Gesetz – Handyverbot in Frankreichs Schulen

Handyverbot

Der französische Präsident Macron hat eines seiner Wahlkampfversprechen eingelöst. In Frankreich gilt zukünftig an Schulen ein Handyverbot. Ein entsprechendes Gesetz beschloss die Nationalversammlung diese Woche. Dieses gilt für Handys, Tablets und Smartwatches sowie für Notebooks. Wie die Umsetzung aussehen soll, ist jedoch noch nicht abschließend geklärt.

Gründe für ein Handyverbot an Frankreichs Schulen

Vorausgegangen war ein engagiert geführter Wahlkampf zum Thema. Emmanuel Macron hat das Thema vorangetrieben. Er ist der Auffassung, dass einerseits die Aufmerksamkeit der Schüler leidet, wenn diese das Gerät ständig verfügbar bei sich tragen. Zum anderen sollen so Schüler daran gehindert werden, auf dem Schulgelände andere durch Online-Mobbing oder ungewünschte Videoaufnahmen zu malträtieren. Kritiker bemängeln die fehlende Entscheidungsfreiheit der Schüler und halten ein solches Verbot für nicht zeitgemäß. Speziell Eltern wiesen während der Auseinandersetzung darauf hin, dass sie ihre Kinder tagsüber nicht mehr erreichen könnten.

Handyverbot für Schüler: So funktioniert es in Frankreich

Das Verbot betrifft alle Schüler in Klassen, die der deutschen Sekundarstufe I (Unterstufe) entsprechend, also bis ca. 15 Jahre alt sind. Ältere Schüler sind ausgenommen. Ebenso dürfen Gymnasien auf diese Regelung verzichten. Schulen dürfen darüber hinaus auch Ausnahmen erlassen. Auch der Einsatz von zum Beispiel Tablets in Form eines Lehrmittels ist im Unterricht weiter erlaubt. Grundsätzlich gilt das Verbot jedoch für alle Schüler auf dem gesamten Schulgelände sowie bei allen schulischen Veranstaltungen.

Wie das Handyverbot durchgesetzt werden soll, ist jedoch unklar. Voraussichtlich sind die Schulen gefordert, eine Sammelstelle einzurichten. Dort können die Schüler dann morgens ihre Geräte abgeben und nachmittags wieder abholen.

Frankreich: Bereits bisher galten strenge Regelungen in Schulen

Bereits seit acht Jahren galt ein Handyverbot in den Schulgebäuden. Allerdings waren die Schulhöfe ausgenommen. Die Folge: Schüler filmten, wie Mitschüler unterdrückt und geschlagen wurden und stellten die Filme ins Internet. Die peinlichen Aufnahmen bedeuteten nicht nur Mobbing für die Betroffenen, sondern brachten auch die Schulen in eine rechtliche Zwickmühle. Denn sie haben auf dem Gelände die Aufsichtspflicht.

Lage in Deutschland: liberaler Umgang mit dem Handy in der Schule

In Deutschland gibt es bislang wenige Ansätze, ein Handyverbot auf dem Schulgelände zu erlassen. Eine Ausnahme ist Bayern. Hier gilt ein entsprechendes Gesetz, dessen Abschaffung jedoch die Opposition fordert. In anderen Bundesländern gibt es derzeit keine Pläne, Smartphones und Tablets zu verbieten.

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