMS für den Datenaustausch verwendet. Tatsächlich verschickt die Anwendung jedoch SMS an kostenpflichtige Mobilfunk-Dienste, sodass pro versandter SMS umgerechnet etwa 5,- € berechnet werden. Mobilfunk-Kunden, die diesen Schädling gar nicht erst auf ihrem Handy haben möchten, sollten vorsichtig sein und keine unbekannten Anwendungen und Programme auf ihr Handy laden.

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