Smartphones – Sperrmuster sind ein unsicherer Schutz

Passwort

Sperrmuster nutzen viele Smartphonebesitzer, um Dritten den Zugang zum Gerät zu erschweren. Sie geben ein Muster auf dem Display vor, dass auf einem Feld von dreimal drei Punkten angelegt wird. Zwischen vier und neun Knoten sind die Muster für Android-Systeme lang. Das klingt nach einer wirksamen Hürde, ist es aber nicht. Zu diesem Ergebnis kommt eine skandinavische Studentin in ihrer Masterarbeit. Das Magazin ars technica berichte darüber und zeigt, wie berechenbar Menschen sind.

Untersuchung: Sperrmuster unwirksam und berechenbar

Wichtigste Erkenntnis der Arbeit ist, dass Sperrmuster recht gut zu knacken sind. So müssen Diebe oder unehrliche Finder nicht einmal die Fettspuren auf dem Display untersuchen. Die meisten Nutzer schützen ihr Display mit Sperrmustern, die an Buchstaben oder gleichförmigen geometrischen Figuren angelehnt sind. Männer nutzen dabei längere Muster als Frauen, ebenso jüngere Menschen im Vergleich zu älteren.

Als wäre das nicht genug, zeigt sich anhand der vorhandenen Möglichkeiten, wie vergleichsweise gering der Schutz ist. Denn mit vier Knotenpunkten existieren lediglich 1.624 Möglichkeiten. Aber auch bei acht oder neun Knoten bestehen lediglich 140.704 Sperrmöglichkeiten. Das klingt viel, ist im Vergleich zu Passwörtern jedoch erschreckend wenig und entsprechend leicht zu knacken. Besonders leicht macht der größte Teil der Nutzer es Dritten, indem sie ihr Muster oben links beginnen. Das reduziert die Anzahl der Möglichkeiten noch einmal drastisch.

Die sichere Alternative: Passwortcodes

Ein Passwortcode hat gegenüber den Sperrmustern aus neun Knoten in puncto Sicherheit klare Vorteile. Denn zum deutschen Alphabet gehören allein 26 Buchstaben, dazu kommen drei Umlaute und das ß. Nimmt man noch die zehn Ziffern hinzu, gibt es allein 40 Zeichen, aus denen sich Passwörter zusammensetzen lassen. Nicht zu vergessen: Auch Groß- und Kleinschreibung sowie Sonderzeichen vergrößern das Zeichenreservoir. Wer hier etwas kreativ ist, das Passwort nicht weiter gibt und keine Namen des Kindes oder Partners, eine Zahlenkombination wie 123456 oder das eigene Geburtsdatum einsetzt, hat eine sehr viel sichere Zugangssperre eingerichtet, als dies mit einem Sperrmuster möglich ist. Das sollten sich Smartphonenutzer immer wieder vor Augen halten. Denn die Gefahr eines Datenmissbrauchs ist bei Verlust oder Diebstahl immens groß.

Mehr Informationen

Ratgeber: digitaler Nachlass
Smartphone-Antivirenprogramm

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