
Das Smartphone liegt auf dem Tisch, eine neue Nachricht ploppt auf – und der Blick wandert sofort aufs Display. Für viele Menschen in Deutschland ist dieser Reflex längst Alltag geworden. Eine aktuelle Studie der IU Internationale Hochschule zeigt jetzt, wie stark digitale Dauererreichbarkeit den Alltag beeinflusst – und welche Folgen das für Konzentration, Schlaf und mentale Gesundheit haben kann.
Viele fühlen sich dauerhaft „auf Empfang“
Die Untersuchung zeichnet das Bild einer Gesellschaft im permanenten Bereitschaftsmodus. Rund 44 Prozent der Befragten geben an, gedanklich ständig „auf Empfang“ zu sein. Fast die Hälfte fühlt sich im Kopf angespannt, obwohl eigentlich Ruhe oder Erholung möglich wäre.
Hinzu kommt der soziale Druck, schnell reagieren zu müssen. Mehr als die Hälfte der Befragten hat das Gefühl, zeitnah auf digitale Nachrichten antworten zu müssen. Besonders im Berufsleben verschwimmen dabei häufig die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit: Rund ein Drittel der Arbeitnehmenden fühlt sich verpflichtet, auch außerhalb der Arbeitszeit erreichbar zu sein.
| Ergebnis der Studie | Anteil |
|---|---|
| Checken digitale Geräte mindestens stündlich | 81,0 % |
| Wollen häufiger offline sein | 56,0 % |
| Fühlen sich gedanklich ständig „auf Empfang“ | 44,2 % |
| Fühlen sich von Informationsflut überfordert | 44,3 % |
| Arbeitnehmende mit Druck zur Erreichbarkeit außerhalb der Arbeitszeit | 32,9 % |
| Häufige emotionale oder mentale Erschöpfung | 32,0 % |
Schlafprobleme und mentale Erschöpfung nehmen zu
Die digitale Dauerbelastung bleibt offenbar nicht ohne Folgen. Rund ein Drittel der Befragten berichtet laut Studie von häufiger emotionaler oder mentaler Erschöpfung. Ebenso viele kämpfen regelmäßig mit Ein- oder Durchschlafproblemen. Frauen sind dabei besonders betroffen.
Auch die Konzentration leidet unter ständigen Unterbrechungen. Viele Befragte berichten, nach digitalen Nachrichten schnell den Faden zu verlieren oder sich von der Menge an Informationen überfordert zu fühlen. Gleichzeitig zeigt die Studie einen deutlichen Widerspruch: Mehr als die Hälfte der Menschen in Deutschland würde gerne häufiger offline sein – schafft dies im Alltag jedoch kaum.
Die Forschenden sehen darin kein individuelles Problem einzelner Nutzerinnen und Nutzer, sondern eine gesellschaftliche Entwicklung. Push-Benachrichtigungen, soziale Erwartungen und permanente digitale Verfügbarkeit würden den Druck zusätzlich verstärken. Besonders häufig genannte Gegenmaßnahmen sind:
- Push-Benachrichtigungen deaktivieren
- „Nicht stören“-Modus aktivieren
Für die Studie wurden Anfang 2026 insgesamt 2000 Menschen zwischen 16 und 65 Jahren in Deutschland befragt.
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