
Zeitgleich mit dem Beginn der russischen Invasion in die Ukraine kam es durch einen Cyberangriff zu Störungen im KA-Sat-Netzwerk. Europaweit sind zehntausende Satellitenterminals von dem Angriff betroffen. Die Störungen haben auch Auswirkungen auf die Endkunden einiger Provider, die Internet via Satellit anbieten. Der Angriff wurde mittlerweile vom Satelliten-Betreiber Viasat bestätigt.
Was steckt hinter dem KA-Sat-Netzwerk?
Der Kommunikationssatellit KA-Sat 9A des amerikanischen Unternehmens Viasat versorgt Europa und die Mittelmeerregion mit Internet. Ein wesentlicher Vorteil des Internets via Satellit ist, dass es völlig unabhängig von einer terrestrischen Infrastruktur ist. Deshalb kommt es auch insbesondere in abgelegenen Gebieten zum Einsatz. Ebenso werden bei tausenden Windkraftanlagen europaweit das Monetoring über das KA-Sat-Netzwerk betrieben.
Welche Auswirkungen hat der Angriff auf das Netzwerk?
Der Dienst fiel zuerst in der Ukraine aus – später folgten weitere Satellitenterminals in Europa. Insbesondere in der Ukraine ist das Satelliteninternet momentan eigentlich das wichtigste Kommunikationsmittel, da die terrestrische Infrastruktur durch den Krieg gefährdet ist. Insgesamt sind wohl mehr als 30 000 Satellitenterminals europaweit von dem Angriff betroffen. Aufgrund des Cyberangriffs kam es auch zum Ausfall der Steuerung und Überwachung von zahlreichen Windkraftanlagen. Allein in Deutschland sind mindestens 3 000 Anlagen betroffen, die über das Satellitennetzwerk mit dem Internet verbunden sind. In den frühen Morgenstunden des 24. Februars war die Fernsteuerung für zwei Stunden ausgefallen.
Untersuchungen der Ursache sind abgeschlossen
Mittlerweile sind die Untersuchungen der Ursache abgeschlossen und die Terminals können seit gestern wieder in Betrieb genommen werden. Experten gehen davon aus, dass die Störungen durch Schadsoftware oder ein manipuliertes Software-Update verursacht wurden. Denn dies ermögliche, dass die Kontrolle an einem zentralen Gateway oder NOC übernommen wurde, um die angeschlossenen Geräte zu kompromittieren. Die Bundesregierung sieht einen Zusammenhang zwischen dem Krieg in der Ukraine und dem gezielten Cyberangriff.
Auch Endkunden in Deutschland sind betroffen
Der Cyberangriff hat in Deutschland beispielsweise Auswirkungen auf die Kunden der Provider Eusanet und skyDSL. Eusanet informierte seine Kunden per Mail darüber, dass die Störungen im Netzwerk Auswirkungen auf die Telefonie und den Internetservice haben. Beide Provider nutzen für ihre Datenverbindung den Satelliten Eutelsat KA-Sat. Die Auswirkungen sind für einige Kunden deutlich zu spüren: seit dem Angriff gibt es beispielsweise in der Gemeinde Hundsbach im Schwarzwald keinen Internetempfang mehr.
„Ich stelle einfach fest, wir sind hier nicht weit weg von der Aggression und sie gefährdet unsere Infrastruktur“, sagt Bernd Kreuzinger aus der Gemeinde.
Betroffen von dem Internetausfall ist ebenfalls der Betreiber des Windrades auf der Hornisgrinde im Schwarzwald. „Wir haben das ein paar Tage später festgestellt, als wir keine Verbindung mehr zum Windrad aufbauen konnten“, so Matthias Griebel. Das Windrad lässt sich nicht mehr per Fernzugriff steuern, läuft jedoch autark weiter und produziert weiterhin Strom.
Weitere Informationen
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