Urteil – Dt. Telekom muss Restguthaben von gesperrten Telefonkarten erstatten

Urteil Telefonkarten

Der Kunde kaufte die Karte mit einem entsprechenden Wert und konnte sie an der Telefonzelle einschieben und das Guthaben abtelefonieren. Die Telefonkarten mit ihren diversen aufgedruckten Motiven begeisterten schon bald viele Sammler. Bis zum Jahr 1998 wurde die erste Generation der Telefonkarten verkauft. Im Gegensatz zu ihren Nachfolgern war die Gültigkeit des Guthabens nicht befristet. Zum 31. Dezember 2001 sperrte die Dt. Telekom diese Telefonkarten für Telefoniezwecke. Das restliche Guthaben der Telefonkarten war ersatzlos verfallen. Der Bundesgerichtshof hatte bald darauf entschieden, dass das unzulässig sei. Schließlich handele es sich um zuvor bezahltes Guthaben. (BGH, Aktz. XI ZR 274/00 vom 12.05.2001)

Die Dt. Telekom richtete daraufhin das sogenannte Umtauschverfahren ein. Das Restguthaben ungültig gewordener Telefonkarten wurde gegen neue Telefonkarten mit dem gleichen Guthaben umgetauscht. Später händigte das Unternehmen nur noch sogenannte Umtauschkarten aus und seit dem Herbst 2007 werden gesperrte Telefonkarten der ersten Generation nicht mehr gegen gültige Telefonkarten umgetauscht. Die Ansprüche seien verjährt, behauptet die Dt. Telekom.

Dagegen klagte eine Frau, die noch gesperrte Telefonkarten besaß. Im Laufe des Prozesses verzichtete sie auf einen Umtausch der Telefonkarten und verlangte nun die Erstattung des Restguthabens. Das Oberlandesgericht Köln gab ihr Recht und bestätigte die damalige Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs. Die Dt. Telekom sei zwar berechtigt gewesen, die ohne einen Gültigkeitsvermerk ausgehändigten Karten der ersten Generation zu sperren, im Gegenzug müssen die Kunden aber ein unbefristetes Umtauschrecht gegen Telefonkarten mit gleichem Guthabenwert haben.

Das Oberlandesgericht ließ Revision zu. Die Dt. Telekom kündigte bereits an, in Revision gehen zu wollen.
OLG Köln, Aktz. 11 U 213/08 vom 03.06.2008

Weitere Informationen

Gerichtsurteile – Festnetz

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Die aktuellsten telespiegel Nachrichten
Digitale Steuerbescheide ab 2026 – Papier nur auf Wunsch

Digitale Steuerbescheide ab 2026

Papier nur auf Wunsch

Ab 2026 werden Steuerbescheide in Deutschland in der Regel nur noch digital bereitgestellt. Papier gibt es nur auf Wunsch. Was bedeutet das für Bürgerinnen, Bürger und Kanzleien? Hier erfährst du verständlich, was sich ändert – und wie du dich vorbereitest. […]

Scheinbarer App-Zwang – congstar wegen Irreführung verurteilt

Scheinbarer App-Zwang 

 congstar wegen Irreführung verurteilt

Die Telekom-Tochter congstar behauptete, ihr Online-Kundencenter werde 2025 abgeschaltet – und drängte damit Kunden zum App-Download. Doch das stimmte gar nicht. Ein Gerichtsurteil deckt nun auf, wie weit der vermeintliche App-Zwang wirklich ging. […]

Urteil – Sperrung von Social-Media-Kanälen eines Influencers

Urteil 

 Sperrung von Social-Media-Kanälen eines Influencers

Das Oberlandesgericht Bamberg hat in seinem Urteil entschieden, dass die Sperrung mehrerer Social-Media-Kanäle eines Influencers durch eine Plattformbetreiberin nicht ohne Weiteres zulässig ist. Insbesondere stellte das Gericht fest, dass die bloße Weiternutzung eines weiteren Kanals keine automatisierte Umgehung der Sperrmaßnahme darstellt. […]

United Internet & 1&1 - Marken, Produkte und Hintergründe zum Versatel-Verkauf

United Internet & 1&1

Marken, Produkte und Hintergründe zum Versatel-Verkauf

United Internet bündelt seine Telekommunikationsaktivitäten und verkauft die Netztochter 1&1 Versatel konzernintern an die 1&1 AG. Für Endkunden bleiben die bekannten Marken wie 1&1, IONOS, GMX oder WEB.DE bestehen. Der Artikel erklärt verständlich, welche Produkte die Unternehmen anbieten und was der mögliche Verkauf der Domain-Handelsplattform Sedo bedeutet. […]

Kritische Chrome-Lücke – Google veröffentlicht Notfall-Update

Kritische Chrome-Lücke

Google veröffentlicht Notfall-Update

Eine Chrome-Schwachstelle wurde aktiv von Cyberkriminellen ausgenutzt. Google hat mittlerweile ein Notfall-Update bereitgestellt, das dringend installiert werden sollte. Chrome-Nutzer müssen ihren Browser neu starten, um das Update zu aktivieren. […]