Kehrtwende – Dt. Telekom öffnet ihr VDSL-Netz den Wettbewerbern

Telekom

Bis zu 50 Mbit pro Sekunde können mit der VDSL übertragen werden. Diese DSL-Technik erlaubt also wesentlich höhere Datenübertragungsraten als ADSL, mit der derzeit viele Haushalte versorgt werden. Doch die Versorgung mit VDSL, die Bundesregierung fordert sogar eine flächendeckende (telespiegel-News vom 20.02.2009), setzt hohe Investitionen in den Ausbau des VDSL-Netzes voraus.

Die Dt. Telekom investierte in den letzten Jahren bereits 3 Milliarden Euro in den Ausbau in 50 Städten und kann mit ihrem Netz derzeit mehr als 10 Millionen Haushalte mit VDSL versorgen. Die Früchte dieser Mühe wollte sie bisher alleine ernten und keinem Konkurrenten die Nutzung ihres VDSL-Netzes ermöglichen. Seit Jahren wurde darüber gestritten, ob die Dt. Telekom ihr VDSL-Netz, ebenso wie ihr übriges Netz, regulieren lassen muss. Sogar das Telekommunikationsgesetz wurde geändert (telespiegel-News vom 15.12.2006), sehr zum Unmut der EU.

Nun machte die Dt. Telekom eine Kehrtwende und kündigte im Rahmen der diesjährigen CeBit an, ihr VDSL-Netz freiwillig für seine Konkurrenten zu öffnen. Sie bietet ihr Netz sowohl Konkurrenten an, die eigene Dienste über das VDSL-Netz offerieren wollen, als auch Wiederverkäufern, die Dt. Telekom-Produkte unter eigenem Namen an die Kunden bringen wollen. Dabei soll jedoch das IP-TV, also Fernsehen über den DSL-Anschluss, eine Ausnahme bilden. In dem Triple Play, dem Produktbündel aus Internet, Telefon und Fernsehen, sieht die Dt. Telekom ein großes Potenzial, fühlt sich aber von den Kabelnetzbetreibern bedroht, die hohe Kundenzuwächse verbuchen können. Ihren Wettbewerbern stehe es aber frei, eigene Triple Play-Angebote auf Basis des VDSL-Netzes zu machen, erklärte die Dt. Telekom.

Zunächst soll den Wettbewerbern der Zugang zu dem VDSL-Netz der Dt. Telekom 30,- € pro Monat kosten. Der Preis wird monatlich angepasst und könnte die Wettbewerber veranlassen, nicht mehr in den Ausbau eigener Netze zu investieren. Je mehr Kunden VDSL nutzen, umso günstiger will das Unternehmen seinen Wettbewerbern die Zugänge anbieten, bis er an einem Basispreis angelangt ist. Es werde keine Rabatte für Großkunden geben, alle Interessenten erhalten identische Angebote, betonte die Dt. Telekom, die wegen eben solcher Angebote bereits einen Rüffel von der Regulierungsbehörde erhalten hatte. Das Unternehmen ist bereits in Verhandlungen mit großen Wettbewerbern wie Vodafone und der United Internet AG, die mit ihrer Marke 1&1 in Deutschland hinter der Dt. Telekom auf dem zweiten Platz der DSL-Vermarkter steht.

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