Falsche Telefonrechnung – Verbraucherzentrale warnt vor Betrugsversuchen

Falsche Telefonrechnung - Verbraucherzentrale warnt vor Betrugsversuchen

Auf dem Telekommunikationsmarkt herrscht reger Wettbewerb. Die Anbieter kämpfen um die Gunst der Kunden und um deren Bindung an sich. Wie in allen Bereichen gibt es jedoch auch in der Telekommunikationsbranche manche schwarzen Schafe. Die versuchen mit unlauteren Mitteln, falschen Versprechen und manchmal auch mit Betrug, Kundenzuwachs zu bekommen. Die Verbraucherzentrale Sachsen berichtet über eine Methode, die nicht einfach nur dreist, sondern betrügerisch ist.

Ein Münchner Unternehmen bietet seine Preselection, also eine Voreinstellung auf seinen Telefontarif am bestehenden Telefonanschluss des Kunden, auch über Vermittler an. Die stehen beispielsweise in Supermärkten und sprechen Kunden an oder sie klingeln an Haustüren, um dort einen Preselectiontarif des Anbieters zu verkaufen. Für jeden unterschriebenen Vertrag erhalten die Vermittler eine Provision. Oftmals sollen sich angesprochene Kunden von den Vermittlern zu einem Vertragsabschluss genötigt gefühlt haben.

In den Beratungen der Verbraucherzentrale häufen sich derzeit die Berichte von Verbrauchern, die eine Telefonrechnung dieses Preselection-Anbieters erhalten haben, obwohl sie sich sicher sind, den Vertrag nicht unterschrieben zu haben. Auf Nachfrage legte der Preselection-Anbieter den betroffenen Verbrauchern die Vertragsunterlagen vor. Darauf befand sich tatsächlich eine Unterschrift, jedoch nicht ihre eigene, sondern eine gefälschte. Die Staatsanwaltschaft Leipzig ermittelt nun wegen Betruges.

Im Falle eines Haustürgeschäftes oder eines Vertragsabschlusses beispielsweise im Supermarkt haben Verbraucher ein Widerrufsrecht von zwei Wochen. Sie können den Vertrag also innerhalb von zwei Wochen bei dem Anbieter wiederrufen (Anm. d. Red.: nachweislich und schriftlich!). Wurde keine Widerrufsbelehrung ausgehändigt, gilt das Widerrufsrecht sogar unbefristet. Am besten ist es selbstverständlich, angebotene Verträge nicht voreilig `zwischen Tür und Angel´ zu unterschreiben, sondern sich von kompetenten Händlern beraten zu lassen und die auf dem Markt befindlichen Angebote in Ruhe zu vergleichen. Erst dann können sich Verbraucher sicher sein, dass sie niemandem auf dem Leim gegangen sind und tatsächlich ein gutes Angebot wahrgenommen haben.

Mehr Informationen

Telefonknigge – Die Benimmregeln zum richtig telefonieren
Unerwünschte Werbeanrufe – Die Rechtslage ist sehr eindeutig, nur der Angerufene muss richtig reagieren.
Fehlerhafte Telefonrechnung – Wie ist zu reagieren, wenn die Telefonrechnung nicht stimmt?

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Die aktuellsten telespiegel Nachrichten
Nutzung des Glasfasernetzes – Urteil für Stärkung der Verbraucherrechte

Update

BGH bestätigt 24 Monate Laufzeit bei Glasfaser

Die Vertragslaufzeit darf bei Glasfaseranschlüssen nicht erst ab Freigabe des Anschlusses beginnen. Denn der Ausbau dauert teilweise bis zu einem Jahr. Mit diesem Urteil werden die Verbraucherrechte gestärkt, da Verbraucher nicht länger als zwei Jahre an einen Anbieter gebunden sein dürfen. […]

Digitale Marktplätze für Gamer – So funktionieren Handel und Plattformen

Digitale Marktplätze für Gamer

So funktionieren Handel und Plattformen

Digitale Marktplätze bieten Gamern neue Möglichkeiten, ihre Spielerfahrungen zu erweitern. Diese Plattformen ermöglichen den Kauf und Verkauf von Spielkonten und virtuellen Gütern. Trotz der Vorteile gibt es auch Risiken, die beachtet werden sollten. […]

CCC-Kongress 2025 – Europas digitale Abhängigkeit als Schlüsselfrage

CCC-Kongress 2025

Europas digitale Abhängigkeit als Schlüsselfrage

Der diesjährige 39C3 zeigte speziell, wie kritisch Europas digitale Abhängigkeit ist. Bei der Veranstaltung wurde deutlich, dass digitale Selbstbestimmung, Künstliche Intelligenz und IT-Sicherheit neu gedacht werden müssen. Dafür wurden konkrete Auswege aufgezeigt. […]

Social-Media-Ausstieg – viele Jugendliche wenden sich bewusst ab

Social-Media-Ausstieg

Viele Jugendliche wenden sich bewusst ab

Jugendliche nutzen Social Media kritischer und erkennen die Risiken. Daher wenden sich viele bewusst ab. Einzelne Plattformen wie Instagram oder YouTube sind dennoch weiterhin für junge Menschen von hoher Bedeutung. Das zeigt die aktuelle „Jugend-Digitalstudie 2025“ der Postbank. […]