
In den letzten Wochen häufen sich Berichte über dubiose Anrufe, bei denen Mobilfunknutzer von unbekannten Auslandsnummern kontaktiert werden. Die Anrufe beginnen stets mit einer computergenerierten Ansage:
„Hallo, ich muss mit Ihnen über einen Job sprechen. Bitte fügen Sie mich auf WhatsApp hinzu.“
Nach der kurzen Botschaft wird die Verbindung sofort getrennt. Die Stimme klingt künstlich, ein erneuter Anruf erfolgt nicht, und es gibt keine Möglichkeit, mit einer echten Person zu sprechen. Die Anrufernummern stammen aus verschiedenen Ländern, darunter Polen, die Niederlande, Griechenland, Kanada und Deutschland, wobei Experten vermuten, dass die Nummern per Spoofing manipuliert wurden.
Was steckt hinter der Masche?
Die genaue Absicht hinter diesen Anrufen ist bisher unklar. Allerdings gibt es Hinweise, dass es sich um den Einstieg in Betrugsmaschen handeln könnte, insbesondere im Bereich unseriöser Jobangebote. Opfer solcher Methoden könnten als sogenannte Finanz- oder Warenagenten rekrutiert werden, die unwissentlich in kriminelle Aktivitäten wie Geldwäsche oder den Versand gestohlener Waren verwickelt werden.
Ein weiteres Risiko besteht darin, dass die Täter persönliche und sensible Daten einfordern, wie etwa:
- Abfotografierte Ausweise
- Ausgefüllte Bewerbungsunterlagen
- Persönliche Fotos
- Kontodaten
Diese Daten werden möglicherweise später für Identitätsdiebstahl oder andere betrügerische Zwecke genutzt. Da die Täter ihre Forderungen plausibel begründen – etwa mit der Notwendigkeit für Gehaltsüberweisungen oder zur Verifizierung der Identität – sind viele Menschen geneigt, ihnen nachzukommen.
Ähnliche Methoden in der Vergangenheit

Wie können Sie sich schützen?
Das LKA Niedersachsen warnt eindringlich vor solchen Anrufen und gibt folgende Tipps, um sich vor Betrug zu schützen:
- Nicht reagieren: Wenn Sie einen solchen Anruf annehmen, folgen Sie nicht der Aufforderung, den Kontakt per WhatsApp oder einem anderen Messenger zu suchen.
- Nummer sperren: Nutzen Sie die Spam-Melde- und Sperrfunktionen Ihres Smartphones.
- Keine sensiblen Daten teilen: Geben Sie niemals persönliche Daten wie Ausweisbilder, Kontodaten oder Adressinformationen an Fremde weiter.
- Keine Konten oder Adressen bereitstellen: Stellen Sie weder Bankkonten noch Ihre postalische Anschrift für Geld- oder Paketweiterleitungen zur Verfügung.
- Kein Bankkonto eröffnen: Lassen Sie sich nicht dazu verleiten, ein neues Konto zu eröffnen, beispielsweise für angebliche Produkttests oder Jobangebote.
Was tun, wenn Sie betroffen sind?
Sollten Sie auf die Masche hereingefallen sein, ergreifen Sie sofort folgende Maßnahmen:
- Kontaktieren Sie Ihre Bank: Informieren Sie Ihre Bank über den Vorfall, falls Kontodaten betroffen sind.
- Erstatten Sie Anzeige: Wenden Sie sich an Ihre örtliche Polizeidienststelle und erstatten Sie Onlineanzeige.
Fazit
Die Masche mag auf den ersten Blick harmlos erscheinen, doch dahinter können schwerwiegende Folgen für die Opfer lauern. Seien Sie skeptisch bei unverlangten Jobangeboten und achten Sie darauf, keine sensiblen Daten preiszugeben. Informieren Sie auch Freunde und Familie über diese Betrugsmasche, um sie vor möglichen Schäden zu schützen.
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