Umstellung bis 2028 – 1,3 Millionen alte Telekom-Festnetzanschlüsse

Umstellung bis 2028 – 1,3 Millionen alte Telekom-Festnetzanschlüsse

Die klassische Kupfertelefonleitung verschwindet bald vollständig aus dem Netz der Deutschen Telekom. Das bedeutet für rund 1,3 Millionen Kunden, dass sie sich auf eine neue technische Lösung einstellen müssen. Insbesondere für Menschen ohne Internetanschluss könnte der Wechsel teuer werden.

Weshalb verschwinden die alten Festnetzanschlüsse?

Bis Ende 2028 soll die veraltete Kupfertechnik der Telekom vollständig aus dem Netz entfernt werden. Denn die alten Leitungen gelten als störanfällig und verursachen hohe Wartungskosten. Ursprünglich waren die betroffenen Anschlüsse ohnehin nur als Übergangslösung gedacht. Nämlich nur, bis die Telefonie vollständig auf moderne IP-Technik umgestellt werden konnte.

„Bis Ende 2028 wollen wir die alte Technik aus unserem System entfernen, weil sie störanfällig und nur noch sehr teuer instandzuhalten ist“, erklärt ein Sprecher des Unternehmens.

Wer ist von der Umstellung betroffen?

Im Fokus stehen rund 1,3 Millionen Menschen, die über ihren Telekom-Anschluss ausschließlich telefonieren und keinen Internetanschluss nutzen. In der Branche werden die Kunden häufig als „Schläfer“ bezeichnet. Ihre Anschlüsse laufen noch über klassische Kupferleitungen bis zur Vermittlungsstelle und sollen nun nach und nach ersetzt werden. Vor allem für ältere Personen oder Kunden, die bewusst auf Internet verzichten, ist das Festnetz auch weiterhin essenziell. Die betroffenen Kunden müssen sich jetzt mit der Frage auseinandersetzen, wie sie ihr gewohntes Telefon auch in der Zukunft weiterhin nutzen können.

Welche Lösung bietet die Telekom an?

Als Ersatz können betroffene Kunden einen sogenannten „MSAN-POT“-Anschluss erhalten. Das Bonner Unternehmen setzt dabei auf eine Telefonbox mit dem Namen „Call Connect via Funk“. Das Gerät funktioniert ausschließlich über die Mobilfunktechnik LTE und wird ganz einfach an eine Steckdose angeschlossen. Eine SIM-Karte ist bereits integriert. Das vorhandene Telefon lässt sich anschließend über eine TAE-Buchse oder direkt an der Box anschließen. Ein Vorteil gegenüber manchen Angeboten von Konkurrenten ist, dass die bisherige Festnetznummer erhalten bleibt. Zudem wird sie auch weiterhin bei ausgehenden Anrufen angezeigt.

Was kosten die neuen Tarife und wie attraktiv sind sie?

Mit 120 Freiminuten im Monat soll der neue Tarif knapp 23 Euro kosten. Eine Flatrate ins deutsche Festnetz liegt demnach bei gut 32 Euro monatlich. Zusätzlich fallen für die Telefonbox knapp vier Euro Miete pro Monat oder einmalig 100 Euro beim Kauf an. Damit können insbesondere Kunden, die bisher nur einen günstigen Telefonanschluss genutzt haben, mit zusätzlichen Kosten konfrontiert werden. Die Telekom selbst stellt die Preise so dar. Ein Sprecher erklärte:

„Die Höhe der neuen Tarife ist in etwa vergleichbar mit den Tarifen, die diese Kunden bisher bezahlt haben.“

In einer Vergleichsrechnung können einfache Mobilfunktarife mit Telefon-Flatrate jedoch wesentlich günstiger sein. Eine Alternative können spezielle Mobilfunk-Tischtelefone sein, die optisch an klassische Festnetzgeräte erinnern, allerdings mit einer SIM-Karte funktionieren. Hier muss jedoch auf die Technik geachtet werden, da der alte 2G-Standard nach und nach ebenfalls verschwinden wird. Die Geräte sollten daher mindestens LTE unterstützen. Überdies reicht LTE nicht überall für die Telefonbox aus. Wo der Empfang nicht genügt, müssen die Kunden dann auf DSL oder Glasfaser ausweichen. Dies kann die jährlichen Kosten erheblich erhöhen.

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