Nicht aufgeklärt – Studie offenbart Wissenslücken über Handytarife

Handy

Vor rund sechs Jahren geschah etwas damals auf dem Mobilfunkmarkt ungewöhnliches. Der Kaffeeröster Tchibo bot in Zusammenarbeit mit einem Mobilfunknetzbetreiber einen Mobilfunktarif an. Bis dahin waren es ausschließlich die Netzbetreiber (T-Mobile, Vodafone, o2, E-Plus) und nur einige Service-Provider, bei denen Kunden einen Handytarif bekommen konnten. Der neue Handytarif bot für die damalige Zeit relativ günstige und insbesondere einheitliche Tarife für nationale Telefonate und SMS an. Zudem war der neue Tarif nicht zwangsläufig an ein neues Handy gebunden.

Die Einführung dieses Tarifs kann als Startschuss für die neue Ära der Mobilfunktarife gewertet werden. Wie Pilze aus dem Boden schossen weitere dieser Angebote, die sogenannten Discount-Tarife. Durch den stetigen Wettbewerb sanken die Preise weiter, entwickelten sich andere Standardkonditionen und kundenfreundlichere Tarifangebote. Doch noch sind diese Mobilfunktarife nicht bei allen Kunden angekommen. An manchem Mobilfunknutzer scheint diese Entwicklung schlicht vorbei gegangen zu sein. Das macht eine Studie von TNS Infratest deutlich, die im Auftrag des Mobilfunknetzbetreiber o2 an 1.000 Handynutzern durchgeführt wurde.

Beispielsweise glauben rund 52 Prozent der Befragten, dass ein Handyvertrag, der per monatlicher Rechnung bezahlt wird, zwangsläufig eine Mindestvertragslaufzeit von 24 Monaten hat. Das ist aber nicht der Fall. Diverse Provider bieten diese Tarife auch ohne Mindestvertragslaufzeit und sogar ohne Grundgebühr an. Es ist also nur noch eine Frage der persönlichen Vorliebe, wie die Mobilfunkkosten beglichen werden, nicht mehr eine Frage der langfristigen Bindung.

Etwa 49 Prozent der Befragten gaben an, dass es zu einem Mobilfunkvertrag ein günstiges Handy gibt, beispielsweise für einen Euro. Das Handy, so glauben sie, werde von dem Mobilfunkanbieter subventioniert. Tatsächlich bezahlt der Kunde dadurch häufig mehr für sein Mobiltelefon, als würde es in einem Geschäft oder Second-Hand-Handel kaufen. Das wird insbesondere dann deutlich, wenn man die gesamte gezahlte Grundgebühr eines Tarifs mit 24 Monaten Mindestvertragslaufzeit ausrechnet. Am Ende der Mindestvertragslaufzeit gehört das Handy zwar dem Kunden, tatsächlich hat er dafür aber oft mehr gezahlt, als wenn er es separat gekauft hätte. Es gibt zahllose Tarife, bei denen der Kunde nur die Mobilfunkkosten (ohne Mindestumsatz und keine Grundgebühr) zahlt und sein Handy unabhängig davon kaufen oder sein altes Gerät weiterhin nutzen kann.

Auch bezüglich der Kosten für Telefonate von dem Handy in das Ausland sind sich viele Nutzer offensichtlich nicht bewusst, dass es bereits spezielle Angebote für Menschen gibt, die nicht nur national günstig mit dem Handy telefonieren wollen. 73 Prozent der Befragten glauben, dass diese Telefonate zwangsläufig teuer sind.

Ein relativ neues Tarifmodell ist bei rund 87 Prozent der befragten Nutzern noch nicht bekannt, die Flatrate mit Kostenbremse. Das ist Handy-Flatrate, also ein Pauschaltarif, bei dem die Kunden zunächst regulär Telefongebühren zahlen und die Flatrate erst ab einer bestimmten Kostengrenze greift. Zunächst ist das also ein normaler Handytarif, der aber ab einem gewissen Limit zu einer Flatrate wird und dessen Kosten deshalb einen bestimmten monatlichen Betrag nicht überschreitet. Telefoniert der Kunde jedoch weniger, zahlt er auch weniger. Dieses Tarifmodell eignet sich für nahezu jeden Nutzertyp.

Es gibt noch immer diverse Tarifmodelle, die mit den altbekannten Konditionen angeboten werden und solange es Kunden gibt, die diese Tarife buchen, wird sich daran nichts ändern. Doch immer mehr Mobilfunkkunden hören von den modernen Angeboten und ihren Vorteilen. Wenn also die Laufzeit eines ehemals abgeschlossenen Vertrags demnächst ausläuft, ist es sicherlich sinnvoll, sich etwas ausführlicher auf dem Markt umzuschauen und auch alternative Mobilfunkanbieter zu berücksichtigen. Durch den Handyvertrag Vergleich, den Prepaid Vergleich und den Handyflatrate Vergleich des telespiegel ist das problemlos möglich.

Weitere Informationen

Mobiles Internet – Informationen und Tarife

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Die aktuellsten telespiegel Nachrichten
Umzug mit DSL-Vertrag? – warum 1&1 jetzt massiv in der Kritik steht

Umzug mit DSL-Vertrag?

Warum 1&1 jetzt massiv in der Kritik steht

Die Verbraucherzentrale Niedersachsen hat 1&1 abgemahnt. Kunden sollen bei einem Umzug häufig zu neuen DSL-Verträgen gedrängt worden sein. Zudem stehen irreführende Angaben zur Sonderkündigung und zu Verbraucherrechten in der Kritik. […]

Digitale Welt – Simulierte Gerichtsfälle zeigen Schattenseiten

Digitale Welt

Simulierte Gerichtsfälle zeigen Schattenseiten

Kinderfotos im Internet und riskante Sicherheitsprüfungen standen im Mittelpunkt des diesjährigen Simulationsgerichts. Die fiktiven Fälle zeigen, welche rechtlichen Folgen Datenschutzverstöße und Fehler in der Cybersicherheitsforschung haben können. […]

Versteckte Windows-Datenbank speichert Verlauf – so wird sie gelöscht

Versteckte Windows-Datenbank speichert Verlauf

So wird sie gelöscht

Das Löschen des Browserverlaufs reicht oft nicht aus. Windows führt zusätzlich eine versteckte Liste besuchter Webseiten im DNS-Cache. Mit wenigen Befehlen lässt sich die Datenbank anzeigen und vollständig leeren. […]

Achtung: Neue Phishing-Falle – selbst 2FA-Nutzer sind jetzt gefährdet

Achtung: Neue Phishing-Falle

Selbst 2FA-Nutzer sind jetzt gefährdet

Sicherheitsforscher warnen vor einer neuen Generation von Phishing-Angriffen. Kriminelle stehlen keine Passwörter mehr, sondern bringen User dazu, Zugriffe selbst zu autorisieren. Dadurch können sogar Konten mit Zwei-Faktoren-Authentifizierung kompromittiert werden. […]