Auracast für Android – Neues Bluetooth-Feature für gemeinsames Hören

Auracast für Android – neues Bluetooth-Feature für gemeinsames Hören

Bluetooth gehört mittlerweile längst zum Alltag. Egal, ob zum Musikhören, Podcaststreamen oder Anrufe führen – all das findet heutzutage häufig kabellos statt. Doch die „normale“ Bluetooth-Verbindung ist auf die Kopplung zweier Geräte möglich. Mit der Auracast-Technologie ändert sich das grundlegend.

Was steckt hinter dem neuen Feature Auracast?

Das neue Feature, das jetzt einigen Android-Usern zur Verfügung steht, erlaubt es, Audioinhalte gleichzeitig an mehrere kompatible Empfänger zu senden. So ähnlich wie bei einem Radiosender, der sein Signal an beliebig viele Hörer überträgt. Auracast basiert dabei auf der neuesten Bluetooth-Generation, dem Standard LE Audio. Mit Auracast kann der Android-Nutzer unter anderem Musik oder andere Audioinhalte von seinem Smartphone aus an mehrere Kopfhörer verteilen. Andere User treten der Übertragung entweder per QR-Code bei oder nutzen Google Fast Pair, was den Einstieg besonders einfach macht. Die Nutzung ist dabei simpel. Zunächst werden kompatible LE-Audio-Kopfhörer benötigt, die mit einem ebenfalls kompatiblen Smartphone verbunden werden. Anschließend öffnet der User das Schnellmenü, wischt auf dem Startbildschirm nach unten und wählt „Bluetooth“. Dort erscheint die Option „Audio teilen“, über welche die Übertragung dann gestartet wird. Technisch gesehen ermöglicht das Auracast-Feature also, dass ein Sender (z. B. ein Smartphone) sein Signal gleichzeitig an viele Empfänger (Kopfhörer oder andere Smartphones) weitergibt. Klassische Bluetooth-Verbindungen sind hingegen auf ein 1-zu-1 Pairing beschränkt. Aktuell liegt die Reichweite der Auracast-Technologie bei etwa 100 Metern.

Welche Geräte sind kompatibel?

Nicht jedes Android-Smartphone und nicht jeder Kopfhörer unterstützen bereits diese neue Technologie. Voraussetzung sind die Unterstützung von LE-Audio, Bluetooth 5.2 sowie das sogenannte Public Broadcast Profile, kurz PBP. Zurzeit sind folgende Smartphones und Kopfhörer Auracast-fähig:

Smartphones:

Kopfhörer:

  • Samsung Galaxy Buds 3 Pro
  • JBL Tour One M3
  • Sennheiser Accentum True Wireless
  • weitere Modelle

Um das neue Feature nutzen zu können, müssen alle beteiligten Geräte, also Sender, Assistent und Empfänger, Auracast unterstützen. Android-Nutzer können die Funktion bereits ab Android 15 ausprobieren, während mit Android 16 eine vollständige native Unterstützung folgt.

Welche Möglichkeiten eröffnet Auracast?

Die Bluetooth-Technologie bringt viel Potenzial mit sich, das weit über das private Teilen von Musik hinausgeht. Natürlich ist es für private Smartphone-User praktisch, dass sie ihre Lieblingslieder und Inhalte mit ihren Freunden teilen und gleichzeitig anhören können. Doch Auracast ist auch für öffentliche Bereiche gedacht. Reisende können etwa an Flughäfen wichtige Durchsagen direkt in ihre Kopfhörer bekommen. Und auch in Museen könnten Audiotouren ohne spezielle Geräte direkt auf die Kopfhörer der Besucher gestreamt werden. Musik- oder TV-Streams in Fitnessstudios und Co. können mehreren Mitgliedern gleichzeitig zugänglich gemacht werden. Und auch im Bildungsbereich dürfte Auracast künftig Anwendung finden. Beispielsweise bei Vorlesungen oder Präsentationen.

Neue Chancen für Menschen mit Hörbeeinträchtigungen

Zwar gibt es aktuell erst wenige Hörgeräte, die Auracast-fähig sind, doch langfristig könnte die Technologie zu einem wichtigen Baustein für barrierefreies Hören werden. Für Hörgerät-Nutzer bedeutet das, dass sie sich direkt mit öffentlichen Audioquellen verbinden können, etwa in Theatern, Bahnhöfen, Flughäfen oder auch im privaten Umfeld. So lassen sich Durchsagen, Musik oder Vorträge klar und ohne Umwege ins Hörgerät streamen. Das verbessert Barrierefreiheit und Teilhabe im Alltag erheblich.

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