Billig telefonieren mit Call-by-CallCall-by-Call war über viele Jahre eine Möglichkeit, günstig vom Festnetz zu telefonieren. Mit einer sogenannten Vorvorwahl oder Billigvorwahl konnten Kunden der Deutschen Telekom einen anderen Telefonanbieter für einzelne Gespräche auswählen und dadurch Telefonkosten sparen.

Seit dem 1. Januar 2025 ist Call-by-Call in Deutschland nicht mehr verfügbar. Die Sparvorwahlen mit 010xx funktionieren nicht mehr. Wer heute billig telefonieren möchte, kann stattdessen Telefon-Flatrates, günstige Mobilfunktarife oder Callthrough für Auslandsgespräche nutzen.

Call-by-Call eingestellt: Warum gibt es keine Billigvorwahlen mehr?

Zum 31. Dezember 2024 wurden die Dienste Call-by-Call und Preselection eingestellt. Grundlage war das Ende des sogenannten Offline-Billing-Verfahrens, über das alternative Telefonanbieter ihre Gesprächskosten über die Telefonrechnung der Deutschen Telekom abrechnen konnten.

Die früheren Call-by-Call-Vorwahlen wie 010xx können deshalb seit 2025 nicht mehr verwendet werden, um günstig über einen anderen Netzbetreiber zu telefonieren.

Der telespiegel hatte seit 1999 einen eigenen Call-by-Call-Tarifvergleich angeboten. Mit der Einstellung des Dienstes wurde auch diese Tarifdatenbank abgeschaltet.

Weitere Hintergründe:

Günstig telefonieren: Welche Alternativen gibt es zu Call-by-Call?

Auch ohne Call-by-Call lässt sich bei Telefonaten sparen. Welche Möglichkeit am günstigsten ist, hängt davon ab, ob innerhalb Deutschlands, vom Festnetz aufs Handy oder ins Ausland telefoniert werden soll.

GesprächszielGünstige AlternativeWorauf achten?
Deutsches FestnetzFestnetz-FlatrateMonatliche Grundgebühr und enthaltene Gespräche
Festnetz zum HandyMobilfunk-Flatrate oder Festnetz-MobilfunkoptionMinutenpreis gegenüber monatlichem Optionspreis
AuslandsgesprächeCallthrough oder AuslandstarifZielland, Festnetz oder Mobilfunk, Einwahlkosten
Internationale Gespräche über das InternetInternettelefonie oder MessengerInternetverbindung und Erreichbarkeit des Gesprächspartners
Viele Gespräche in verschiedene deutsche NetzeAllnet-FlatrateMonatliche Kosten und mögliche Einschränkungen

Billig telefonieren vom Festnetz ins deutsche Festnetz

Die meisten modernen Festnetzanschlüsse werden zusammen mit einem Internetanschluss angeboten. Häufig ist eine Flatrate für Gespräche in das deutsche Festnetz bereits enthalten. Bei einer solchen Flatrate entstehen für gewöhnliche innerdeutsche Festnetzgespräche keine zusätzlichen Minutenkosten. Wer einen älteren Telefonanschluss ohne Flatrate nutzt, sollte die Gesprächspreise überprüfen und gegebenenfalls einen Tarifwechsel erwägen.

Eine Übersicht bietet der telespiegel-Ratgeber zu Festnetzanschlüssen und Telefontarifen.

Günstig vom Festnetz zum Handy telefonieren

Wer vom Festnetz eine Handynummer anruft, zahlt bei vielen Festnetztarifen weiterhin einen Minutenpreis. Die übliche Festnetz-Flatrate deckt Gespräche in deutsche Mobilfunknetze nicht automatisch ab.

Für regelmäßige Gespräche vom Festnetz aufs Handy kommen zwei Möglichkeiten infrage:

  • Mobilfunkoption zum Festnetzanschluss: Einige Telefonanbieter bieten zusätzliche Flatrates oder günstigere Minutenpreise für Gespräche in deutsche Mobilfunknetze an.
  • Telefonieren über das eigene Handy: Mit einer Allnet-Flatrate lassen sich gewöhnliche Gespräche in deutsche Fest- und Mobilfunknetze ohne zusätzliche Minutenkosten führen.

Gerade für Kunden der Deutschen Telekom, die früher Call-by-Call nutzten, lohnt sich ein Vergleich zwischen den Kosten einer Festnetz-Mobilfunkoption und einem günstigen Handytarif.

Wer nur gelegentlich eine Handynummer anruft, sollte prüfen, ob sich die monatlichen Kosten einer zusätzlichen Flatrate überhaupt rechnen.

Günstig ins Ausland telefonieren mit Callthrough

Für Auslandsgespräche ist Callthrough eine wichtige Alternative zu Call-by-Call.

Bei diesem Verfahren wird zunächst eine Einwahlnummer eines Callthrough-Anbieters angerufen. Anschließend wird die gewünschte Rufnummer im Ausland gewählt oder übermittelt.

Callthrough kann sowohl vom Festnetz als auch vom Handy genutzt werden. Anders als das frühere Call-by-Call ist das Verfahren nicht auf klassische Telekom-Festnetzanschlüsse beschränkt.

Die Gesprächskosten hängen unter anderem vom Zielland, vom angerufenen Telefonnetz und vom gewählten Anbieter ab. Für Gespräche in ausländische Mobilfunknetze gelten häufig andere Preise als für Gespräche ins Festnetz.

Zusätzlich können Kosten für die Einwahl entstehen. Deshalb ist entscheidend, ob die Einwahlnummer bereits durch eine vorhandene Telefon-Flatrate abgedeckt ist.

Zum Tarifvergleich: Callthrough-Tarife für günstige Auslandsgespräche vergleichen.

Billig ins Ausland telefonieren über das Internet

Eine weitere Möglichkeit sind Internettelefonie und Messenger-Dienste. Bei Gesprächen zwischen Nutzern desselben Dienstes fallen häufig keine gesonderten Gesprächsgebühren an. Benötigt wird allerdings eine Internetverbindung.

Wer eine normale ausländische Festnetz- oder Mobilfunknummer erreichen möchte, benötigt dagegen einen Dienst, der solche Gespräche unterstützt. Dafür können Minutenpreise oder andere Gebühren anfallen.

So funktionierte Call-by-Call mit einer Vorvorwahl

Bei Call-by-Call wurde vor der eigentlichen Telefonnummer eine zusätzliche Netzbetreiberkennzahl gewählt. Diese sogenannte Vorvorwahl, Billigvorwahl oder Sparvorwahl begann in Deutschland üblicherweise mit 010. Die Vorvorwahl bestimmte, über welchen alternativen Anbieter das Gespräch vermittelt wurde. Damit konnten Telekom-Kunden früher günstigere Tarife für Ortsgespräche, Ferngespräche, Mobilfunkgespräche und Auslandsgespräche nutzen.

Beispiel für eine frühere Call-by-Call-Vorwahl

Ein Anruf wurde nach folgendem Schema aufgebaut: 010xx + Ortsvorwahl + Telefonnummer

Beispiel für ein früheres Ferngespräch nach Hannover: 010xx 0511 123456

Die Zeichenfolge 010xx steht dabei beispielhaft für die Netzbetreiberkennzahl eines Call-by-Call-Anbieters. Bei einem Ortsgespräch innerhalb desselben Ortsnetzes konnte die Ortsvorwahl je nach Wahlverfahren entfallen.

Wichtig: Dieses Beispiel beschreibt ausschließlich die frühere Funktionsweise. Seit Januar 2025 können diese Vorvorwahlen nicht mehr für Call-by-Call-Gespräche genutzt werden.

Call-by-Call für Gespräche ins Ausland

Auch internationale Telefonate konnten früher mit einer Billigvorwahl geführt werden. Dabei wurde die Call-by-Call-Vorwahl vor die internationale Rufnummer gesetzt.

Das Wahlschema lautete: 010xx + 00 + Landeskennzahl + Rufnummer

Heute erfolgt ein Auslandsgespräch ohne Call-by-Call direkt über den eigenen Telefonanbieter oder über einen alternativen Dienst wie Callthrough.

Die benötigten Landeskennzahlen stehen im Verzeichnis der internationalen Telefonvorwahlen.

Call-by-Call-Anbieter und Tarife: Was ist aus den Sparvorwahlen geworden?

Bis Ende 2024 gab es zahlreiche Call-by-Call-Anbieter mit eigenen Vorvorwahlen. Die Tarife unterschieden sich nach Gesprächsziel, Uhrzeit, Wochentag und Abrechnungsmodell. Ein Anbieter konnte beispielsweise für Ferngespräche günstig sein, während ein anderer besonders niedrige Minutenpreise für Gespräche ins Ausland verlangte.

Deshalb waren Call-by-Call-Tarifrechner und tagesaktuelle Tarifübersichten wichtig, um die jeweils billigste Vorwahl zu finden.

Mit der Abschaltung des Dienstes haben solche Preisvergleiche ihre praktische Bedeutung verloren. Aktuelle Call-by-Call-Tarife und funktionierende 010xx-Sparvorwahlen gibt es nicht mehr.

Wer heute günstig telefonieren möchte, sollte deshalb nicht nach einer neuen Billigvorwahl suchen, sondern die Kosten seines Telefonanschlusses und die verfügbaren Alternativen vergleichen.

Call-by-Call, Preselection und Callthrough: die Unterschiede

Die drei Verfahren werden häufig verwechselt. Sie unterscheiden sich jedoch grundlegend.

VerfahrenFunktionsweiseStatus
Call-by-CallVor jedem Gespräch wurde eine Vorvorwahl gewählt.Seit 2025 eingestellt
PreselectionEin alternativer Netzbetreiber war dauerhaft für bestimmte Gespräche voreingestellt.Seit 2025 eingestellt
CallthroughGespräche werden über eine Einwahlnummer an einen anderen Anbieter vermittelt.Weiterhin als Alternative nutzbar

Weitere Informationen: Callthrough – die Alternative zu Call-by-Call.

Häufige Fragen zu Call-by-Call und günstigem Telefonieren

Gibt es Call-by-Call 2026 noch?

Nein. Call-by-Call wurde in Deutschland zum 31. Dezember 2024 eingestellt. Seit dem 1. Januar 2025 lassen sich keine Gespräche mehr über die früheren 010xx-Sparvorwahlen führen.

Kann ich bei der Telekom noch eine Billigvorwahl nutzen?

Nein. Auch Telekom-Festnetzkunden können keine Call-by-Call-Vorwahlen mehr verwenden. Gespräche werden grundsätzlich nach den Konditionen des eigenen Telefonvertrags abgerechnet. Für günstigere Auslandsgespräche kann Callthrough infrage kommen.

Wie kann ich günstig vom Festnetz aufs Handy telefonieren?

Zunächst sollten die Minutenpreise des eigenen Festnetztarifs überprüft werden. Bei häufigen Gesprächen in Mobilfunknetze kann sich eine zusätzliche Flatrate lohnen. Alternativ können Gespräche über einen vorhandenen Handytarif mit Allnet-Flatrate geführt werden.

Was kostet ein Anruf vom Festnetz aufs Handy?

Die Kosten hängen vom jeweiligen Telefonanbieter und Tarif ab. Manche Verträge enthalten eine Mobilfunk-Flatrate, andere berechnen einen Minutenpreis. Maßgeblich ist die aktuelle Preisliste des eigenen Anbieters.

Welche Vorwahl muss ich wählen, um billig zu telefonieren?

Eine allgemeingültige Billigvorwahl gibt es nicht mehr. Die früheren Call-by-Call-Vorwahlen wurden abgeschaltet. Wer sparen möchte, sollte Telefon-Flatrates, Mobilfunkangebote und gegebenenfalls Callthrough vergleichen.

Kann ich mit Call-by-Call vom Handy telefonieren?

Nein. Das klassische Call-by-Call-Verfahren war für geeignete Telekom-Festnetzanschlüsse vorgesehen und konnte nicht direkt vom Handy genutzt werden. Für günstige Mobilfunkgespräche eignen sich entsprechende Handytarife oder andere Telefoniedienste.

Gibt es noch Call-by-Call für Auslandsgespräche?

Nein. Für Auslandsgespräche können aber weiterhin Callthrough-Anbieter, internationale Tarifoptionen oder internetbasierte Telefoniedienste genutzt werden. Ein Vergleich der Gesamtkosten ist sinnvoll.

Was ist der Unterschied zwischen Vorwahl und Vorvorwahl?

Eine gewöhnliche Telefonvorwahl kennzeichnet beispielsweise ein Ortsnetz oder ein internationales Rufnummernziel. Die frühere Call-by-Call-Vorvorwahl bestimmte dagegen den alternativen Netzbetreiber, über den ein Gespräch geführt wurde.

Die deutschen Ortsvorwahlen finden sich im Verzeichnis der nationalen Ortsvorwahlen.

Was passiert, wenn im Telefon noch eine alte 010xx-Vorwahl gespeichert ist?

Ist in einer Telefonanlage, einem Router oder einem Telefon noch eine alte Call-by-Call-Vorwahl hinterlegt, kann dies den Verbindungsaufbau verhindern. Die entsprechenden Einstellungen sollten entfernt werden. Das gilt insbesondere für automatisch vorgeschaltete Sparvorwahlen.

Gibt es Internet-by-Call noch?

Auch die früheren schmalbandigen Internet-by-Call-Angebote über entsprechende Einwahlnummern wurden durch die Einstellung des bisherigen Abrechnungsverfahrens beendet. Heute werden Internetzugänge üblicherweise über DSL, Kabel, Glasfaser oder Mobilfunk bereitgestellt.

Weitere Informationen zum günstigen Telefonieren