Urteil – Mitstörerhaftung bei Einbindung eines RSS-Feeds

Urteil

Wer eine Internetseite betreibt, haftet für deren Inhalte, auch wenn die Inhalte von Dritten stammen. Das gilt ebenfalls für eingebundene RSS-Feeds, urteilte das Landgericht Berlin. Mit RSS können Nutzer Nachrichten von Webseiten abonnieren und automatisch erhalten. Sie können ebenfalls in andere Webseiten eingebunden werden.

Vor dem Landgericht Berlin stand ein Webseiten-Betreiber, der einen sogenannten Social-News-Dienst betrieb. Auf dieser Webseite hatte er einen RSS-Feed einer Zeitung eingebunden. Die veröffentlichte per RRS rechtsverletzende Äußerungen über den späteren Kläger. Der spätere Kläger begehrte von dem Webseiten-Betreiber Unterlassung. Dieser sah seine Webseite jedoch nur als Client des RSS-Feeds der Zeitung, als technischer Verbreiter fremder Nachrichten, die von einem Presseorgan verfasst worden waren.

Durch das bewusste Einstellen des RSS-Feeds handele er eigenverantwortlich und mache er sich dessen Inhalt zu eigen, urteilten die Richter. Für die über den RSS-Feed verbreitete Äußerungen hafte er als Mitstörer. Durch seinen lapidaren Hinweis auf einen Haftungsausschluss könne er sich seiner Mitstörerhaftung auch nicht entziehen, bemerkten die Richter. Sie sprachen dem Kläger einen Unterlassungsanspruch zu.

Landgericht Berlin, Aktz. 27 O 190/10 vom 13.04.2010

Weitere Informationen

Urteil – Webreporter-Portal haftet für fremde Beiträge bereits vor Kenntnis
Gerichtsurteile – Internet

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Die aktuellsten telespiegel Nachrichten
Digitale Steuerbescheide ab 2026 – Papier nur auf Wunsch

Digitale Steuerbescheide ab 2026

Papier nur auf Wunsch

Ab 2026 werden Steuerbescheide in Deutschland in der Regel nur noch digital bereitgestellt. Papier gibt es nur auf Wunsch. Was bedeutet das für Bürgerinnen, Bürger und Kanzleien? Hier erfährst du verständlich, was sich ändert – und wie du dich vorbereitest. […]

Scheinbarer App-Zwang – congstar wegen Irreführung verurteilt

Scheinbarer App-Zwang 

 congstar wegen Irreführung verurteilt

Die Telekom-Tochter congstar behauptete, ihr Online-Kundencenter werde 2025 abgeschaltet – und drängte damit Kunden zum App-Download. Doch das stimmte gar nicht. Ein Gerichtsurteil deckt nun auf, wie weit der vermeintliche App-Zwang wirklich ging. […]

Urteil – Sperrung von Social-Media-Kanälen eines Influencers

Urteil 

 Sperrung von Social-Media-Kanälen eines Influencers

Das Oberlandesgericht Bamberg hat in seinem Urteil entschieden, dass die Sperrung mehrerer Social-Media-Kanäle eines Influencers durch eine Plattformbetreiberin nicht ohne Weiteres zulässig ist. Insbesondere stellte das Gericht fest, dass die bloße Weiternutzung eines weiteren Kanals keine automatisierte Umgehung der Sperrmaßnahme darstellt. […]

United Internet & 1&1 - Marken, Produkte und Hintergründe zum Versatel-Verkauf

United Internet & 1&1

Marken, Produkte und Hintergründe zum Versatel-Verkauf

United Internet bündelt seine Telekommunikationsaktivitäten und verkauft die Netztochter 1&1 Versatel konzernintern an die 1&1 AG. Für Endkunden bleiben die bekannten Marken wie 1&1, IONOS, GMX oder WEB.DE bestehen. Der Artikel erklärt verständlich, welche Produkte die Unternehmen anbieten und was der mögliche Verkauf der Domain-Handelsplattform Sedo bedeutet. […]

Kritische Chrome-Lücke – Google veröffentlicht Notfall-Update

Kritische Chrome-Lücke

Google veröffentlicht Notfall-Update

Eine Chrome-Schwachstelle wurde aktiv von Cyberkriminellen ausgenutzt. Google hat mittlerweile ein Notfall-Update bereitgestellt, das dringend installiert werden sollte. Chrome-Nutzer müssen ihren Browser neu starten, um das Update zu aktivieren. […]