Onlinebanking – Trojaner URLzone späht Daten aus und überweist Geld

Onlinebanking - Trojaner

Die Experten des Sicherheitsunternehmens Finjan berichten von einem neuen Trojaner, der nicht nur sensible Daten ausspäht und Screenshots von Log-in-Seiten macht. Das ausgeklügelte Schadprogramm tätigt auch selbstständig Online-Überweisungen. Laut Finjan ist es darauf spezialisiert, deutsche Bankkonten zu plündern.

Der Trojaner, der den Namen URLzone erhielt, infiziert Computer über einen Emailanhang oder über einen Schadcode auf einer Webseite. Der Computernutzer merkt zunächst nicht, dass sich URLzone auf seinem PC eingenistet hat. Das Schadprogramm umgeht die Sicherheitsvorrichtungen des Onlinebanking, die gegen derartige Programme eingerichtet wurden und transferiert von dem Konto des Kunden Geld. Dabei überweist es gerade so viel, dass es kein Aufsehen erregt. Dem Nutzer wird ein geringerer Überweisungsbetrag angezeigt und auch der Kontostand ist gefälscht. Die korrekten Angaben kann er nur sehen, wenn er sich von einem nicht infizierten Computer aus in sein Onlinebanking einloggt.

Das Geld wird auf die Bankkonten von Strohmännern überwiesen, den sogenannten Money Mules. Dabei wird darauf geachtet, dass jedes dieser Konten nur einige Male verwendet wird und sich dort nicht auffällig hohe Summen ansammeln. Durch URLzone sei deutschen Bankkunden im August innerhalb von 22 Tagen ein Schaden in Höhe von 300.000 Euro entstanden, berichtet Finjan. Der Kontrollserver der Gauner soll in der Ukraine stehen.

URLzone ist also eine Gefahr für User, die Online-Banking verwenden. Aber auch von anderen geschützten Accounts wie bei PayPal, Facebook oder Googlemail späht er Zugangsdaten aus. Das Sicherheitsunternehmen Finjan hat die deutschen Behörden bereits informiert. Internetnutzer sollten vorsichtig sein und ihren Computer nicht ungeschützt in das Internet einloggen. Schutzprogramme müssen auf dem aktuellen Stand sein, um effektiv zu sein.

Quelle: ntv

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