Auferstehung? – ICQ ist wieder da

Auferstehung? - ICQ ist wieder da

ICQ – I seek you (ich mache dich ausfindig) – war in den ersten Jahren des Internets einer der beliebtesten Instant-Messaging-Dienste weltweit. Wer das Programm nicht mehr kennt: Es gilt als Urvater von Skype, WhatsApp und anderen Messenger-Diensten. Programmiert wurde ICQ vom israelischen Unternehmen Mirabilis, bis es wenig später an den damaligen Webriesen AOL verkauft wurde. Das Internet-Urgestein aus Zeiten, als Einwahlsoftware noch mit der Post versandt wurde, ist zurück. Inzwischen gehört ICQ zum russischen Unternehmen mail.ru und soll nun als Messenger-Alternativ zu WhatsApp wieder für Furore sorgen.

ICQ – was konnte der Messaging-Dienst?

ICQ war die erste weltweit verbreitete Massensoftware, die zum Austausch via privaten Chat, Gruppenchat und für Medien genutzt wurde. Die Funktionalität ist einer Mischung aus Skype und WhatsApp vergleichbar. Die Technik basierte auf dem TCP-Protokoll, über das auch Internetzugänge laufen. Jeder Benutzer hatte eine eindeutige Identifizierungsnummer analog einer Telefonnummer. Zur besten Zeit zählte AOL fast 500.000 Millionen Installationen.

Die enorme Verbreitung bedeutete jedoch auch, dass der Dienst zum Ziel zahlreicher Hackerangriffe und Viren wurde. Immer wieder tauchten Sicherheitslücken auf, die nicht schnell genug geschlossen werden konnten. Die Folge: ICQ blendete ungefragt Werbung ein, änderte Browserleisten und Browser-Startseiten und schleuste immer wieder Schadprogramme auf die Rechner. Der Zuspruch sank auf ein Minimum.

Das neue ICQ – diese Funktionen sind enthalten

2010 kaufte die Unternehmensgruppe mail.ru die Lizenz und entwickelte die Software weiter. Seit Kurzem gibt es eine neue Version, die auf der ICQ-Webseite zum Download angeboten wird. Die etwas aufpolierte Optik orientiert sich an dem ursprünglichen ICQ, das Programm bietet aber mehr Funktionen. Sehr komfortabel ist eine Synchronisation des Accounts, wenn der Nutzer die Software auf mehreren Geräten einsetzt. Verspielt ist dagegen die Sticker-Funktion. Neben Smileys können die Nutzer mit übergroßen und lustigen Bildchen kommunizieren. Damit peilt mail.ru klar eine junge Zielgruppe an. Videochats, eine Funktion zum Datenaustausch mit anderen Nutzern (vier GB Speicher!) sowie sehr detaillierte Einstellungen für Benachrichtigungen. Verfügbar ist der Messenger für alle gängigen Plattformen. Das klingt wie ein guter Ansatz zum Neustart, wird aber von einem dicken Negativaspekt überlagert: die als Messenger-Dienst umfunktionierte Software ist nicht verschlüsselt. Zudem ist nicht klar, wie sicher das neue ICQ. Vor dem Hintergrund könnte die deutsche Übersetzung der Abkürzung einen faden Beigeschmack bekommen: „Ich mache dich ausfindig“.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Die aktuellsten telespiegel Nachrichten
Digitale Steuerbescheide ab 2026 – Papier nur auf Wunsch

Digitale Steuerbescheide ab 2026

Papier nur auf Wunsch

Ab 2026 werden Steuerbescheide in Deutschland in der Regel nur noch digital bereitgestellt. Papier gibt es nur auf Wunsch. Was bedeutet das für Bürgerinnen, Bürger und Kanzleien? Hier erfährst du verständlich, was sich ändert – und wie du dich vorbereitest. […]

Scheinbarer App-Zwang – congstar wegen Irreführung verurteilt

Scheinbarer App-Zwang 

 congstar wegen Irreführung verurteilt

Die Telekom-Tochter congstar behauptete, ihr Online-Kundencenter werde 2025 abgeschaltet – und drängte damit Kunden zum App-Download. Doch das stimmte gar nicht. Ein Gerichtsurteil deckt nun auf, wie weit der vermeintliche App-Zwang wirklich ging. […]

Urteil – Sperrung von Social-Media-Kanälen eines Influencers

Urteil 

 Sperrung von Social-Media-Kanälen eines Influencers

Das Oberlandesgericht Bamberg hat in seinem Urteil entschieden, dass die Sperrung mehrerer Social-Media-Kanäle eines Influencers durch eine Plattformbetreiberin nicht ohne Weiteres zulässig ist. Insbesondere stellte das Gericht fest, dass die bloße Weiternutzung eines weiteren Kanals keine automatisierte Umgehung der Sperrmaßnahme darstellt. […]

United Internet & 1&1 - Marken, Produkte und Hintergründe zum Versatel-Verkauf

United Internet & 1&1

Marken, Produkte und Hintergründe zum Versatel-Verkauf

United Internet bündelt seine Telekommunikationsaktivitäten und verkauft die Netztochter 1&1 Versatel konzernintern an die 1&1 AG. Für Endkunden bleiben die bekannten Marken wie 1&1, IONOS, GMX oder WEB.DE bestehen. Der Artikel erklärt verständlich, welche Produkte die Unternehmen anbieten und was der mögliche Verkauf der Domain-Handelsplattform Sedo bedeutet. […]

Kritische Chrome-Lücke – Google veröffentlicht Notfall-Update

Kritische Chrome-Lücke

Google veröffentlicht Notfall-Update

Eine Chrome-Schwachstelle wurde aktiv von Cyberkriminellen ausgenutzt. Google hat mittlerweile ein Notfall-Update bereitgestellt, das dringend installiert werden sollte. Chrome-Nutzer müssen ihren Browser neu starten, um das Update zu aktivieren. […]