Siemens verkauft Handy-Sparte – BenQ übernimmt Herstellung der Mobiltelefone

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Wohl eine der bekanntesten Handy-Marken in Deutschland ist Siemens. Doch der Konzern klagte schon seit einiger Zeit über erhebliche Verluste in der Sparte Mobilfunktelefon, nicht zuletzt ausgelöst durch Softwareprobleme bei neuen Modellen in dem letzten Jahr. Vor einigen Monaten kündigte Siemens an, die Handy-Sparte verkaufen zu wollen, jedoch sollte es Siemens-Handys auch weiterhin geben.

Nun ist es geschehen. Die Produktion der Siemens-Mobiltelefone wird von einer taiwanesischen Firma übernommen, dem Konzern BenQ. Der ist eine Tochtergesellschaft des Computerherstellers Acer und fertigt unter anderem Monitore, Laufwerke und Notebooks an. Und BenQ ist auch in dem Geschäft mit Mobiltelefonen durchaus erfolgreich, in dem Marktanteil des letzten Halbjahres lag der Hersteller in diesem Bereich nur zwei Plätze hinter Siemens.

Den Markennamen Siemens darf BenQ noch in den nächsten fünf Jahren nutzen und übernimmt auch die etwa 6.000 Beschäftigten der Sparte, die sich für einen gesicherten Arbeitsplatz bis zum nächsten Sommer auf längere Arbeitszeiten für den selben Lohn entschieden haben. BenQ steigt in alle vertraglichen Pflichten ein, sagte IG-Metall-Vize Berthold Huber. Die beiden Unternehmen wollen zukünftig zwar in der Forschung, Entwicklung und Vertrieb von Handys zusammenarbeiten, die Herstellung will Siemens jedoch komplett an BenQ abgeben. Der künftige Hauptsitz des Mobiltelefon-Geschäfts BenQ Mobile Devices (MD) soll München sein.

Etwa 350 Millionen € Steuern kostet Siemens die Trennung von der Handy-Sparte, jedoch will sich das Unternehmen mit etwa 2,5 Prozent an dem Übernehmer BenQ beteiligen. Das Übernahmegeschäft soll Ende des Jahres stattfinden. Ihm müssen noch die Hauptversammlung von BenQ und die Kartellbehörden zustimmen. Mit großen Verlusten kämpft Siemens auch in anderen Bereichen seiner Geschäfte. Die Trennung von der Mobiltelefon-Sparte ist möglicherweise erst der Anfang.

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