Ständig on – Rund die Hälfte der Berufstätigen ist immer erreichbar

Handy am Steuer

Mancher erinnert sich mit Wehmut an die Zeiten zurück, als Festnetzanschlüsse und Telefonzellen die einzigen herkömmlichen Telefone waren, man lediglich in den physischen Briefkasten an der Haustür schauen musste, um zu sehen, ob man Post bekommen hat und Informationen in der Bibliothek gesucht wurden. Denn die an sich vorteilhaften Entwicklungen der letzten Jahre haben auch ihre Schattenseiten. Ständig erreichbar und jederzeit online sein zu können, ist für viele Menschen eine große Belastung.

Laut einer von der BKK in Auftrag gegebenen Umfrage, an der 2.322 Personen im Alter zwischen 18 und 65 Jahren beteiligt waren, sind 84 Prozent der Berufstätigen auch außerhalb ihrer regulären Arbeitszeiten für Kunden, Kollegen und Vorgesetzte erreichbar. Die Hälfte von ihnen ist sogar immer telefonisch oder per Internet „stand-by„ und das sogar, obwohl es nur von einem Drittel dieser Arbeitnehmer verlangt wird.

Der Preis für diesen immer währenden Stand-by-Zustand ist oft hoch. Schlafprobleme und das Gefühl, sich nicht mehr entspannen zu können, sind keine Seltenheit. Die ständige Abgeschlagenheit, die die Betroffenen häufig empfinden, ist ein Warnsignal für einen Burnout, eine seelische Abgebranntheit. Dauert der Zustand an, kann das auch körperliche Erkrankungen nach sich ziehen.

Die Gesundheitsexperten raten dazu, sich bewusst Pausen zu gönnen. Die Grenze zwischen Privat- und Berufsleben sollte trotz der möglichen Erreichbarkeit nicht zu sehr verwischen. Auch Entspannungsübungen zu erlernen kann helfen, nach dem Alltag im Job besser zu Ruhe zu kommen. Handy und Laptop mindestens eine halbe Stunde vor dem Schlafengehen auszuschalten, ist ebenfalls ratsam. Dadurch kann nichts mehr von dem täglichen Ritual des Zubettgehens ablenken. Wenn möglich, sollten auch Viel-Arbeiter einfach mal abschalten und durchatmen. Nur so kann die Leistungsfähigkeit dauerhaft erhalten bleiben.

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