Gespeicherte Aufnahmen – Androids Voice Assistant hört mit

Gespeicherte Aufnahmen - Androids Voice Assistant hört mit

„Okay, Google …“ Dieses Kommando löst auf vielen Smartphones die Suchfunktion per Stimme aus. Dahinter versteckt sich im Prinzip so etwas wie ein persönlicher Assistent, der sich per Stimme steuern lässt und entsprechende Ergebnisse aus der Suche präsentiert. Wäre da nicht ein kleines Detail, könnte man die Voice Search bzw. den Google Assistant als hervorragende Ergänzung zum Android-System verstehen. Denn die Funktion hat Zugriff auf das Mikrofon und speichert automatisch alle stimmgesteuerten Suchanfragen. Das ist aber nicht alles. Denn nicht nur die Anfrage ab „Okay, Google …“, sondern auch einige Sekunden vorab und eine Zeit danach speichert die App alles sauber als Voice-File bei Google ab. Wie viel am Ende wirklich (mindestens) gespeichert ist, können Nutzer selbst prüfen. Außerdem lassen sich bisherige Aufnahmen löschen.

Voice Search – Aufgezeichnete Dateien finden

Die gespeicherten Anfragen sind in dem Aktivitäten-Dienst von Google zu finden. Unter dem entsprechenden Link sind alle genutzten Sprachbefehle- bzw. -Suchen aufgelistet. Jeder Nutzer kann sich dort seine Stimmbefehle noch einmal anhören. Dabei fällt auf, dass viele davon deutlich mehr als nur die Anfrage selbst abspielen. Die Aufzeichnungen beginnen laut offizieller Aussage von Google einige Sekunden vor dem Assistentenbefehl oder vor dem Drücken des Mikrofonicons und enden einige Sekunden nach dem Sprachbefehl.

In dieser Aussage steckt eine Unbekannte. Denn was die Zeitangabe „einige Sekunden“ bedeutet und was Google vielleicht zusätzlich mithört, aber nicht aufzeichnet, bleibt unbekannt. Klar ist, dass es eine Aufzeichnung vor dem eigentlichen Befehl zu geben scheint. Laut Google sind die Aufzeichnungen nur möglich, wenn der Nutzer eingeloggt ist und zugleich die Mikrofon-Funktion aktiviert hat. Dazu muss das Gerät nicht mit dem Internet verbunden sein. Da aber die Aufnahmen immerhin Sprache aus der Zeit zumindest einiger Sekunden vor der Anfrage enthalten, bleibt die Frage, wie viel Google im Hintergrund wirklich mitschneidet.

Android: Aufgenommene Sprachbefehle löschen

Die Aufnahmen der Sprachbefehle lassen sich jedoch löschen. Dazu ist ein Besuch der genannten Aktivitätenseite erforderlich. Bei der Liste mit den Sprachdateien findet sich ein Button „Details“. Mit einem Klick auf die drei vertikal angeordneten Punkte lassen sich die Dateien löschen. Einfacher geht das Massenlöschen. Mit einem Klick auf „alle Aktivitäten löschen“ lässt sich ein Datum festlegen vor dem oder nach dem alles gelöscht werden kann.

Verhindern lassen sich die Aufzeichnungen vor allem, indem die Mikrofon- bzw. Voice-Funktion auf dem Smartphone nicht aktiviert wird. Allerdings ist gerade der Voice Assistant eine nützliche App. Die britische Tageszeitung Independent hat bereits letztes Jahr auf das Mitschneiden von Gesprächen rund um das Smartphone hingewiesen und stellt der Bedeutung des Voice Assistants den Verlust der Privatsphäre gegenüber.

Weitere Informationen

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Die aktuellsten telespiegel Nachrichten
Digitale Steuerbescheide ab 2026 – Papier nur auf Wunsch

Digitale Steuerbescheide ab 2026

Papier nur auf Wunsch

Ab 2026 werden Steuerbescheide in Deutschland in der Regel nur noch digital bereitgestellt. Papier gibt es nur auf Wunsch. Was bedeutet das für Bürgerinnen, Bürger und Kanzleien? Hier erfährst du verständlich, was sich ändert – und wie du dich vorbereitest. […]

Scheinbarer App-Zwang – congstar wegen Irreführung verurteilt

Scheinbarer App-Zwang 

 congstar wegen Irreführung verurteilt

Die Telekom-Tochter congstar behauptete, ihr Online-Kundencenter werde 2025 abgeschaltet – und drängte damit Kunden zum App-Download. Doch das stimmte gar nicht. Ein Gerichtsurteil deckt nun auf, wie weit der vermeintliche App-Zwang wirklich ging. […]

Urteil – Sperrung von Social-Media-Kanälen eines Influencers

Urteil 

 Sperrung von Social-Media-Kanälen eines Influencers

Das Oberlandesgericht Bamberg hat in seinem Urteil entschieden, dass die Sperrung mehrerer Social-Media-Kanäle eines Influencers durch eine Plattformbetreiberin nicht ohne Weiteres zulässig ist. Insbesondere stellte das Gericht fest, dass die bloße Weiternutzung eines weiteren Kanals keine automatisierte Umgehung der Sperrmaßnahme darstellt. […]

United Internet & 1&1 - Marken, Produkte und Hintergründe zum Versatel-Verkauf

United Internet & 1&1

Marken, Produkte und Hintergründe zum Versatel-Verkauf

United Internet bündelt seine Telekommunikationsaktivitäten und verkauft die Netztochter 1&1 Versatel konzernintern an die 1&1 AG. Für Endkunden bleiben die bekannten Marken wie 1&1, IONOS, GMX oder WEB.DE bestehen. Der Artikel erklärt verständlich, welche Produkte die Unternehmen anbieten und was der mögliche Verkauf der Domain-Handelsplattform Sedo bedeutet. […]

Kritische Chrome-Lücke – Google veröffentlicht Notfall-Update

Kritische Chrome-Lücke

Google veröffentlicht Notfall-Update

Eine Chrome-Schwachstelle wurde aktiv von Cyberkriminellen ausgenutzt. Google hat mittlerweile ein Notfall-Update bereitgestellt, das dringend installiert werden sollte. Chrome-Nutzer müssen ihren Browser neu starten, um das Update zu aktivieren. […]