Fiasko Breitbandausbau – mal doppelt, mal gar nicht

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Dass schnelle Internetleitungen nicht nur in Ballungsräumen dringend benötigt werden, gilt als Fakt. Ebenso sicher will die Bundesregierung innerhalb von drei Jahren jedes Dorf an das Breitband anschließen lassen. Trotz eines hinreichenden Erkenntnisstandes und dem politischen Willen, der sich nicht zuletzt durch Investitionsprogramme ausdrückt, geht es aber regional nicht voran. Einer der Gründe: Die Telekom scheint in ländlichen Regionen zu blockieren, bis sich ein Konkurrent findet, der viel Geld investiert und das Breitbandkabel verlegt. Dann agiert der Marktführer plötzlich und baut ebenfalls aus. Nach verschiedenen Medienberichten ärgert das nicht nur die regionalen Unternehmen.

VKU kritisiert Telekom für ihr Verhalten beim Breitbandausbau

Die Berliner Zeitung zitiert den Hauptgeschäftsführer des Verbandes kommunaler Unternehmen, Hans-Joachim Reck, mit den Worten: „Wir sehen das Problem des Doppelausbaus.„ Das sei jedoch keinesfalls positiv zu bewerten. Denn seinen Worten nach registriere der Verband, dass die Telekom zunächst lokal den Breitbandausbau aus Kostengründen blockiere. Findet sich jedoch ein regionaler Anbieter, von denen sich viele genau aus dem Grund unter Mitwirken der Stadtwerke oder Kommunen gründeten, werde die Telekom plötzlich doch aktiv. Damit werden Investitionen verschwendet. Denn am Ende gibt es nicht einen Anbieter, der die Kunden regional an das Breitband anschließt, sondern zwei. Was nach Wettbewerb klingt, ist keiner. Denn jede Leitung kann grundsätzlich von allen Telekommunikationsanbietern genutzt werden, um angeschlossenen Kunden Dienstleistungen zu bieten. Das so verpulverte Geld fehlt dann besonders in den strukturschwachen Regionen, die schon jetzt abgehängt sind.

Investition im ländlichen Raum zwingend

Dass im ländlichen Raum tatsächlich Breitbandanschlüsse fehlen, zeigen Zahlen des TÜV Rheinland. Dieser stellt jedes Jahr für das Bundeswirtschaftsministerium eine Bestandsaufnahme zusammen. Demnach waren Ende 2013 nur 65,2 Prozent der Haushalte mit einer Internetverbindung von 30 MBit/s ausgestattet. Nur 59,7 Prozent verfügten über einen Anschluss von 50 MBit/s. Selbst einen Datendurchsatz von 16 MBit/s konnten nur 77,8 Prozent der Haushalte nutzen. Das Problem dieser Gesamtwerte: Auf dem Land ist die Situation dramatisch schlechter. Während fast jeder zweite Haushalt noch 16 MBit/s beziehen kann, erreichen Leitungen mit bis zu 50 MBit/s nicht einmal jeden siebten Haushalt. Damit rückt das Ziel der Bundesregierung in weite Ferne, die Vollversorgung bis 2018 zu erreichen, und die wirtschaftliche Situation auf dem Land spitzt sich zu. Denn Breitbandanschlüsse sind für viele Unternehmen ein wichtiger Aspekt bei der Standortwahl.

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